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  • ERP
    May 15, 2019

Hyper-Vernetzung als Startpunkt radikalen Wandels

Autorin: Angela Mazza Teufer, Senior Vice President ERPM bei Oracle

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie sich schnell und radikal verändern müssen, oder sie geraten dem Wettbewerb gegenüber ins Hintertreffen. Angela Mazza Teufer, Senior Vice President ERPM bei Oracle, ist überzeugt, dass CFOs ihre Fähigkeiten an den Wandel anpassen müssen, um die erforderlichen Umbrüche zu lenken.

„Disrupt or be disrupted“ (sinngemäß etwa „Verändere dich radikal, sonst wirst du zerstört!“) ist eine Aussage, die die Notwendigkeit der digitalen Transformation prägnant auf den Punkt bringt. Immer mehr Unternehmen spüren diesen Druck und fragen sich, welche fundamentalen Veränderungen sie in ihrem Betrieb vornehmen sollten. Letztendlich sind disruptive Unternehmen von der Geschwindigkeit ihrer Veränderung angetrieben. Sie können auf das reagieren, was aktuell auf ihrem Markt passiert, und sind vorbereitet, weil sie wissen, was passieren wird. In diesem Umfeld gibt es keine die Geschwindigkeit hemmenden Informationssilos. Intel beispielsweise muss innerhalb des Unternehmens gut vernetzt sein, um sich den Erstanbietervorteil zu sichern – das ist Grundpfeiler der Disruption. Aber wer sollte das Gesicht dieser vernetzten Kultur sein – und wie rüsten wir sie – oder ihn – mit der Fähigkeit aus, der zentrale Punkt der Operation zu sein?

Ich hatte das Glück, dieses Thema mit Andrew Harding von der Association of International Certified Professional Accountants, der an unserer Agile Finance Unleashed Studie mitgearbeitet hat, sowie mit Tim Jennings von Ovum zu diskutieren, ihre Gedanken über das Erfolgsgeheimnis zur Schaffung eines gut vernetzten Unternehmens in Erfahrung zu bringen sowie zu erfahren, wer dafür verantwortlich sein soll.

Skillset der Finanzfunktion verändern

Gemeinsam sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass CFOs und ihre Finanzteams der Mittelpunkt dieser „Hyper-Konnektivität“ sein müssen. Schließlich sind sie perfekt in der Lage, die Punkte zwischen den Geschäftsbereichen zu verbinden und dabei das große Ganze im Blick zu behalten – und es der breiten Organisation beschreiben zu können. Laut unserer Studie sind nur zehn Prozent der Finanzteams der Meinung, dass sie die Fähigkeiten besitzen, um die digitalen Ambitionen ihrer Organisation unterstützen zu können. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht aufsteigen und die führende Rolle übernehmen können – es bedeutet lediglich, dass sich ihre Fähigkeiten etwas verändern müssen.

Bis heute haben moderne CFOs und ihre Teams Reaktionsfähigkeit bewiesen und die Leistung des Unternehmens verfolgt. Mehr als ein Drittel dieser Fachleute verbringt immer noch mehr Zeit damit, Daten zu sammeln, als sie zu analysieren. Wir möchten jedoch, dass CFOs diese Informationen proaktiv und vorausschauend nutzen. Andrew Harding wies in unserem Gespräch darauf hin, dass wir einen Wandel vom „Score Keeper“ zum „Storyteller“ in Betracht ziehen müssten, weil wir CFOs dazu ermutigen, Informationen aus verschiedenen Geschäfteeinheiten zu nehmen und diese zu nutzen. Dadurch könne das Unternehmen schnell reagieren und die wichtigsten Stakeholder darüber informieren, was als nächstes komme.

Die neue Rolle mag abschreckend erscheinen, aber derartiges haben wir bereits einige Male bei CFOs gesehen. Stitch Fix ist ein Pionier im Online-Modehandel und bietet seinen Kunden durch die Kombination von Data Science und Human Styling eine individuelle Personalisierung. Jessica Ross, Vizepräsidentin und Controllerin des Unternehmens, erkannte, dass sie eine neue strategische Position für sich selbst schaffen musste. „Ich glaube, meine Rolle ist die eines Change Leaders“, beschreibt Jessica Ross. „Zum ersten Mal steht Technologie zur Verfügung, die den Raum schafft, ein besserer Geschäftspartner zu sein. Als Führungskraft ist es jetzt meine oberste Priorität, meinen Teams beim Umstieg auf das neue digitale Betriebsmodell zu helfen und sicherzustellen, dass sie die Fähigkeiten und Kompetenzen besitzen, um in der Zukunft erfolgreich zu sein.“

Es geht um die digitale Denkweise

Natürlich handelt es sich dabei um einen Rollen-, aber keinen vollständigen Jobwechsel. Es wäre falsch zu erwarten, dass aus CFOs beispielsweise Data Scientists werden. Aber in der Rolle des Storytellers können sie einen Vorteil aus modernen Applikationen ziehen, die über zusätzliche Intelligenz verfügen. Tim Jennings wies darauf hin, dass es um eine digitale Denkweise gehe – man werde ein Storyteller, indem man die Möglichkeiten der Verknüpfung von Daten und Erkenntnissen verstehe. Dann brauche man ein digitales Grundverstehen, um zu verstehen, was die Daten aussagen. So könne man ein Bild entstehen lassen – sowohl rückblickend als auch vorausschauend –, das Auskunft darüber gebe, was das Unternehmen als Nächstes tue.

So wie Unternehmen begonnen haben, die Digitalisierung als einen Weg zu nutzen, um voranzukommen, sehen wir, dass mehr Organisationen diesen entscheidenden nächsten Schritt gehen, um sich stärker mit ihren Anwendungen zu verknüpfen. Niemand möchte „zerstört“ werden, und es sind die Unternehmen mit Hyper-Konnektivität, die dank ihrer blitzschnellen Reaktionsfähigkeit und der Vorhersage von Marktveränderungen allen anderen einen Schritt voraus sind. Es ist eine aufregende Zeit, um ein CFO zu sein, und mit den richtigen Werkzeugen und einer Änderung des eigenen Skillsets lassen sich die Zusammenhänge auf dem Weg zur Konnektivität herstellen. So kann ein moderner CFO ein Change Leader sein, der ein Unternehmen erschafft, das bereit ist, sich disruptiv zu verändern.

 

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