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So lässt sich die Natur in einen Datenpunkt verwandeln

Autor: Michael Bednar-Brandt, Head of Business Innovation EMEA bei Oracle

Vom Datenmeer zum Datenmehr: Meteorologische Daten wie Windgeschwindigkeit oder Wellenhöhe lassen sich mithilfe smarter Sensor-, Cloud- und Analysetechnologie für wertvolle Einblicke und innovative Geschäftsoptionen nutzen

Egal, welche smarten Innovationen und manchmal auch Gimmicks unser Arbeits- und Privatleben aktuell bestimmen: Trotz vieler Errungenschaften werden unsere wichtigsten Entscheidungen noch immer vom Klima und unserem natürlichen Umfeld beeinflusst. Kaum gibt es den ersten Herbststurm, erinnern wir uns, wie sehr  Umwelt, Natur und Wetter unser Leben bestimmen. Würde es nicht Sinn machen, Daten und innovative Auswertungsmethoden diesbezüglich noch durchdachter zu nutzen?

Daten sind der Innovationsmotor schlechthin, und wir werden immer besser, sie mithilfe analytischer Tools in wertvolle und präzise Erkenntnisse zu verwandeln. Doch obwohl die wachsende Menge an Daten allein kein Garant für Qualität ist: Je mehr Daten vorliegen und je mehr Daten innerhalb einer begrenzten Zeit effizient analysiert werden können, umso tiefer wird das Verständnis für eine geschäftliche Herausforderung oder neue Umsatzoption. Je mehr fundierte Einblicke sich gewinnen lassen, umso erfolgreicher können Unternehmen, Organisationen, Sportler oder Wissenschaftler agieren.

 Die Natur und ihre spezifischen Herausforderungen werden in diesem Zusammenhang noch viel zu häufig als unüberwindbare Grenze angesehen. Die Auswertung meteorologischer Daten wie Luftdruck, Niederschlag, Windgeschwindigkeit wird noch immer nicht umfassend genug genutzt. Selbst in der Handelsschifffahrt wird der Analyse von Daten viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt – vor allem wenn man bedenkt, dass den Akteuren in diesem Umfeld ein wahrhaftiges Meer von Daten zur Verfügung steht. Hier lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die für die unterschiedlichsten Einsatzfelder und Branchen von Bedeutung sein können.

SailGP: Daten geben Rückenwind

Das bekannte Segelrennen SailGP dient in diesem Zusammenhang als eine Art Lehrstunde für andere in der Nutzung von Daten und Analysen. Im Verlauf dieses Rennens traten die Teams 2019 in identischen Katamaranen, die mit Tausenden von Sensoren ausgestattet waren, gegeneinander an. Die gesammelten Daten wurden anschließend zur Analyse in die Cloud hochgeladen, bevor sie an die Teamchefs weitergegeben wurden. Die Teilnehmer erhielten so einen noch nie dagewesenen Einblick in Aspekte wie Windgeschwindigkeit und Wellenhöhe und konnten ihre Taktik und Route entsprechend anpassen, um schnellste Geschwindigkeiten zu erreichen.

Ist es nicht faszinierend, wie eine derartige Datenanalyse auch die kommerzielle Schifffahrt verändern könnte? Treibstoffkosten machen aktuell zwischen 50 und 60 Prozent der Gesamtbetriebskosten aus. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt wenn es um die vielfach diskutierten Emissionen geht. Auch Produktpreise und Transportgebühren sind betroffen, da Reedereien über sie versuchen, ihre Kosten zu decken. Dies ist eine enorme Verschwendung wertvoller Ressourcen, vor allem wenn man bedenkt, dass Containerschiffe ständig zwei der bedeutendsten erneuerbaren Energien ausgesetzt sind: Wind und Wasserkraft. 

Natürlich stellen Wellen im Schiffsumfeld auch eine große Herausforderung dar. Die Reibung, auf die ein Containerschiff stößt, ist eine der Hauptursachen für die hohen Treibstoffkosten. Aus Zeit- und Kostengründen sollten Kapitäne deshalb einen Kurs mit dem geringsten Wellenwiderstand einschlagen, sofern er nicht zu weit von ihrer Fahrrinne abweicht.

Hinzukommt die Frage des Windes. Da es so gut wie unmöglich ist, immer im Einklang mit dem vorherrschenden Wind zu reisen, könnten Schiffe von speziellen einziehbaren Segeln profitieren, die je nach Bedarf zum Einsatz kommen. Die Besatzung muss hierbei genau wissen, wann der Wind zu ihren Gunsten steht und wie die Segel angewinkelt werden sollten, um die Vorteile zu nutzen. Datenanalyse hilft, sowohl den optimalen Weg durch die Wellen zu finden als auch den Einsatz der Segel zu bestimmen, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Sind zudem Sensoren in den Außenrumpf des Schiffes eingebettet, könnten Daten über die Wellenhöhe an andere Schiffe auf der Route übertragen werden. Dieser kooperative Ansatz für den Datenaustausch würde es Kapitänen ermöglichen, raue Gewässer zu erkennen und zu meiden.

Ebenso würden Sensoren für Windgeschwindigkeit und -richtung anzeigen, wann und wie die Segel des Schiffes ideal positioniert werden sollten. Es ist sogar möglich, eine Anwendung zu entwickeln, die das Segel als Antwort auf die von den Sensoren gesammelten Informationen automatisch ausrichtet.

Hört sich das nach Zukunftsmusik für Sie an? Oder denken Sie: Ja, aber die Schifffahrt ist schon ein sehr spezielles Einsatzgebiet? Nein, denn diese Art der Datenanalyse ist nur ein Beispiel, wie Unternehmen Streaming-Daten zur Steuerung ihrer Entscheidungen nutzen können. Ein weiteres Beispiel bietet das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung: Hier verwenden Wissenschaftler Echtzeitdaten, die von 50.000 angeschlossenen Sensoren in der sogenannten Large Hadron Collider-Anlage gesammelt werden, um die Leistung zu messen, die Betriebszeit sicherzustellen und die bei der Entscheidung helfen, in welche Bereiche investiert werden sollte.

Der Vorteil moderner Technologien

Die Welt um uns herum in einen Datenpunkt zu verwandeln, stellt natürlich keine leichte Aufgabe dar. Die immense Menge an Daten, die das Meer allein produzieren könnte, ist verblüffend. Eine derart große und komplexe Aufgabe erfordert für die IT einen Cloud-basierten, automatisierten Ansatz für die Datenerfassung, -verwaltung und -analyse. Nur so lassen sich Einblicke in der Geschwindigkeit gewinnen, die Unternehmen benötigen, um flexibel, wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben. Technologien wie autonome Datenbanken, Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) ermöglichen es Unternehmen, Erkenntnisse und manuelle Aufgaben zu automatisieren und gleichzeitig Kosten und Risiken zu senken. Sie unterstützen Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen, so dass sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können – Unternehmenswachstum und Innovation.

 

 

 

 

 

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