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Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Geschäftsprozesse

Autor: Dirk Thomas Wagner, Sales Development ERP Cloud, @dtwgermany

Künstliche Intelligenz ist eine polarisierende Technologie. Sie verfügt einerseits über ein enormes Potenzial, unsere Arbeits- und Lebensweisen grundlegend zu verändern, andererseits sind die Menschen besorgt über eine vermeintliche „Herrschaft der Maschinen“ und die ständige Überwachung durch Software. Sogar Unternehmen, die Pionierarbeit bei KI-Anwendungen im Endverbraucherbereich leisteten, sind sich nicht mehr so sicher über die Auswirkungen, wie kürzlich von Mark Zuckerberg von Facebook und Elon Musk von Tesla geäußerte Kritik an der Technologie zeigt.

In der Realität nutzen wir KI bereits in einigen Situationen und wir haben bereits wie bei jeder neuen Technologie unsere Bedenken im Zuge ihres Einzugs in den Alltag abgelegt. Nehmen wir einmal persönliche Assistenten wie Siri oder die Bildersuche von Google. In der Arbeitswelt wurden bereits Chatbots im Personalwesen eingeführt, die einfache Anfragen bearbeiten können und somit Mitarbeiter aus dem Personalwesen entlasten. Dies sind alles Beispiele für die praktische Anwendung von KI.

In der Geschäftswelt wird jegliche regelbasierte Software als künstliche Intelligenz bezeichnet, die Entscheidungsfindungsprozesse automatisiert und beschleunigt. Was KI letztendlich von klassischen Wenn-Dann-Berechnungen unterscheidet, ist die Leistungsstärke der Software, mit der Unternehmen die Entscheidungsfindung basierend auf Experimenten und einer großen Datenbandbreite dynamisch anpassen können. KI bietet mit anderen Worten somit erweiterte Zahlenverarbeitung auf einem Niveau, das für Menschen nicht erreichbar ist.

Als Nächstes kommt das Machine Learning, womit Algorithmen bezeichnet werden, durch die ein System Muster in großen Datensätzen erkennen und diese auf neue Daten anwenden kann. Zur Verdeutlichung der Funktionsweise stellen wir uns die Shared-Services-Funktion eines Unternehmens vor, bei der bereits Robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA, Robotic Process Automation) verwendet wird, um administrative Prozesse zu beschleunigen und Kosten zu minimieren. Durch den zusätzlichen Einsatz von Machine Learning arbeitet die Shared-Services-Funktion als selbstoptimierender Mechanismus, der fortwährend auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ist, effizienter zu arbeiten und Fehlerrisiken bei den Verfahren zu reduzieren.

Oracle ERP Dynamic Discounting ist ein frühes Praxisbeispiel für dieses Konzept. Die Anwendung überwacht Lieferantenrechnungen und markiert solche Rechnungen, die Rabatte für frühzeitige Zahlungen bieten, sodass die Finanzteams die Auszahlung besser priorisieren können. Dieser Ansatz ist unternehmensübergreifend von den Shared Services bis zum Supply Chain Management implementiert.

Wenn Sie durch diese Ausführungen ein freundlicheres Bild der KI erhalten haben, liegt dies daran, dass die Zukunft auch nicht so düster ist, wie vielfach angenommen. Daten erlangen einen immer größeren Stellenwert in der Geschäftswelt, wenn diese nicht mehr nur rückwirkend eingesetzt werden, sondern auch in der zukünftigen Arbeitsweise und Planung berücksichtigt werden. Unabhängig davon, ob sich die Veränderungen letztendlich in effizienteren Prozessen, geringeren Kosten oder einem intelligenteren Kundenservice niederschlagen, sind die Möglichkeiten bei der KI nahezu unbegrenzt, und wir sehen hier nur die Spitze des Eisbergs.

Die Angst der Menschen vor einer totalitären Überwachung im Big-Brother-Stil ist nachvollziehbar, beruht aber größtenteils auf dem natürlichen Unbehagen vor Konzepten, die wir nicht umfassend verstehen. So hat Disney kürzlich den Prototypen einer Gesichtserkennungstechnologie vorgestellt, die verfolgt, wie Menschen Filme sehen. Der Gedanke an eine Leinwand, die uns beobachtet, mag für einige Menschen beunruhigend sein. Wenn Sie jedoch an andere Anwendungsmöglichkeiten für eine Technologie denken, die es uns ermöglicht, emotionale Kennzeichen in der Körpersprache eines Menschen exakt zu erkennen, beispielsweise im Bereich der Pflege oder zu medizinischen Zwecken, wird schnell deutlich, wie wertvoll eine solche Technologie sein kann.

KI steckt immer noch in den Kinderschuhen und die Diskussion über ihre Vor- und Nachteile wird vermutlich mit einem Leistungszuwachs der Technologie nur noch komplizierter geführt werden als bisher. Angesichts der Entwicklungen auf dem Sektor können wir jedoch davon ausgehen, dass wir durch die Technologie bemerkenswerte Vorteile empfangen und daraus folgend ein größeres Ansehen der KI erhalten werden.

 

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