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Mensch und Maschine, ein Dualismus wie Yin und Yang

Autor: Ulf Köster, ERP Business Solution Director, Oracle EMEA

Statt KI und Maschinen als Bedrohung zu sehen, die den Arbeitsplatz gefährden, sollten Unternehmen vermehrt auf einen offenen Umgang mit neuen Technologien setzen und die Vorteile strategisch nutzen

Seitdem sich künstliche Intelligenz (KI) vom viel diskutierten Hype zum vermehrt genutzten und greifbaren Geschäfts-Asset gewandelt hat, sind die Ängste der Mitarbeiter gewachsen. Ein häufiges Argument gegen die KI-Technologie ist, dass sie Angestellten ihren Arbeitsplatz wegnehmen könnte.

Eine aktuelle Studie, die Oracle zusammen mit der Otto Beisheim School of Management durchgeführt hat, zeigt jetzt, dass fast ein Viertel der Mitarbeiter weltweit Sorgen diesbezüglich hat. Diese Ängste fußen jedoch auf der Annahme, dass Mensch und Maschine per se einen Gegensatz darstellen, dass das eine das andere ausschließt. Doch wie wäre es, beides harmonisch miteinander zu kombinieren? Was würde geschehen, wenn es nicht länger Mensch versus Maschine, sondern Mensch mit Maschine heißen würde?  So wie wir Licht und Dunkelheit, Feuer und Wasser, heiß und kalt brauchen, gibt es zahlreiche Beweise, dass Unternehmen sowohl Menschen als auch KI brauchen, um im Wettbewerb mithalten zu können und erfolgreich zu sein. Alte chinesische Sprichwörter deuten an, dass zwei gegensätzliche Kräfte durch eine Magie miteinander verbunden sind, die im Zusammenspiel ein Gleichgewicht schafft, das zum Überleben notwendig ist. Anstatt also auf die unvereinbare Differenz von Mensch und Maschine zu pochen, sollten vermehrt die Möglichkeiten und das Potenzial in den Fokus rücken: Mensch und Maschine, ein Paar wie Yin und Yang.

Strategien sowie Technologien anpassen und Erfolge einfahren

Unternehmen mussten noch nie flexibler sein, um schnell auf veränderte Anforderungen vonseiten der Verbraucher, der Wirtschaft und der Gesellschaft reagieren zu können. Die Erwartungen der Kunden und Anwender ändern sich stetig. Daher ist es essentiell, so agil wie möglich zu sein, um den von ihnen gewünschten Service und die geforderte Unterstützung zu bieten. In diesem neuen Markt- und Wettbewerbsumfeld sehen wir, dass verschiedene Fähigkeiten zum Tragen kommen. Da sich die Rollen der Mitarbeiter weiterentwickeln und verändern, benötigen Unternehmen Technologien, um immer flexiblere Arbeitsweisen zu ermöglichen. Und hier sollte die KI ins Spiel kommen: Sie ergänzt und fördert menschliche Fähigkeiten, ersetzt sie aber nicht.

Von Finanz- und Personalabteilung bis zu Marketing, Vertrieb und Lieferkette unterstützt KI die Neugestaltung traditioneller Rollen, Teams und Abteilungen. Künstliche Intelligenz kann die Entscheidungsfindung verbessern. Sie kann Prozesse beschleunigen und damit die Effizienz steigern. Da sie sich um die routinemäßigen Aspekte jeder Aufgabe kümmert, ermöglicht sie es Geschäftsanwendern darüber hinaus, ihre Zeit, Energie und ihr Engagement auf Aktivitäten zu konzentrieren, bei denen Menschen im Vorteil sind, beispielsweise Kreativität, Problemlösung und Einfallsreichtum. Jedes Unternehmen speichert Unmengen an Daten in seinen Systemen, die sorgfältig analysiert werden müssen, um sowohl die bestmöglichen Erkenntnisse zu erhalten als auch strenge Vorschriften einzuhalten. Und gerade hier sind KI-Lösungen nicht nur schneller, sondern auch zuverlässiger als der Mensch.

