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  • HCM
    July 20, 2021

Weshalb das Wohlbefinden für Mitarbeiter der beste Benefit ist

Autorin: Emily He, Senior Vice President HCM Marketing bei Oracle

Erinnern sich sich noch als die Antwort auf die die Frage „Was bietet ihr Unternehmen seinen Mitarbeitern?“ eine Auflistung toller Benefits wie Tischtennisplatten, Parkplätze oder kostenlose Verpflegung war? 

Ein modernes Büro mit Kaffeebar, kostenlosem Obst und einer Playstation im Gemeinschaftsraum war früher ein Weg für Unternehmen sich zu differenzieren und sich als Arbeitgeber attraktiv zu machen. Aber dienten diese trendigen Benefits nicht mehr der Selbstdarstellung als dem tatsächlichen Mehrwert – angetrieben von einem Wettkampf um Coolness?

Als die Pandemie zuschlug, brachte sie uns zurück auf den Boden der Tatsachen. Wir hatten keinen Zugang mehr zu diesen bürointernen Vergünstigungen - oder zum Büro im Allgemeinen. Alle Mitarbeiter waren gezwungen, sich auf das zu konzentrieren, was für uns und unser allgemeines Wohlbefinden am wichtigsten war. Die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft wurden zu einem echten Thema und zu einer Priorität.

Das Jahr 2020 brachte mit Covid-19 mehr Herausforderungen und Veränderungen, als sich jeder von uns hätte vorstellen können. Für viele war es das stressigste Jahr aller Zeiten, das sich negativ auf die psychische Gesundheit von 78 Prozent der weltweiten Belegschaft auswirkte. Was einst ein Tabuthema war, ist nun ein Mainstream-Diskurs geworden.

Das Stigma um die psychische Gesundheit wird endlich aufgebrochen. Prominente wie Meghan Markle, Demi Lovato und Michael Phelps setzen sich für Veränderungen im Bereich der psychischen Gesundheit ein, räumen der Selbstfürsorge Priorität ein und betonen den Wert des Wohlbefindens. Angesichts der Tatsache, dass so viele Menschen während der Pandemie mit einem erhöhten Maß an Ängsten zu kämpfen haben, ein Leben ohne Grenzen mit Fernarbeit und virtuellem Unterricht führen und viele damit ringen, sowohl berufliche als auch private Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen, kann jeder den Wunsch nach Hilfe nachvollziehen: Hilfe, um mit Ängsten umzugehen, um neue Arbeitsbelastungen zu bewältigen, um ihre Kinder und Familie zu unterstützen und um ein Gleichgewicht zu finden. Das sind die Themen, die den Menschen heute wirklich wichtig sind.

Und dieser Wandel ist keine kurzfristige Erscheinung. Ich glaube, dass die Pandemie unsere Ansichten dauerhaft verschoben hat und das Wohlbefinden der Mitarbeiter einen neuen Stellenwert. Wenn es also eine gute Sache gibt, die Covid-19 gebracht hat, dann war es diese Neusetzung der Prioritäten. Ich selbst habe die Zeit, die ich zu Hause mit meiner Familie verbringen konnte, sehr genossen. Wir waren in der Lage, zusammen zu sein und uns für Dinge wie die Aufzucht unserer Hühner, das Anlegen eines Gartens oder die gemeinsame Arbeit im Freien mehr Zeit zu nehmen. Und das ist etwas, das uns nicht verloren gehen wird, egal wie unser Alltag im „New Normal“ aussehen wird.

Während wir weiterhin Fortschritte bei der Verteilung von Impfstoffen sehen und Unternehmen Pläne für die Rückkehr an den Arbeitsplatz entwickeln, müssen wir akzeptieren, dass es keinen Weg zurück zur alten Normalität gibt. Bis zu 60 Prozent der Arbeitnehmer werden sich dafür entscheiden, zumindest zeitweise im Homeoffice zu arbeiten, wenn ihr Unternehmen dies zulässt. Die meisten Betriebe werden eine Art Hybridmodell einführen. Die Grundrisse in den Büros werden künftig ganz anders aussehen.

