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Gute Gründe für die Cloud: Ein Gespräch mit … Christoph Friedl

Die Digitalisierung schreitet stetig voran – das ist mittlerweile in den meisten Unternehmen angekommen. Dennoch: Viele Betriebe setzen in Finanz-, HR- und Planungsabteilungen noch auf historisch gewachsene Bestandssysteme, deren Ablaufdatum längst überschritten ist und deren Pflege sich meist nur noch auf ein Mindestmaß beschränkt. Neue Funktionen sind Mangelware und ein Austausch der Lösungen täte dringend Not. Doch viele Unternehmenslenker, allen voran Finanzverantwortliche, sehen hier nur ein großes, zeitintensives und kostspieliges IT-Projekt, das dem Unternehmen keine Vorteile bietet.

Warum diese kurzsichtige Herangehensweise ein unternehmenskritischer Fehler sein kann, erklärt Christoph Friedl, Senior Director Sales ERP/EPM/SCM bei Oracle Deutschland, in einem kurzen Interview.

 

1.     Hallo Christoph, du hast ja einen guten Einblick in verschiedene Unternehmen. Wie ist es deiner Meinung nach um die Akzeptanz von ERP-Systemen derzeit bestellt?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Unternehmen zwar ERP-Lösungen einsetzen, doch teilweise werden sie gar nicht richtig genutzt. Oft empfinden Anwender deren Nutzung für Planung und Steuerung als zu kompliziert und benutzerunfreundlich. Viele tägliche Arbeiten erfolgen dann doch noch in Excel. Für den Monats-, Quartals-, oder Jahresabschluss übertragen die Mitarbeiter die Daten dann lieber von der liebgewonnenen Tabellenkalkulation in das System, weil es eben gefordert wird. Das ist natürlich eine enorme Verschwendung von Potenzial, denn es wird nicht nur viel Zeit vergeudet, auch die Stärken eines ERP-Systems kommen so überhaupt nicht zum Tragen. Das ist schade, denn ein ERP-Systeme bildet eine fundierte Grundlage für Unternehmensentscheidungen. So lassen sich beispielsweise mit einem Cloud-basierten ERP mit einheitlicher, abteilungsübergreifender Datenbasis jederzeit Echtzeitanalysen zur aktuellen Lage sowie What-if-Analysen durchführen. Das erlaubt CFOs eine Unternehmensplanung mit verlässlichen und aktuellen Zahlen und ermöglicht ihnen, vorausschauend zu agieren sowie auf Marktveränderungen blitzschnell zu reagieren.

Um Berührungsängste zu minimieren, haben wir bei der Entwicklung der Oracle Applications Suite von Anfang an darauf geachtet, eine leicht zugängliche Software zu erstellen, welche die Bedürfnisse der Nutzer im Blick hat. Frei nach dem Motto: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen.“ So bietet unsere Suite über das gesamte Anwendungsspektrum hinweg beispielsweise eine einheitliche Oberfläche, sodass sich nach einer ersten Einarbeitung jeder in allen Modulen schnell zurechtfindet.  

 

2.     Welche Vorteile bietet der Einsatz von Cloud-basierten Unternehmenssoftwarelösungen über die bereits genannten hinaus?

Der Einsatz einer Public Cloud-Lösung bietet Unternehmen Vorteile auf mehreren Ebenen. Die Vorzüge auf Anwendungsseite mit Blick auf Analysen und Entscheidungsfindung haben wir ja bereits angesprochen. Ein weiterer Vorteil moderner Unternehmenssoftware ist hier ihr grundlegender Ansatz, dass alle Teilmodule für unterschiedlichste Abteilungen auf einem einheitlichen Datenmodell basieren. Nur wenn alle Systeme von Grund auf miteinander verwoben sind und es keine Datensilos gibt, ist gewährleistet, dass Synergien entstehen und abteilungsübergreifende Potenziale genutzt werden können. Und das ist nur bei nativen Cloud-Lösungen ohne weiteres möglich. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Aspekt. Die Cloud erlaubt Unternehmen, ihre Software tagesaktuell auf dem neuesten Stand zu halten. Hier gibt es keine Patch-Days oder Betriebsunterbrechungen, weil eine neue Funktion implementiert wird. Optimierungen, neue Technologien wie Machine Learning und Funktionserweiterungen werden im Hintergrund implementiert und kommen den Nutzern direkt zugute.

Und dann gibt es noch eine zweite Seite der Medaille. Wenn wir uns die Kostenentwicklung der IT-Infrastruktur sowie beispielsweise klassischer Private Cloud-Ansätze ansehen, dann spricht bereits nicht mehr viel für diese. Und die wachsenden Datenmengen und Cybersicherheitsrisiken spielen den unternehmenseigenen Rechenzentren nicht in die Karten. Die wachsenden Kosten für Kapazitäten und IT-Fachkräfte übersteigen hier klar den Nutzen. Externe Rechenzentren bieten nicht nur ein Mehr an wertvoller Sicherheit für Kernsysteme, sie sind eben auch stufenlos skalierbar. Werden mehr Kapazitäten benötigt, lassen sich diese ohne Investitionskosten nutzen.

 

3.     Wie lassen sich solche Lösungen schnell und einfach implementieren? Was raten Sie Unternehmen?

Viele Unternehmen möchten zumeist ihre bisherigen Prozesse und Applikationen am liebsten in der Cloud abbilden. Um die eben schon genannten Vorteile auszuspielen, müssen allerdings die Geschäftsprozesse neu gedacht und standardisiert werden. Nur dann wird beispielsweise ein ERP- oder EPM-System zu einer echten Hilfe mit Mehrwerten für den CFO, statt einfach nur ein Abrechnungssystem zu sein. Es ist also durchaus eine Umstellung der Arbeitsweise erforderlich, doch glücklicherweise lässt sich der Übergang durch verschiedene Tools erleichtern. Welche in Frage kommen, liegt an der individuellen Struktur des Unternehmens. Grundsätzlich sollten sich Unternehmenslenker diesbezüglich keine zu großen Sorgen machen, denn die Zeiten großer IT-Projekte, die nach dem Wasserfall-Prinzip ausgerollt werden, sind längst Geschichte.

Cloud ERP-Lösungen werden häufig Out-of-the-Box angeboten, mit sehr starren Prozessen und wenig Flexibilität. Die Lösung von Oracle bietet neben einer Vielzahl von Best-Practices aber die Möglichkeit, die individuellen Anforderungen der Unternehmen zu berücksichtigen, ohne die Software zu modifizieren. In einem Workshop erarbeitet das Unternehmen gemeinsam mit Oracle oder mit einem Oracle Partner welche Möglichkeiten die Software bietet und wie diese genutzt werden kann. So können sie gemeinsam direkt Strukturen entwickeln, die auf das Cloud-Produkt passen und mit denen sich durch dessen Nutzung künftig Prozessoptimierungen erzielen lassen. Sinn macht es, sich dabei von unten nach oben vorzuarbeiten. Heutzutage wird die Einführung neuer Prozesse an einem einzelnen Business Case, in einer Abteilung oder von einer kleineren Tochterfirma im Feld erprobt. Ist der Proof of Concept oder auch ein initialier Pilot erfolgreich, kann die Lösung dank der Flexibilität und Skalierbarkeit der Cloud schrittweise auf weitere Teile des Unternehmens ausgeweitet werden.

Mit Blick auf die mannigfaltigen Vorteile der Geschäftssteuerung, die sich Unternehmen bieten, und den völlig risikofreien Testmöglichkeiten ermutige ich alle Entscheider den Weg zu gehen. Es zahlt sich definitiv aus!

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