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Warum die Integration von Personal- und Finanzabteilung der Schlüssel für eine intelligentere Mitarbeitergewinnung ist

Autor: Dirk Thomas Wagner, Sales Development ERP Cloud, @dtwgermany

Die britische Behörde MHRA (Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency) hat bei der Suche nach Fachkräften neuen Ansatz bei den Personalkennzahlen verfolgt.

Vielleicht denken Sie gerade: „Gab es denn keinen deutschen Präzedenzfall?“ Ein britischer Kunde und dann auch noch eine Behörde. Hat das etwas mit uns zu tun? Nun, es ist nicht leicht, Fachkräfte für den öffentlichen Sektor zu gewinnen, und noch schwerer, die talentierten Mitarbeiter zu binden. Dies ist eine der größten Herausforderungen, die die MHRA (Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency), welche Arzneimittel und Medizinprodukte in Großbritannien kontrolliert, zu bewältigen hat.

Wie kann eine Behörde die besten Talente ansprechen, wenn gleichzeitig große Pharmaunternehmen wie GlaxoSmithKline oder Merck um ihre Aufmerksamkeit wetteifern und oft sogar mehr bezahlen? Eine Herausforderung, vor der nicht nur der öffentliche Dienst in Deutschland steht.

Es gab keine einfache Antwort auf diese Frage, aber die MHRA musste ihren Ansatz bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter grundlegend neu überdenken. So formulierte es auch Chief Operating Officer Jon Fundrey bei der letzten Veranstaltung von Oracle: „Wir wussten, dass wir einfach einige verschiedene Ansätze ausprobieren mussten."

Die MHRA begann, von kostspieligen Suchen und klassischen Stellenanzeigen abzurücken und sich stattdessen mehr auf LinkedIn, Social Media und Mitarbeiterempfehlungen zu verlassen. Dies führte zu geringeren Personalbeschaffungskosten und einer höheren Erfolgsrate bei der Rekrutierung.

Fundrey hatte vor allem verstanden, dass die HR-Schlüsselkennzahlen, die die MHRA zuvor verwendete, begrenzt, rückwärtsgewandt und umständlich zu erstellen waren. Beispielsweise hatte sich die Behörde zuvor darauf konzentriert, die zur Besetzung von Stellen erforderliche Durchschnittszeit zu reduzieren. Dieser Ansatz schließt jedoch das Risiko ein, dass Personalbeschaffungsteams übereilte und nicht die besten Einstellungsentscheidungen treffen. Ein weitaus besserer Ansatz ist es, diese Kennzahlen neben der Mitarbeiterperformance und Ausfallraten im ersten Jahr zu betrachten. In Kombination vermitteln sie HR-Teams ein vollständigeres Bild ihrer idealen Kandidaten und was dazu nötig ist, sie zu gewinnen und zu halten.

In Zusammenarbeit mit seinen Personal- und Finanzabteilungsleitern bemüht sich Fundrey nun, ein internes Kompetenzzentrum aufzubauen, mit dem Ziel, relevantere Mitarbeiterkennzahlen zu entwickeln. Dazu gehört, die HR- und ERP-Systeme der MHRA auf einer einheitlichen Cloud-Plattform zusammenzubringen. Der Austausch von Daten und Wissen zwischen Personal- und Finanzabteilung ist entscheidend, um einen umfassenden Überblick über die Talente zu entwickeln und aufschlussreichere Verbindungen zwischen der Mitarbeiterperformance und dem finanziellem Erfolg herzustellen.

Diese integrierte Sicht der Personal- und Finanzabteilung unterstützt die MHRA auch dabei, die Vorgehensweise bei der Mitarbeiterplanung zu verbessern. Da die Brexit-Verhandlungen eine große Verunsicherung in Bezug auf die zukünftige Arzneimittelversorgung hervorgerufen haben, muss die Behörde für alle Eventualitäten gerüstet sein. Die Fähigkeit, Daten der Personal- und Finanzabteilung zu nutzen, um verschiedene Szenarien gestalten und planen zu können, wird dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Je mehr Daten ein Unternehmen sammelt, umso mehr Möglichkeiten gibt es, Trends zu erkennen, die bei der Verbesserung seiner Arbeitsweise nützlich sind. Die MHRA plant, Daten von Mitarbeiterumfragen, ERP- und Business-Intelligence-Plattformen sowie des Personalbeschaffungssystems zu sammeln, um Zusammenhänge zu erkennen, die bei der Talentakquise und -bindung hilfreich sind. 

Die MHRA wird sich auch auf den Aufbau ihrer wertvollsten Ressource bei der Mitarbeitersuche konzentrieren – ihre vorhandenen Mitarbeiter. Empfehlungen sind bei der Suche nach neuen Mitarbeitern mit geeignetem kulturellen Hintergrund von großer Bedeutung. Deshalb ist es für Unternehmen nur selbstverständlich, Kennzahlen festzulegen, die die Neueinstellungen innerhalb der eigenen Reihen fördern.

Die Verbindungen zwischen Mitarbeiterengagement und -bindung oder zwischen Einstellungsstrategien und Personalabgängen sind keineswegs unbedeutend, aber bekanntermaßen schwierig zu erklären. Viele Unternehmen suchen noch immer an den falschen Orten nach Antworten. Der einzige Weg, diese Zusammenhänge zu verstehen, besteht darin, sie in ihre Bestandteile zu zerlegen.

Sokrates hat schon vor etwa 2.500 Jahren die grundlegende Bedeutung der Selbsterkenntnis verstanden. Und so benötigen auch Unternehmen eine klare Vorstellung davon, wann Mitarbeiter bereit sind, für ein Unternehmen zu arbeiten, hohe Leistungen zu erbringen und dabei engagiert zu bleiben. Nur so können sie künftig die richtigen Mitarbeiter finden und diese dauerhaft an sich binden.

 

 

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