Nur weil die Büros wieder öffnen, heißt das nicht, dass wir die herkömmlichen Benefits so begeistert aufnehmen, wie wir es vor der Pandemie getan haben. Wir und unsere Mitarbeiter werden Unterstützung für Stressbewältigung, für Eltern sowie flexible Arbeitszeiten über eine gut gefüllte Snackbar, Tischkicker oder kostenloses Mittagessen stellen. Trotz der unterschiedlichen Arbeitszeiten im Büro und in der Ferne wird das Wohlbefinden der Mitarbeiter für alle höchste Priorität haben. Und nicht weniger als 76 Prozent der Arbeitnehmer weltweit sind der Meinung, dass ihr Unternehmen mehr für ihre psychische Gesundheit tun sollte. Es ist an der Zeit, dass Unternehmen neu definieren, was Mitarbeiter-Benefits für ihre Teams wirklich bedeuten, und Vergünstigungen anbieten, auf die es ankommt.

Wenn wir ins Büro zurückkehren und uns in der Zeit nach der Pandemie am Arbeitsplatz zurechtfinden, müssen Arbeitgeber einen Blick darauf werfen, welche Art Mitarbeitererfahrungen sie bieten. Die neuen Prioritäten der Mitarbeiter zu verstehen und anzusprechen, muss nicht in Form von massiven Ausgaben für Wellness oder durch hauseigenen Therapeuten geschehen - obwohl viele Mitarbeiter dies wahrscheinlich zu schätzen wüssten. Vielfach reicht schon die Bereitschaft für flexible Arbeitszeiten für berufstätige Eltern oder die Förderung von Auszeiten, sogenannten Sabbaticals.

Eine Sache, die ich mit meinen Teams angefangen habe, ist, jedes Telefonat mit ein paar Minuten Konversation zu beginnen, die nichts mit der Arbeit zu tun hat. Ich lege Wert darauf, sie zu fragen: "Wie geht es Dir?" oder "Wie läuft es zu Hause?" Das verschafft uns allen nicht nur eine mentale Pause von aufeinanderfolgenden Zoom-Meetings, sondern ermöglicht mir auch zu verstehen, wie ich mein Team am besten unterstützen und mit ihm in Beziehung treten kann.

Der Schlüssel liegt in der Bestandsaufnahme dessen, was Ihren Mitarbeitern am wichtigsten ist. Er liegt in der Identifizierung von Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten, die einen echten Mehrwert bieten, sowie in der entsprechenden Anpassung der Mitarbeitererfahrung. Zusätzlich zu Dingen wie der Kinderbetreuung kann Technologie auch die Belastungen der Arbeit aus der Ferne erleichtern. Digitale Assistenten etwa können schnelle Antworten auf Fragen geben, ad hoc Wellness-Ratschläge wie Tipps zum Umgang mit Ängsten liefern oder Kontakte vorschlagen, um bei Bedarf professionelle Hilfe zu erhalten. Mithilfe neuer Technologien wie künstliche Intelligenz können Unternehmen sogar Schritt-für-Schritt-Anleitungen erstellen, die die Mitarbeiter durch die erforderlichen Aufgaben führen, um das Wohlbefinden an ihrem individuellen Arbeitsplatz zu priorisieren. Tools und Services die die Unterstützung und Gemeinschaft in einer virtuellen Welt fördern, werden also einen größeren Unterschied machen als trendige Vergünstigungen.

Auch wenn viele Unternehmen bereits damit begonnen haben, einige dieser Wellness-Initiativen zu implementieren, muss die Praxis zeigen, wie wir den Fokus in einer Welt nach der Pandemie tatsächlich setzen. Oft beobachten wir ja eine Art „Vorreiterbewegung“. Ein gutes Beispiel war bislang immer das Silicon Valley: Als ein paar der "coolen Kids" anfingen, Tischtennisplatten hinzustellen, sind alle auf diesen Trend aufgesprungen. Im Moment sehen wir viele Experimente. Viele Unternehmen probieren aus und wollen herausfinden, wie unsere Zukunft aussehen wird. Sobald die Unternehmen ihre Strategien festigen, werden wir größere Veränderungen sehen. Wenn genügend Menschen dem Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter in dieser "neuen Normalität" Priorität einräumen, wird es vielleicht die nächste "coole" Sache. Das ist sicherlich nicht der falsche Weg.

Der ursprüngliche Beitrag erschien auf dem englischsprachigen Portal Inc.com.

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