Die perfekte Balance finden

Das Grundprinzip von Yin und Yang ist, dass alle Dinge als untrennbare Gegensätze existieren. Und das gilt auch in diesem Zusammenhang: KI ist das Yang zum menschlichen Yin. Sie eignet sich ideal für repetitive, niederschwellige Aufgaben und Analysen, während es den Menschen freisteht, das Beste aus dem Yin zu machen. Sie können sich auf ihre Talente, auf die kreativere, menschlichere Seite des Jobs konzentrieren und so Unternehmen helfen, wirklich innovativ zu sein und sich vom Wettbewerb zu unterscheiden.

Mitarbeiter müssen nicht fürchten, dass KI ihren Arbeitsplatz wegnimmt. In vielen Fällen trägt sie sogar dazu bei, weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Eine gutes Praxisbeispiel ist diesbezüglich das in Wisconsin ansässige Produktionsunternehmen Industries for the Blind and Visually Impaired (IBVI), das – wie der Name schon sagt – Blinde und Sehbehinderte beschäftigt. Für dieses Unternehmen bedeutet Erfolg, mehr sehbehinderte Menschen einstellen zu können. Die IBVI wollte eine einfach zugängliche Suite von Geschäftsanwendungen mit modernen maschinellen Lernfunktionen nutzen, benötigte aber eine Lösung, die Mitarbeiter unterstützt, statt ihre Arbeit zu machen. Mit Oracle Cloud Applications konnte das Unternehmen über Sprachschnittstellen neue Arbeitsplätze in Geschäftsbereichen schaffen, die früher Mitarbeitern ohne Sehbeeinträchtigung vorbehalten waren. So hat die Einführung der Oracle ERP-Cloud dem Finanzteam beispielsweise neue Stellenangebote eröffnet und die Oracle CX-Cloud neue Jobs im Kundenservice geschaffen. Anstatt in diesen neuen Rollen blinde mit sehenden Mitarbeitern als Team zusammenzuführen, ermöglicht die Oracle-Technologie nun blinden Mitarbeitern, Aufgaben selbstständig über die Sprachschnittstelle auszuführen. Diese zusätzliche Produktivität hat dem Unternehmen geholfen, noch mehr Arbeitsplätze für Blinde und Sehbehinderte zu schaffen.

Das System wird sich nur dann verbessern, wenn mehr KI in die Anwendung integriert wird. Oracle Cloud Applications helfen mit ihren intelligenten und leicht zugänglichen Anwendungen, Barrieren zu beseitigen und neue Karrieremöglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte zu schaffen.

KI als Enabler für nachhaltigen Erfolg

Es zeigt sich: KI ist viel mehr als ein kurzzeitig gehypter Trend. Immer mehr Unternehmen und ihre Mitarbeiter erkennen, dass ihnen auf künstlicher Intelligenz basierende Technologien viel Arbeit abnehmen und Prozesse effizienter gestalten. Letztere müssen diesbezüglich nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten, sondern sollten die Gelegenheit nutzen, sich weiterzubilden und so zu helfen, das Beste aus den Technologien herauszuholen. Angesichts der Tatsache, dass nur zehn Prozent der Unternehmen glauben, dass ihr Finanzpersonal aktuell über die Fähigkeiten verfügt, KI-Technologien wirklich effizient zu nutzen, steht viel auf dem Spiel. Wer aber auf ein harmonisches und gut durchdachtes Zusammenspiel von KI und Menschen setzt, kann von einem Dualismus wie Yin und Yang profitieren, um Aufgaben nicht nur effektiv, sondern auch produktiv zu erledigen. Anstatt KI und Maschinen also als Feind zu sehen, sollten sie als Enabler für den gemeinsamen und nachhaltigen Erfolg betrachtet werden.

 

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