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Vier entscheidende Änderungen, die jeder CFO gerade jetzt vornehmen sollte

Autor: Jochen Wießler, Vice President ERPM, Oracle Germany



Die vergangenen Wochen und Monate waren für die meisten Chief Financial Officer (CFO) wahrscheinlich die größte Herausforderung in ihrer bisherigen Laufbahn. Fast ohne Vorwarnung mussten Millionen von Unternehmen – völlig unabhängig von ihrer Größe – ihre gewohnte Arbeitsweise auf enorme Unwägbarkeiten abstimmen, mit denen sie sich plötzlich konfrontiert sahen.

In dieser von Widrigkeiten geprägten Situation wurde eins mehr als deutlich: Ab jetzt müssen CFOs in ihren Unternehmen verstärkt die Rolle der Verwalter der Zukunft einnehmen. Wo globale Unsicherheit und die prüfenden Blicke von Chief Executive Officer (CEO), Vorstand, Investoren, Mitarbeitern und Kunden zusammenkommen, ist jeder einzelne Schritt entscheidend. Angesichts dieser Herausforderungen und der schwierigen Entscheidungen, die es zu treffen gilt, steht der CFO im Zentrum einer sich schnell verändernden Wirtschaft.
 

Die wichtigsten Herausforderungen

Es gibt vier Bereiche, in denen der CFO künftig eine Schlüsselrolle spielt: Management des Cashflows, Investitionen in die Supply Chain, enge Zusammenarbeit mit der Personalabteilung und Konzentration auf die Kunden. Wir möchten analysieren, wie CFOs diese Herausforderungen frontal angehen können, um wichtige Veränderungen dort vorzunehmen, wo es nötig ist, und das Unternehmen selbstbewusst durch die Krise zu steuern.

Die unmittelbarste Herausforderung ist das Management des Cashflows. Viele Unternehmen waren bislang zwar von Natur aus profitabel, hatten jedoch Schwierigkeiten über die Runden zu kommen, da das Betriebskapital nicht dafür ausreichte, zahlungsfähig zu bleiben. Dieser Mangel an ökonomischer Resilienz erfordert zwar kurzfristige Kürzungen, aber zugleich profitiert das Unternehmen auch von intelligenten Entscheidungen, die es langfristig gesund halten.

Der nächste Schwerpunktbereich ist die Lieferkette. Jahrzehntelang war hier „Lean“ das Zauberwort. Aber schlanke Just-in-time-Lieferketten haben sich angesichts der globalen Krise zuletzt überaus schwergetan. Damit Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur kommen und vorausschauend planen können, sind hohe Ausgaben erforderlich. Sie dienen dazu sicherzustellen, dass die Lieferketten zukünftig robust und widerstandsfähig sind und eben nicht schlank.

Kostensenkungen sind eine Seite der Medaille – der Fortbestand des Unternehmens die andere. Deshalb ist es essenziell, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beidem zu finden, damit das Unternehmen weiterhin effektiv operiert. Besonderes Augenmerk sollte den eigenen Talenten zukommen, die das größte Kapital und zugleich einen der größten Kostenpunkte darstellen. Um diesen schmalen Grat zu meistern, sollte der CFO enger denn je mit der Personalabteilung zusammenarbeiten. Gemeinsam können sie Unternehmensdaten analysieren und erkennen, wo Kompetenzen und Ressourcen aktuell am meisten gefordert sind, und gleichzeitig für die Zukunft planen.

Ein Beispiel für diese Umsetzung ist FedEx. Das weltweit operierende Kurier- und Logistikunternehmen ist bekannt dafür, dass es mit Hilfe technischer Innovationen nicht nur die Zustellung von Paketen, sondern auch die Informationen, die die Kunden über dieses Paket haben, ständig verbessert. FedEx wollte denselben Innovationsgeist auf die Erfahrungen der Mitarbeiter im Back-Office anwenden, insbesondere auf die Finanz- und Lieferkettenfunktionen. Dieser Wandel erforderte nicht nur eine Integration effizienter Technologien und Taktiken, sondern auch eine groß angelegte Umstellung auf Cloud-Anwendungen. Mit Erfolg: Durch den Einsatz moderner Analysetools kann das Unternehmen heute schnell auf Veränderungen reagieren. Mehr als 3.000 Mitarbeiter nutzen heute Oracle Analytics Cloud für datengesteuerte Entscheidungsfindung sowie für den Zugriff auf KI, maschinelles Lernen und Service-Automatisierung. Im digitalen Betrieb hat FedEx den manuellen Aufwand erheblich reduziert und die Geschwindigkeit der Code-Bereitstellung erhöht. Dank der digitalen Transformation und der Nutzung von Oracle Cloud-Anwendungen, Infrastruktur und Plattformfunktionen ist FedEx jetzt zwei Mal schneller auf dem Markt.
 

Adé, Status quo!

Menschen mehr in den Fokus zu rücken, ist zunehmend wichtig. Jedoch nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter, sondern auch mit Blick auf Kunden. Ein gutes Kundenerlebnis zu liefern, ist eine Sache. Aber gerade jetzt, wo CFOs näher als je zuvor an Kunden und auch an Lieferanten herankommen, können sie ihre Qualitäten als Partner und Teamplayer einsetzen. Indem sie ihre Ansprüche mit denen der Kunden in Einklang bringen, beweisen sie, dass die Kunden ihnen vertrauen können, wenn allgemeine Unsicherheit herrscht, jetzt und in Zukunft.

Der CFO ist nicht nur für den „Geldbeutel“ verantwortlich und dafür, die Geschäftszahlen wieder zu verbessern. Längst erfordert seine Funktion als gewissenhafter Manager mehr, als nur den Status quo aufrechtzuerhalten. Es geht auch darum, entschlossen zu sein, Veränderungen dort voranzutreiben, wo sie am wichtigsten sind. Sie müssen dem CEO und Vorstand neue Maßstäbe vermitteln sowie Impulse geben. Dazu gehört auch ein Wandel in der Führungskultur und ein Gespür dafür, wie sich das Unternehmen wieder erholen kann und was es braucht, um voranzukommen. All das erfordert Belastbarkeit, langfristiges Denken und Einfühlungsvermögen.

Unternehmen, denen die Entschlossenheit fehlt, den Fokus vom Shareholder auf den Stakeholder zu verschieben, werden kaum ihre Ziele erreichen: den Kunden die gewünschte Leistung zu liefern, die Rentabilität zu erhalten und erfolgreich zu sein. Derweil haben Unternehmen, die ihre Messlatte jetzt hochlegen und langfristig Erfolg haben, eins gemeinsam: CFOs, die das Gesicht des Wandels sind und sich im wahrsten Sinne des Wortes als Führungskräfte behaupten.

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