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Industrie 4.0 – was und wo sind die Hindernisse?

Autor: Tobias Staehle, Sales Director SCM & PLM, Oracle Deutschland

Industrie 4.0 wird als das neue Zeitalter der Fertigung gepriesen. Mit innovativen Technologien wie KI, Big Data, Cloud und Robotik soll die vernetzte Produktion Kosten sparen, die Effizienz steigern und die Komplexität reduzieren. Wie eine aktuelle Studie von Oracle zeigt, hat bereits eine überwältigende Zahl von produzierenden Unternehmen irgendeine Form von Industrie 4.0-Technologie implementiert. Sicher müssen sie doch schon unzählige Erfolge ernten, oder?

Offensichtlich nicht. Weniger als ein Fünftel der Fertigungsunternehmen gibt an, dass sich ihre Industrie 4.0-Anwendungen wirklich auf ihr Geschäft ausgewirkt haben. Es muss also noch deutlich mehr getan werden, damit sich die Investitionen auch auszahlen. Ja, wir denken, dass es nötig ist, die gesamte Wertschöpfungskette digital zu verbinden. Aber unsere Umfrage bringt noch eine Reihe von anderen Hindernissen ans Licht.

Insgesamt liegen die Blockaden für Industrie 4.0 vor allem darin, die richtigen Leute zu finden und das Geld für Investitionen aufzutreiben. So geben 69 Prozent der Befragten an, dass die Kosten für die Technologie zu hoch seien. 63 Prozent sagen, dass ihnen die Qualifikationen fehlen und weitere 63 Prozent, dass ihre Mitarbeiter den neuen Arbeitsmethoden zögerlich gegenüberstehen. Zwischen den verschiedenen Ländern gibt es jedoch Unterschiede, die es sich anzusehen lohnt.

In Deutschland spielen vor allem Bedenken hinsichtlich fehlender Qualifikationen eine große Rolle, was stark auf das sozioökonomische Klima im Land zurückzuführen ist. Nicht nur gibt ein Großteil der deutschen Fertigungsunternehmen an, dass ihnen das Fachwissen fehlt, um ihre Industrie 4.0-Investitionen zum Erfolg zu führen. Auch ihre Mitarbeiter nehmen die neuen Arbeitsmethoden nur widerwillig an. Die Ergebnisse passen zu dem, was viele Kommentatoren beobachten: Veranlasst durch den deutschen Wirtschaftsboom investieren zwar etliche deutsche Unternehmen in die neuesten technologischen Entwicklungen. Aber sie haben nicht genug IT- oder Softwarespezialisten, um das Beste aus ihren Innovationen herauszuholen. Jüngsten Zahlen zufolge haben 60 Prozent aller deutschen Unternehmen mindestens eine offene Stelle für einen IT-Experten. Die Fertigungsindustrie ist hier keine Ausnahme.

Interessanterweise sind in Frankreich und Großbritannien die Kosten ein größeres Problem - sowohl für diejenigen, die nicht investierten, als auch für diejenigen, die es tun. Als Motivation für Industrie 4.0 geben mehr als die Hälfte (56 Prozent) der französischen Produktionsunternehmen an, dass sie mit den steigenden Kosten rund um den Betrieb ihrer Organisation fertig werden möchten. Und was ist mit denjenigen, die derzeit nicht in Industrie 4.0-Technologien investieren? 69 Prozent sagen, dass sie warten wollen, bis die wirtschaftliche Unsicherheit sich gelegt hat. 71 Prozent der britischen Fertigungsunternehmen nennen hohe Kosten als Grund dafür, warum sie nicht investieren. Dagegen wollen nur 35 Prozent der deutschen Befragten Industrie 4.0-Technologien einsetzen, um Produktionskosten zu senken. Vermutlich ist dies auf die stärkere deutsche Wirtschaft zurückzuführen.

Fertigungsunternehmen haben also eindeutig noch einen weiten Weg vor sich, bis sie die echten Erfolge ihrer Industrie 4.0-Investitionen ernten werden. Wie sie dabei vorgehen, wird von Branche zu Branche und von Land zu Land verschieden sein. Die Betriebe streben nach mehr Effizienz, um Kosten zu senken und die Komplexität der Lieferkette besser zu managen. Um jedoch echte Geschäftstransformationen in Gang zu bringen, müssen sie größer denken.

Ja, das bedeutet, Systeme zu integrieren, um durch die bessere Nutzung von Kundendaten einen digitalen roten Faden innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu ziehen. Aber es bedeutet auch, Mitarbeiter dabei zu unterstützen, neue Technologie-Skills zu entwickeln. Auch bei Führungskräften muss ein Umdenken stattfinden. Da erhebliche Kosteneinsparungen zu den Hauptvorteilen von Industrie 4.0 zählen, müssen leitende Mitarbeiter lernen, jetzt Investitionen zu tätigen, die sich langfristig groß auszahlen. Dafür müssen produzierende Unternehmen überdenken, wie sie arbeiten – sowohl was die Mitarbeiterqualifizierung anbelangt als auch auf höherer Ebene.

Mehr Informationen über Industrie 4.0-Technologien und wie Hersteller sie gewinnbringend einsetzen können, finden Sie hier: https://www.oracle.com/de/applications/manufacturing.html

Wie Fertigungsunternehmen von der digitalen Transformation profitieren können, zeigt die Zumtobel Group: https://www.oracle.com/at/customers/zumtobel-1-marketing-cl-de.html

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