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Eine reißfeste Lieferkette: Worauf Logistiker und Supply Chain-Manager achten müssen

In Zeiten starker Marktschwankungen hilft das passende Tech-Stack, die Güterversorgung bis zum Endkunden sicherzustellen

Autor: Tobias Stähle, Sales Director SCM/IoT/Blockchain Applications bei Oracle

Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied, sagt das Sprichwort. Was aber, wenn die Funktionsfähigkeit der Lieferkette ökonomisch und gesellschaftlich so entscheidend ist, dass sie unter keinen Umständen reißen darf? Diese Frage erhält besondere Relevanz angesichts der Belastung, unter der die Warenlogistik in Handel und Industrie aktuell steht. Es lohnt sich, genau hinzusehen, was gerade jetzt besondere Aufmerksamkeit von den Verantwortlichen verlangt, und wie zeitgemäßes Supply Chain Management dazu beitragen kann, die Lieferketten zu stabilisieren.

1. ERP als verbindendes Element im Datenverkehr nutzen

Eine einheitliche Datenbasis in Form eines ERP-Systems liefert Mitarbeitern in unterschiedlichen Abteilungen einen Ausgangspunkt, um im Rahmen des Konzepts Connected Backoffice gemeinsam schneller auf Unwägbarkeiten und Krisen zu reagieren. Gerade im Hinblick auf den hohen Bedarf an schnellen und dynamischen Prozessen muss allen Beteiligten klar sein, dass manuelle oder papierbasierte Standardabläufe in Beschaffung, Finance und Logistik ausgedient haben. Sinnvolle Entscheidungsparameter für ein System sind vor allem Usability und Integrationsfähigkeit, um die Komplexität in der Logistik gezielt zu reduzieren. Die Oracle ERP Cloud Suite enthält eine ganze Reihe von SCM-Funktionen als integralen Bestandteil und adressiert die Anforderungen aller beteiligten Usergruppen und Unternehmensfunktionen in der der Supply Chain.

2. Ausgewogenheit schaffen bei Taktung und Fluss innerhalb von Lieferketten

Den kurzfristigen Bedarf an Produkten mit unterschiedlicher Komplexität schnell zu bedienen, ist eine enorme Herausforderung im Kontext globaler Supply Chains. Es gilt die Faustregel: Lagerprodukte mit hohem Standardisierungsgrad oder Produkte mit längeren Lieferfristen eignen sich besser für den weltweiten Handel. Hinzu kommt das Erfordernis, in der Logistik einen konstanten Fluss mit ausreichend Puffer zu etablieren, falls einzelne Lieferungen kurzfristig ausfallen. Grundsätzlich bietet die Cloud den Unternehmen durch Zugriff auf eine Masse von Daten wertvolle Unterstützung, die Nachfrage besser vorherzusagen und die Fulfillment-Planung bis zum Endverbraucher zu optimieren. Hier setzt die Oracle Warehouse Management Cloud (WMS) an. Das dynamische und leicht konfigurierbare System für Lager und Warehouse Management unterstützt Anwender dabei, komplexe Erfüllungsprozesse zu realisieren, die Genauigkeit für Lagerbestände und Lieferungen zu erhöhen und umfassende Bestandsvisibilität entlang der Supply Chain zu erreichen – von den Vertriebszentren bis zu den Warenregalen. In Zukunft wird die Bedeutung cloudbasierter Supply Chains wachsen, da sie deutlich flexibler, leichter skalierbar und anpassungsfähiger gegenüber On-Premise-Systemen sind. So lassen sich kurzfristige Änderungen bei Materialverfügbarkeit, Rohstoffpreisen, gesetzlichen Vorgaben oder unerwartete Hürden auf der letzten Meile einer Lieferung deutlich agiler antizipieren und planen.

3. Den Informationsfluss durch KI und IoT-Vernetzung stabilisieren

Bei einer volatilen Nachfrage und in Krisen ist es besonders wichtig, maximale Transparenz in der Logistik hinsichtlich Kapazitäten und möglichen Lieferterminen zu erzielen. Um die Notfallplanung unter sich rasch verändernden Umständen zu verbessern, gewährleisten das Tracking der Fracht und ein Monitoring der kritischen Rahmenbedingungen Transparenz in Echtzeit. Dazu gehören beispielsweise die Auslastung von Flughäfen und nationale Grenzschließungen. Schon heute unterstützt die Oracle Transport Management Software gezielt Spediteure und Logistikanbieter bei der Verwaltung sämtlicher Transportaktivitäten innerhalb der globalen Supply Chain.

Darüber hinaus verschafft der Einsatz von Technologien auf KI-Basis Unternehmen den dringend benötigten kontinuierlichen Support gepaart mit Echtzeit-Informationen. Chatbots und KI unterstützen Supply Chain-Experten dabei, Abläufe besser zu überwachen und Updates in einer einfachen, dialogorientierten Benutzeroberfläche zu erhalten. Die Wirkung: weniger manueller Aufwand und eine höhere Genauigkeit. Flankiert wird diese Entwicklung von immer leistungsfähigeren IoT-Geräten, die Daten für automatisierte Warnungen, Aktualisierungen und Aktionen sowie für Ad-hoc-Berichte und -Modelle zur Verfügung stellen – in Zukunft immer öfter auch Track-and-Trace-Funktionen in Echtzeit via Blockchain.

4. Frühzeitig die richtigen Lehren für die Zukunft ziehen

Krisenfestigkeit zeigt sich zuletzt auch daran, wie widerstandfähig oder resilient sich eine Lieferkette in einer schwierigen Situation verhält. Ein wichtiger Faktor ist die Lernfähigkeit, die idealerweise bereits im Unternehmen etabliert ist. Es muss sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst sein und die Bereitschaft haben, den kontinuierlichen Wandel in seinem Umfeld als Herausforderung und Chance für die eigene Marktposition zu begreifen. Mit Blick auf die Supply Chain gilt es daher, die verfügbaren Ressourcen basierend auf einer verlässlichen Absatzplanung optimal zu nutzen und Notfallszenarien für den Bedarfsfall auszuarbeiten. Dazu gehört konsequenterweise auch ein Business Continuity Management. Strategische Entscheidungen unter außergewöhnlichen Bedingungen verlangen die Fähigkeit, über den Tellerrand üblicher Kosten-Nutzen-Analysen zu blicken. Dazu gehört nicht zuletzt die Bereitschaft, etablierte SCM-Modelle und -Strategien zu hinterfragen und stärker auf ein agileres, vernetztes Ökosystem zu setzen. Denn niemals sonst zeigen sich die Dynamik und das Entwicklungspotenzial von Supply Chain-Prozessen so deutlich wie in Situationen, die sie an ihre Grenze bringen.

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