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10 Jahre Solaris 10 und Aktuelles zu Solaris 11.2

Franz Haberhauer
Chief Technologist

Vor 10 Jahren - am 31. Januar 2005 - wurde Solaris 10 freigegeben. In elf Updates wurden seither Neuerungen in Solaris 10 geliefert - bis zum aktuellen Solaris 10 1/13.  Der reguläre Premier Support für Solaris 10 läuft noch bis Januar 2018, Extended Support noch bis Januar 2021 (Oracle Lifetime Support Policy: Oracle and Sun System Software S. 31ff.). Mit diesen langen Support-Zeiträumen unterscheidet sich Solaris von anderen Betriebssystemen, die schneller einen Release-Wechsel erzwingen. Da wir bei Solaris großen Wert auf die Kompatibilität zwischen den Updates legen, so dass diese keinen Unterschied für Anwendungen machen, gibt es Grenzen für das, was an Innovationen in Solaris 10 Updates eingebracht werden kann. Auch zwischen Solaris Releases garantieren wir die Binär-Kompatibilität. Auf der administrativen Seite kann es dagegen Änderungen geben. Solaris 11 brachte mit dem Image Packaging System (IPS), dem Automated Installer und den Unified Archives Neuerungen insbesondere bei der Provisionierung. Dabei wurden manches in der über Jahrzehnte gewachsenen Infrastruktur bereinigt und vereinfacht. So ist ZFS jetzt das einzige Root-Filesystem deckt auch die Funktionalitäten eines Volumemanagers mit ab. Damit konnten die Möglichkeiten von ZFS für Snapshots und Clones etwa in Bootenvironments uneingeschränkt genutzt werden konnten. Packages und Patches werden nicht mehr unterschiedlich behandelt, da über IPS eine exakte Versionskontrolle möglich ist.   Zonen sind jetzt als Konzept direkt in den Provisionierungswerkzeugen unterstützt. Neben den klassichen Zonen sind jetzt mit Solaris 11.2 auch Kernel Zonen verfügbar, die es erlauben unterschiedliche Kernel-Stände zu nutzen. Neue Sicherheitsmechanismen wurden eingeführt: Immutable Zonesohne oder mit eingeschränkten Schreibrechten im Rootfilesystem, automatisierte Mechanismen zur Prüfung von Compliance z.B. gegen den Standard der Kreditkartenindustrie PCI-DSS und für die Erstellung entsprechender Berichte.

Seit in der Entwicklung von Solaris 10 vor weit über zehn Jahren wesentliche Architekturentscheidungen getroffen wurden, hat sich in der Hardware einiges getan: Die Hauptspeicher sind um Größenordnungen gewachsen. Solaris 10 hat ein Limit von 4TB - heutige Systeme wie die M6 können bis zu 32TB ausgebaut werden. In Solaris 11 wurde die Verwaltungen des virtuellen Speichers signifikant modernisiert - einer der Gründe, weshalb etwa große SGAs um Faktoren schneller angelegt und damit Oracle-Datenbanken schneller gestartet werden können. Auch der Netzwerk-Stack wurde erneuert und dabei nicht nur an die Möglichkeiten heutiger 10GBE-NICs angepasst. Gerade bei der Netzwerk-Virtualisierung hat sich in Richtung Software Defined Networking einiges getan. Die Präsentationen von unserem Solaris Tech Day am 13. Januar in Köln vermitteln einen guten Eindruck über die aktuellen Entwicklungen.

Wer heute seine Anwendungen noch auf Solaris 10 betreibt, kann diese wegen der Binärkompatibilität in aller Regel auch auf Solaris 11 direkt betreiben.Wenn etwa aus administrativen Gründen eine Solaris 10 Ausführungsumgebung benötigt wird,  gibt es dazu die Solaris 10 Branded Zones, die Solaris 10 Ausführungsumgebungen in Solaris 11 Installationen bieten. Nach über 10 Jahren Solaris 10 ist es jetzt wirklich an der Zeit auf Solaris 11 überzugehen. Solaris 11 gibt es auch schon wieder seit über drei Jahren - die Freigabe war am 09.11.2011 - und mit Solaris 11.2 wurden Funktionalitäten weiter abgerundet oder ergänzt. Flash Archives in Solaris 10 sind etwa bei weitem nicht so ausgefeilt wie die Unified Archives in Solaris 11.2, die nicht nur explizit das Klonen oder Recovery von Solaris-Instanzen erlauben, sondern dabei sogar noch flexibel den Wechsel zwischen Virtualisierungstechnologien.

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