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Arbeiten im „New Normal“: Im Mittelpunkt steht der Mensch

Autor: Joachim Skura, Strategy Director Human Capital Management bei Oracle

Als vor rund einem Jahr Nachrichten von einem neuartigen Virus die Runde machten, ahnte wohl kaum jemand, wie stark die darauf folgende Pandemie den Lauf der Welt beeinträchtigen würde. Die globalen Auswirkungen sind überaus facettenreich und markieren dennoch nicht überall eine komplette Trendwende. In manchen Bereichen beschleunigt COVID-19 eher einen Wandel, der sich bereits zuvor angebahnt hatte, etwa beim Remote Working oder Homeoffice. Muss man das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern neu denken? Welche Implikationen hat dieses „neue Normal“ auf das HR-Management? Was kann man tun, um die Verbundenheit von Mitarbeiter und Organisation zu erhalten? Im Fokus stehen drei Aspekte: Empathie, Resilienz und Empowerment.

Mittels Empathie das Zugehörigkeitsgefühl stützen

Physische und psychische Gesundheit, oder allgemein Wohlbefinden im Balanceakt zwischen Home und Office im Homeoffice, sind in diesen Pandemiezeiten Faktoren, die stärker denn je auf den Geschäftserfolg einwirken. Das bestätigt auch eine Umfrage des Beratungsunternehmen Deloitte zum Thema „Human Capital Trends 2020“, der zufolge 80 Prozent der fast 9.000 befragten Führungskräfte aus über 100 Ländern dem Wohlbefinden als Erfolgsfaktor ihres Unternehmens hohe oder höchste Priorität beimessen. Der Personalabteilung kommt dabei die verantwortungsvolle Aufgabe zu, dies umzusetzen, was bedeutet, den Mitarbeitern unnötigen Stress zu ersparen. Angebot zur Unterstützung bei täglichen Herausforderungen wie Kinderbetreuung, Videokonferenzen und Work-Life-Balance können dafür sorgen, dass Mitarbeiter zufriedener, gesünder und produktiver sind. Auch und gerade im Homeoffice bleibt es unverzichtbar, dass Mitarbeiter Wertschätzung für ihre Arbeit erhalten, um Frustration und Burnouts zu vermeiden. Wer als Führungskraft seine Mitarbeiter mit Empathie dazu motiviert, sich gezielt um sich selbst zu kümmern, stärkt die Integration und das Zugehörigkeitsgefühl.

Resilienz toppt Effizienz

Zu den Grundvoraussetzungen, um den veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen (während und nach der Pandemie) angemessen zu begegnen, zählt unter anderem laut der gemeinsam von Oracle mit der WHU Otto Beisheim of Management durchgeführten Studie „The Adaptable Business“ auch der Faktor „Learning Culture“: Menschen sind durchaus in der Lage und willens, sich neue Felder zu erschließen. Diesen Umstand kann und müssen Unternehmen nutzen. Laut der weiter oben genannten Umfrage von Deloitte geben 74 Prozent der Unternehmen an, dass die Umschulung von Mitarbeitern in den kommenden anderthalb Jahren entscheidend für ihren Erfolg sein wird. Allerdings sind zurzeit lediglich zehn Prozent bereit, diesem Ansatz zu folgen. Um die Unschärfe hinsichtlich der konkreten, aber nicht planbaren Marktanforderungen von morgen beherrschbar zu machen, sollten Unternehmen ihr Augenmerk bei der Personalentwicklung weg von einzelnen Rollen und hin zu “Attitude“, also zur Einstellung jedes Einzelnen (Attitude over Skills) verlagern. Die Personalabteilung kann einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie Mitarbeiter dazu motiviert, ihre Perspektive über ihre Rolle und herkömmliche Karrierewege auszuloten und nötige nächste Schritte zu unterstützen.

Mitarbeiter können gezielt, projektbezogen neue Aufgaben übernehmen, die auf ihren Kompetenzen anstelle ihrer Funktion oder Rolle im Unternehmen gründen. Das umfasst beispielsweise kognitive, soziale und emotionale Kompetenzen oder besondere Skills in den Segmenten IT, Anpassungsfähigkeit und Resilienz. Unternehmen, die dem Aspekt der Steigerung der Resilienz in puncto Attitude/Skill Management Vorrang vor der Effizienz einräumen, sind in der Lage, angesichts volatiler Marktbedingungen ein gesteigertes Engagement abzurufen und damit flexibler zu (re-) agieren. Ein entsprechendes Umfeld lässt sich zB auch durch gezielte geeignete Programme für Vielfalt, Gerechtigkeit und Integration einrichten – ideale Voraussetzungen, um Krisensituationen souverän zu meistern.

Empowerment – mehr Freiräume und mehr Entlastung durch KI

Zu den Aspekten, dass die aktuelle Situation mehr Stress erzeugt (siehe aktuelle Oracle Studie „AI@Work“), als auch zum Mehrwert des Erfolgsfaktors „Flexibility and Embracing Change“, welcher sich in der einfachen Ausprägung beispielsweise beim Remote Working zeigt, wurde schon viel geschrieben. Tatsächlich bestätigen zahlreiche Studien, dass Mitarbeiter durch flexible Arbeitsoptionen zufriedener sind. Da überrascht es niemanden, dass Homeoffice auch für die Zeit nach der Pandemie einen festen Bestandteil in den Planungen von Managern bildet. Corona hat sich in diesem Bereich als Treiber einer Entwicklung erwiesen, die bereits im Gang war. Allerdings zeigen die jüngsten Erfahrungen mit flächendeckendem Homeoffice, dass dezentrale Teams und starre Hierarchiestrukturen schlecht zusammenpassen. Wesentliche Bestandteile, um eine agilere Führungskultur zu erreichen, sind eine Aufteilung der Entscheidungsbefugnisse, das Teilen von Informationen und die Offenheit neue, vielleicht auch unbequeme Erkenntnisse zuzulassen.

In einer modernen Arbeitswelt ist eine Entlastung der Belegschaft von einfacheren Aufgaben oder Routineaufgaben obligatorisch. Die Integration von KI in Teams kann das unterstützen. Auch erlaubt dies den Mitarbeitern, sich mit den neu gewonnenen Freiräumen verantwortungsvolleren oder sensibleren Aufgaben zu widmen und für transformative Ergebnisse zu sorgen. Hinzu kommen Vorteile auf anderer Ebene. Eine optimierte Datennutzung durch KI bietet die Möglichkeit, bessere Prognosen abgeben zu können und zusätzliche Insights zu gewinnen.

Fazit

Die Corona-Krise markiert einen Einschnitt, der für viele Menschen mit erheblichen Belastungen und persönlichen Herausforderungen verbunden ist – und sie ist noch nicht ausgestanden. Adaptabilität ist gefragt sowie Anpassung an die geänderte Situation und die Akzeptanz, dass das „Früher“ nicht mehr zurückkommt. Technologie kann dieses „New Normal“ mit spannenden Lösungen in HR unterstützen.

 

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