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Wenn das Personalwesen seine Grenzen überschreitet.

Perry Timms
Chief Energy Officer (CEO), PTHR

Mitarbeiterdaten müssen mit höchster Achtsamkeit und Sorgfalt behandelt werden. Die entsprechende Gesetzgebung und die wachsende Sensibilisierung kann man als Hindernis bei der Anwerbung geeigneter Mitarbeiter betrachten. Das Personalwesen kann aber auch den eigenen Ansatz überdenken und nicht nur gesetzestreu handeln, sondern vielmehr die Chancen neuer Technologien für die Personalbeschaffung nutzen.

Daten und Informationen über potenzielle Mitarbeiter waren in den Anfangstagen des Internets eine freie und offene Ressource. Doch stärkerer legislativer Schutz und mehr Gesetze (beispielsweise die DSGVO), zusammen mit sensibilisierteren und informierteren Verbrauchern, Arbeitssuchenden und Medien, erschweren den Zugang zu solchen Informationen.

Gesetzestreu handeln

Das bedeutet für uns alle – doch insbesondere für diejenigen, die Fachleute in einem breit zugänglichen, offenen Markt rekrutieren und anwerben – eine ausgeprägtere Sorgfaltspflicht beim Suchen, Finden und Anwerben potenzieller Mitarbeiter für unser Unternehmen.

Und dennoch geben wir alle uns, unsere Daten und potenziell nützliche Erkenntnisse über uns noch immer bereitwillig an Orten preis, die durchsucht und verwendet werden können.

Wir sind nicht inkognito

Nach wie vor hinterlassen wir „Kondensstreifen“ aus Daten überall dort, wo wir Beiträge veröffentlichen, und drücken ein Verhalten aus, nach dem ein Arbeitgeber suchen könnte.

Mitgliedschaft in Gruppen, Interessengemeinschaften, Praxiskoalitionen, Lernkreisen, Beiträge in Medien-Blogs veröffentlichen und kommentieren, YouTube-Playlists erstellen und Informationen auf Scoop.It-Websites kuratieren.

Urteilsfähige Praktiker mit erhöhtem Interesse und Potenzial werden wahrscheinlich über diese noch immer sehr offenen Kanäle gefunden.

Ethische und ehrliche Methoden zum Knüpfen einer Verbindung

Personalvermittler aufgepasst: Es geht NICHT darum, Interesse vorzutäuschen, Communitys zweckzuentfremden und Benutzer mit ungebeten Beiträgen zu überschwemmen.

Die jüngste Zusammenarbeit von Oracle und LinkedIn bedeutet eine nahtlose Verbindung zwischen einem HR-Informationssystem und dem weltweit größten Berufsnetzwerk. Hier finden Sie potenzielle Mitarbeiter, weil sich Ihnen über ihre Gruppen, Communitys, Posts, Shares und Zugehörigkeiten eine informationsbasierte Sicht ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten bietet.

Sie beginnen von einer Position des Wissens. Die möglicherweise wegweisende Mitarbeiterin – die „genau die Richtige“ sein könnte – lernen Sie in einem Umfeld kennen, das durch fundierte Informationen, Neugier und Überzeugung geprägt ist. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie ein- und dieselbe Nachricht an alle sandten, die in einer Suchabfrage gefunden wurden.

Neue Technologien

Und da sprechen wir noch nicht von Blockchain und ihrem Versprechen, dezentralisierte, sichere und unbestreitbar genaue Informationen über uns zu liefern. Unsere Qualifikationen, beruflichen Akkreditierungen, veröffentlichten Beiträge und Artikel, evidenzbasierte Auswertung von Leistung und Referenzen könnten auf diese Weise validiert werden.

Wollen wir unsere von Blockchain validierten Informationen weitergeben, muss achtsam mit Schlüsseln, Zugängen und dem Teilen derartiger vertrauenswürdiger Daten umgegangen werden. Und ich fürchte, wir kennen die hierbei geltenden Prozesse nicht wirklich und sind daher – noch – nicht bereit für die Technologie.

Zusammenfassend

Es ist durch die Datengesetzgebung und eine sensibilisiertere Öffentlichkeit scheinbar schwerer geworden, Informationen über die perfekte personelle Ergänzung für das Unternehmen zu finden, zu beschaffen und einzusetzen. Doch die altbekannte Devise, dass man einen Menschen erst einmal kennenlernen muss und Hilfsmittel braucht, um mehr über ihn zu erfahren, könnte den Einstellungsprozess effektiver und menschlicher machen.

Beziehungen, die auf Erkenntnissen und Erfahrungen beruhen, könnten der entscheidende Faktor sein – zusammen mit hoch integren Informationen, die potenzielle neue Mitarbeiter uns preisgeben wollen.

Der cleverste Personalvermittler der Stadt setzt nicht unbedingt auf ein ganz neues Pferd, sondern auf alte und neue Techniken gleichermaßen.

Perry Timms

30. Januar 2019

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