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Industrie 4.0 sorgt für beschleunigte Innovationen

Selten haben Innovationen in derart beispiellosem Tempo für Veränderungen gesorgt. Sich schnell wandelnde Technologien verändern Märkte. Unternehmen engagieren sich in Märkten, die sie bislang nicht beachtet haben. Wer sich der disruptiven Grundstimmung entzieht und sich nicht auf den Wandel vorbereitet, dem steht eine düstere Zukunft bevor. Die Datenlage, auf der Entscheidungen basieren, war noch nie so gut. Durch Ansätze wie Industrie 4.0 bieten sich weitere Möglichkeiten, die Unternehmensplanung exakt und vorausschauend wie nie zu gestalten.

Autor: John Barcus, Vice President Manufacturing Industries, Oracle 

Mit Strategien wie Industrie 4.0 wird die Vernetzung auf eine ganz neue Stufe gehoben. Die Automatisierung gewinnt in Unternehmen immer mehr an Bedeutung. ERP-Systeme unterstützen dabei schon seit geraumer Zeit den Alltag. Mit dem Aufkommen des Internet der Dinge (IoT) und der zunehmenden Vernetzung von ERP-Systemen mit IoT-fähigen Geräten gewinnen die Ideen der automatisierten Ressourcenplanung, der vorausschauenden Wartung und des automatisierten Service an Fahrt.

Doch auch durch die sogenannte Hyper-Konnektivität sind ERP-Lösungen in vernetzten Industriebetrieben kein Allheilmittel. Noch immer gibt es zu viele Lücken zwischen Fachabteilungen, noch immer sorgen Datensilos für Inkonsistenz. Daraus können Probleme entstehen, wenn beispielsweise Schwierigkeiten im Produktionsprozess zu spät erkannt werden oder es zu lange dauert, ehe sie behoben sind. Die Konsequenz sind negative Auswirkungen auf Qualität und Kosten. Datensilos führen auch dazu, dass Kundenprobleme nicht behoben werden können, weil sie an den „richtigen Stellen“ gar nicht bekannt sind oder verstanden wurden. Die Verbesserung der digitalen Konnektivität ist daher sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens ein entscheidender Punkt für einen Hersteller, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Direkter Kundeneinblick

Durch Social Monitoring ist es beispielsweise möglich, in Echtzeit zu erfahren, was die Kunden denken und wie sie auf Produkte und Dienstleistungen reagieren. Diese Informationen werden seit einiger Zeit auch verwendet, um die Kundenzufriedenheit zu verbessern oder spezifische Kundenprobleme zu lösen – insbesondere im Gastgewerbe. Viele Hersteller der produzierenden Industrie sind noch auf dem Weg, dieses Fenster zur Stimmung der Kunden für technische oder innovative Updates zu nutzen. Das liegt zum Teil daran, dass die Auswirkungen möglicherweise nicht mit denen im Dienstleistungsgewerbe zu vergleichen sind und die Prävalenz von sozialem Feedback auf B2B-Geschäftsinteraktion immer noch nicht als gleichwertig erscheint. Dies wird sich zukünftig ändern, da zunehmend die Generation der Millennials in die Unternehmen kommt. Für diese ist es normal über soziale Netzwerke Bewertungen auch im B2B-Umfeld abzugeben. Und dies wird auch die Reputation beeinflussen.

Rückrufaktionen und Garantiekosten sind beispielsweise für Automobilhersteller ein großes Problem. Im Jahr 2016 wurden in den USA 53,1 Millionen Kraftfahrzeuge zurückgerufen, was für die Automobilhersteller die Zahlung von 11,8 Milliarden Dollar an Forderungen nach sich zog. Bei diesen Kosten unberücksichtigt sind der Verlust von Ansehen oder Umsatz, die einen weit größeren Einfluss auf ihr Geschäft haben können.

IoT-basiertes Feedback

Gegenwärtig – und auch in den nächsten Jahren – wird die IoT-Konnektivität zunehmend genutzt, um die Effizienz zu verbessern, die Automatisierung zu erweitern und Kosten zu senken. So werden Anlagen beispielsweise überwacht, um den Wartungsbedarf vorherzusagen und somit Ausfallzeiten zu reduzieren. Allerdings ergeben sich wirkliche Geschäftsvorteile erst dann, wenn diese Verbindungen vom Single zum Multi Purpose werden. Die gezielte Verwendung von vernetzten Daten sowohl für den Service als auch für die Konstruktion und die Entwicklung steigert den Wert dieser Verbindungen erheblich.

Immer stärker ins Blickfeld der IT kommt dabei die Automobilindustrie. Es wird geschätzt, dass Automobile schon heute mit über 100 Millionen Zeilen Computercode ausgestattet sind. Verglichen mit den geschätzten 400.000 Zeilen Code, die im Space-Shuttle verwendet werden, ein extrem hoher, fast unglaublicher Wert. Das zeigt, wie die Automobilhersteller zunehmend Software zur Differenzierung und Innovation ihrer Produkte einsetzen. Sie werden immer erfolgreicher, wenn es darum geht, die allgemeine Benutzerfreundlichkeit allein mit Software zu verbessern.

Dass Software zum Unterscheidungsmerkmal wird, gilt inzwischen für viele der im Alltag verwendeten Produkte. Ebenso wichtig ist in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, Probleme schnell und allein über Software zu lösen, was die Bedeutung eines digitalen Fadens zwischen Produkt und Engineering unterstreicht, da in vielen Fällen sonst kostspielige physische Rückrufaktionen nötig wären. Als Tesla beispielsweise wegen der Bremsleistung des Tesla 3 einen negativen Verbraucherbericht erhielt, hätte dies verheerende Auswirkungen auf den Ruf und die Verkaufsleistung des Fahrzeugs haben können. Stattdessen konnte eine Woche nach der Veröffentlichung der Bewertung ein Over-the-Air-Update installiert werden, das den Bremsweg um sechs Meter reduzierte. Die Lösung des Problems allein über Software verkürzte die Zeit zur Lösung des Gesamtproblems und verhinderte die Notwendigkeit der physischen Rückgabe der Fahrzeuge, wodurch sich Garantiekosten drastisch reduzieren ließen.

Aktivieren der Innovationsgeschwindigkeit

Wie bereits erwähnt, ist die Innovationsgeschwindigkeit entscheidend, und die Unternehmen müssen kreativ sein, wenn es darum geht zu entscheiden, wie sie vorgehen wollen. Sie müssen aggressiv nach Wegen suchen, um alle Rückkopplungsschleifen zu verkürzen, bei denen Informationen zur Lösung von Problemen oder zur Beschleunigung von Innovationen beitragen können. Diese Feedbackquellen können von überall herkommen, aus dem Feld, über die Werkstatt, die Produkte bis hin zum Kunden. Die Mehrzwecknutzung von Vernetzung und Daten bietet die beste Möglichkeit für eine schnelle Verbesserung. Eine unternehmensweite Transformationsstrategie ist der beste Weg, um einen ganzheitlichen, effektiven Ansatz zu ermöglichen. Es ist heute wichtiger denn je, die Optionen und technologischen Möglichkeiten zu identifizieren, um diese Transformation zu ermöglichen.

Dazu ist es wichtig, Datensilos aufzubrechen, damit alle Abteilungen eines Unternehmens profitieren können. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Technologie zwar für viele digitale Transformationen der Schlüssel ist, die Unternehmen aber möglicherweise noch kulturelle Hindernisse überwinden müssen. Um die Vorteile einer transformativen Hyper-Konnektivität nutzen zu können, kann der Industrie 4.0-Ansatz einen großen Vorteil darstellen.

 

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