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Die Mär vom Fachkräftemangel in der IT: Wie KI unsere Arbeit verändert – und nicht abschafft.

Autor: Joachim Skura, Strategy Director HCM Applications

Oft stellen sich Unternehmen die Frage, ob der Einsatz innovativer Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) nicht eine gute Möglichkeit sein könnte, dem akuten Fachkräftemangel in der IT zu begegnen, indem man das Problem sozusagen „wegautomatisiert“. Denn wenn wir diese Technologie in das Finanz- oder HR-System integrieren würden, dann bräuchten wir doch eigentlich keine Armeen von IT-Experten und Data Scientists mehr, um komplizierte Algorithmen aufzustellen und um komplexe Datenausgaben zu interpretieren, oder?

Nur leider ist das wahrscheinlich zu kurz gesprungen.

Ja, KI findet ihren Weg in immer mehr Branchen und Einsatzfelder, und ja, KI erleichtert den Einsatz und verbessert den Nutzen selbst komplexer Technologien. Außerdem brauchen Budgetverantwortliche sich nicht vor einer Armada an Beratern fürchten, die es zu bezahlen gilt.  

Aber gleichzeitig benötigen die Fachabteilungen einen neuen Typ Mitarbeiter, einen, der sich mit neuen Technologien auskennt und deren Nutzen sowie Möglichkeiten aktiviert bekommt. Die Unternehmen können also nicht auf ein simples Substituieren von IT-Fachkräften durch KI hoffen. Vielmehr bedarf es in der Breite deutlich bessere IT-Kenntnisse in der Belegschaft. Denn diejenigen, die innovative smarte Services und Produkte entwickeln, müssen in der Lage sein, mit ihren Ansprechpartnern auf Augenhöhe zu sprechen, um die Zukunft des Unternehmens gestalten zu können.

In Summe wird damit der Gesamtbedarf an Technologie- und IT-Spezialisten groß bleiben – und damit auch das Problem diese zu finden. So haben wir beispielsweise im vergangenen Jahr den Ausbau des globalen KI-Hubs in Großbritannien angekündigt und zahlreiche Stellen für Vertrieb und Technologieentwicklung auf der ganzen Welt ausgeschrieben.

Diese Entwicklung geht einher mit einer großen Verantwortung: Wir müssen als Gesellschaft und Unternehmen unseren Teil dazu beitragen, indem wir die Menschen für eine digitale Welt ausbilden und zudem inspirieren.  Digitalisierung wird nicht verschwinden. Sie wird nachhaltig unser aller Leben deutlich verändern. Die IT-Branche spielt hier eine wichtige Rolle. Das ist eine enorme Aufgabe.

Durch die Oracle Academy, unser weltweites Bildungsprogramm, haben wir herausgefunden, wie wir Oracle Technologien nutzen können, um Schulen, Hochschulen und Universitäten bestmöglich zu unterstützen. Einige konkrete Beispiele:

  • die Entwicklung eines akademisch fokussierten und branchenrelevanten Curriculums, der sicherstellt, dass diejenigen, die ihre Ausbildung abschließen, optimal für den Job vorbereitet sind und so schnell wie möglich produktiv arbeiten können,

  • eine kostenlose Lehrerausbildung, die dazu beiträgt, dass mehr Informatiklehrer als zuvor die nächste Generation von Technologieführern und Innovatoren anleiten und ausbilden,

  • Zugang zu kostenloser Software für Lehr- und Forschungszwecke in Bildungseinrichtungen,

  • Und die Sicherstellung anderer wichtiger Kernkompetenzen wie kritisches und strategisches Denken, Kommunikationsstärke, Teamarbeit und Kreativität, die im gesamten Lehrplan verankert werden.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Sie Ihren Abschluss gerade in der Tasche hatten und begeistert waren, all die wunderbaren Dinge, die Sie in jahrelanger Ausbildung gelernt hatten, endlich praktisch anwenden zu können? Stellen Sie sich die Enttäuschung vor, die Informatikstudenten heute erwartet, die nach dem Abschluss feststellen müssen, dass Technologien und Prozesse, die sie während ihres Studiums als „State of the art“ kenngelernt haben, bald schon überholt sein werden. Technologie ist eben dazu verdammt, sich permanent neu zu erfinden.

Wegen des großen Bedarfs an qualifizierten Absolventen sollte dieser Herausforderung baldmöglichst begegnet werden, um Firmen zukunftssicher aufzustellen und die Entwicklung sowie den Einsatz von Innovationen hierzulande voranzutreiben. Industrie- und Bildungsexperten müssen sich dabei ihrer Verantwortung stellen und ein gemeinsames Curriculum – vor allem für Hochschulen und Universitäten – erstellen. Zahlreiche Universitäten und Hochschulen nutzen bereits  die von der Oracle Academy bereitgestellten Lerninhalte in entsprechenden Lehrveranstaltungen.

In Deutschland gibt es schlichtweg nicht genügend fundiert ausgebildete IT-Experten. Laut Branchenverband Bitkom sind derzeit 82.000 Stellen für IT-Fachkräfte hierzulande unbesetzt. Das sind fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Um diese Lücke zu füllen, ist es an der Zeit, dass die Industrie ihren Beitrag leistet. 2017 erklärte Oracle, 1,4 Milliarden Dollar in die Informatikausbildung in der Europäischen Union investieren zu wollen. Dieses Engagement ist Teil der noch umfangreicheren jährlichen Investitionen von Oracle in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar, die wir insgesamt in die Beschleunigung der Entwicklung digitaler Kompetenzen weltweit bereitstellen.

Doch das ist noch nicht alles: Technologie-Skills alleine reichen nicht aus. Der Stereotyp des Computernerds, der abgeschottet im stillen Kämmerlein die unglaublichsten Dinge entwickelt, entspricht längst nicht mehr der Realität. Für alle, die in der IT arbeiten wollen, sei es für ein Softwareunternehmen wie Oracle oder in anderen Branchen, sind geschäftliche und soziale Fähigkeiten ebenso wertvoll wie Technologiekenntnisse. Und diese Skills, wie kritisches Denken und Hinterfragen, Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit und Kreativität, um nur ein paar zu nennen, sind keinesfalls nur nette Zusatzqualifikationen, die es zu erwerben gilt, wenn noch Zeit übrig ist.  Um Technologie in seiner Wirkung zur Entfaltung zu bringen, müssen Unternehmen einen kulturellen Wandel durchleben, wie nicht zuletzt eine brandaktuelle Studie von Oracle und der WHU – Otto Beisheim School of Management zeigt. Und diese neue Kultur, die Unternehmen dauerhaft anpassungsfähig hält, bedarf kooperativer und kommunikativer Mitarbeiter, insbesondere in der IT.

Wir von Oracle arbeiten in vielen Bereichen daran, diese Lücke zu schließen. Damit dies letztlich gelingt, müssen Wirtschaft, Bildung und Politik Hand in Hand arbeiten.

 

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