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Wie Blockchain-Technologie verhindern kann, dass aus Lebensmittelskandalen Markenkrisen werden

Autor: Michael Franz, Customer Innovation Leader Germany, Oracle

Es war die Schocknachricht des beginnenden Sommers auf der südlichen Halbkugel: Mit Nadeln gespickte Erdbeeren wurden in Supermärkten in Australien und Neuseeland verkauft. Das sorgte nicht nur für Aufsehen, sondern entfachte erneut eine heftige Diskussion um die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln entlang der gesamten Lieferkette. Die aktuelle Entwicklung in „Down Under“ reiht sich nahtlos ein in eine lange Liste von Skandalen, die von mit Kolibakterien verunreinigtem Salat über Kekse mit Salmonellen bis hin zu mit Listerien infiziertem Fleisch reicht. Die Zahl der Lebensmittelrückrufe in der EU hat sich um 58 Prozent gesteigert, in den USA fast verdoppelt und ist auch in Asien massiv gestiegen.

Der Anstieg der Rückrufe bedeutet nicht zwangsläufig, dass es heutzutage mehr Probleme mit Lebensmittelverseuchung gibt als früher. Aber er zeigt, dass Aufsichtsbehörden Produkte genauer unter die Lupe nehmen und frühzeitig an die Öffentlichkeit gehen, um so den Druck zu erhöhen, Vorkommnisse um verunreinigte Lebensmittel so schnell wie möglich zu bewältigen, wenn sie auftreten.

Auf der anderen Seite erkunden immer mehr Hersteller, ob und wie es durch den Einsatz neuer Technologien möglich ist, eine Lieferkette transparenter zu gestalten. Eine Blockchain beispielweise kann ein sicheres und verlässliches Bestandsbuch sein, mit dem sich sowohl die Bewegungen von Lebensmitteln als auch deren Zutaten rückverfolgen lassen. Damit ließe sich ein großer Schritt machen, denn wenn ein Hersteller schnell und einfach sehen kann, woher die Waren stammen, kann er eventuell auftretende Probleme schneller beheben.

Doch Lebensmittelherstellung ist bei weitem kein einfacher Prozess. Die Zutaten werden von überall auf der Welt durch eine Vielzahl von Anbietern und Zwischenhändlern beschafft. Bis vor Kurzem war es nahezu unmöglich für Lebensmittelhersteller, eine klare Einsicht in ihre gesamte Lieferkette und den Ursprung der verwendeten Rohstoffe zu bekommen. Ein Umstand, der letztendlich auch die Fähigkeit erschwerte, den Ursprung von Verseuchungen ausfindig zu machen.

Durch die Einbeziehung von Blockchain-Technologie in das bestehende Lieferantenmanagement und in die gesamte Lieferkette, haben Lebensmittelhersteller jetzt das Potenzial, vertrauenswürdige Transaktionen mit ihren Lieferanten und Handelspartnern verlässlich durchzuführen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass alle Stadien eines Prozesses nachverfolgt und mit einem Genehmigungsstempel von Dritten verifiziert werden.

Eine andere Industrie, die die Nutzung von Blockchain-Technologie zur Lösung der Sendungsverfolgung bereits nutzt, ist die Logistik. Ähnlich wie bei der Lebensmittellieferkette, sind auch beim Versand von Produkten viele Parteien beteiligt – beispielsweise Verlader, Spediteure, Transportunternehmen, Fernfahrer und Zollbehörden – welche oftmals in komplexen, manuellen und papierbasierten Prozessen zusammenarbeiten müssen.

CargoSmart Limited, ein weltweiter Anbieter von Versand-Software-Lösungen und treibende Kraft hinter der Global Shipping Business Network (GSBN) Unternehmensgruppe, führt eine Initiative an, um eine Blockchain-Plattform aufzubauen, über die die beteiligten Organisationen mit einer einzelnen, unveränderbaren Version der Wahrheit über das Lieferdokumentationsmanagement versorgt werden. Das soll ihnen helfen, Frachtsendungen zu jedem Stadium ihrer Reise zu verfolgen, den Fortschritt zu kontrollieren und effizienter zusammenzuarbeiten. Die zu erwartende Beschleunigung der Durchlaufzeit von Dokumenten und die Möglichkeit, sofort zu handeln, wenn etwas Unerwünschtes oder Unerwartetes passiert, generieren weitere Vorteile.

Diese Art von Verantwortlichkeit und Verfolgbarkeit ist branchenübergreifend wichtig, wenn es um die Lebensmittelsicherheit geht, bei der sehr viel auf dem Spiel steht, wenn etwas schiefläuft. Daher hat das „Food Safety Consortium“ Blockchain-Technologie als eines der wertvollsten Tools für Hersteller eingeführt, um Lebensmittelsicherheit garantieren zu können.

Herkunftskontrollen von Rohstoffen und Fertigprodukten werden sich nur verstärken, wenn noch mehr Lebensmittelskandale aufgedeckt werden. Mithilfe der Blockchain-Technologie kann es gelingen, in diesen Fällen alle Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen. Sie kann dabei helfen, die Lebensmittelhersteller selbst zukunftssicher zu machen und größere Krisen zu vermeiden, sowie zusätzlich die Sicherheit der Kunden signifikant zu erhöhen.

 

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