Donnerstag Apr 02, 2009

Die Sun Cloud (4 von 4)

In meinen letzten drei Blog-Einträgen habe ich versucht, deutlich zu machen, in welche Richtung Sun sich bewegt. Ich habe unsere drei wichtigsten Prioritäten erläutert:

1. Einführung von Technologie
2. Kommerzielle Innovation
3. Effizient 1. und 2. miteinander verbinden

Ich hoffe, dass ich Ihnen die ersten beiden Leitlinien nahe bringen konnte - wie und wo wir den Einsatz von Software fördern und uns auf kommerziellen Erfolg konzentrieren.

Nun möchte ich darüber schreiben, was diese Punkte verbindet. Dies ist gleichzeitig eine unserer größten strategischen Herausforderungen: unser Wachstum.

Verkauf und Wachstum
Warum ist Wachstum eine Herausforderung für Sun? Ich beziehe mich hier nicht auf Einsparungen im Einkauf. Wie bereits erläutert, nutzen wir – statt Mengenrabatten oder Ähnlichem – Innovationen, um die Wirtschaftlichkeit unserer Produkte zu fördern. Und das Wachstum, von dem ich hier spreche, ist Wachstum im Verkauf und in der Vermarktung. Mit unseren aktuellen Produkten könnten wir zweimal so viele Kunden ausstatten wie bisher. Unsere Produkte sind für eine viel größere Zielgruppe als unseren tatsächlichen Kundenstamm interessant. Doch unsere eigene geringe Größe schränkt uns ein: Unsere Vertriebsmitarbeiter und Partnerteams umfassen in ihrer Gesamtzahl nur ein Zehntel von dem, was unsere Konkurrenten zu bieten haben.

Besonders in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ist dies ein großes Problem. Die Zahl der Kunden zu erhöhen und gleichzeitig die Menge der Mitarbeiter zu verringern, stellt ganz offensichtlich eine Herausforderung dar.

Aber es ist gleichzeitig auch eine riesige Chance. Wir haben weltweit keine 100.000 Kunden. Um nur ein Beispiel anzubringen: Es gibt weltweit mehr als 10.000.000 MySQL-Benutzer. Wenn nur ein Prozent davon neue Kunden werden würden, könnten wir unseren Kundenstamm mehr als verdoppeln. Die Frage ist nur, wie dies geschehen soll. Wir wissen, dass wir für diese Benutzer wichtig sind, aber wir - und unsere Partner - können selbstverständlich nicht je einen Mitarbeiter ins Flugzeug setzen, um alle 10.000.000 zu besuchen.

Um eine Antwort auf diese Frage geben zu können, möchte ich zuerst ein Thema besprechen, das an dieser Stelle möglicherweise erst einmal irrelevant scheint: Suchmaschinen.

Die Absicht herausfinden
Warum spielen Suchmaschinen eine so wichtige Rolle? Weil auf diese Weise extrem effizient sogenannte „Kaufabsichten“ analysiert werden können: Wenn ein Internetnutzer beispielsweise „Flüge nach Kairo“ in eine Suchmaschine eingibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er eine Reise nach Ägypten plant. Das Wissen über diese Absicht der Kunden ist für Fluglinien, Hotelketten und Autovermietungen, die ihre Dienste für oder in Ägypten anbieten, von unschätzbarem Wert. Derjenige, der zuerst die Absicht des Konsumenten erkennt, kann eine Verbindung zwischen dem Reisenden und den entsprechenden Leistungsanbietern anbahnen und dies in Geld umsetzen. (Das ist im Grunde der Kernpunkt jeder Online-Werbung.) Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Werbung für einen besonders günstigen Flug nach Kairo, die neben den Suchergebnissen für „Flüge nach Kairo“ angezeigt wird, zu einem Ticketkauf führt, ist viel größer als die, dass eine Plakatwand oder eine Zeitungsanzeige dasselbe Ergebnis erzielt. Es ist viel einfacher, eine Nadel im Heuhaufen zu finden, wenn die Heuhaufen nach der Anzahl Nadeln in ihnen sortiert sind.

Bitte denken Sie noch einmal über das Modell nach, das ich in den letzten Blog-Einträgen erläutert habe: Unsere Geschäfte bei Sun basieren auf kostenloser Software und der massenhaften Verwendung dieser Programme. Und mit „massenhaft“ meine ich Millionen Interessenten am Tag. Was das mit Suchmaschinen zu tun hat?

Nun, was teilt ein Kunde uns mit, wenn er Software herunterlädt? Durch das, was er herunterlädt, sagt er uns etwas über seine Interessen. Wenn er MySQL oder ZFS herunterlädt, benötigt er aller Wahrscheinlichkeit nach eine Datenspeicherlösung. Wenn er OpenOffice.org herunterlädt, möchte er vermutlich Dokumente erstellen, speichern und eventuell drucken. Wenn er VirtualBox – unsere Virtualisierungssoftware – herunterlädt, wissen wir, dass er mit mehreren Betriebssystemen arbeitet. Ein enormer Strom solcher Daten trifft jeden Tag bei Sun ein: So erfahren wir etwas über die Absicht unserer technologiebegeisterten Kunden auf der ganzen Welt. Dies ist die Grundlage unserer analytischen Marketingaktivitäten.

Einzelpersonen und Unternehmen erklären sich durch ihre Downloads bereit, Sun mitzuteilen, welche Absichten sie verfolgen, so dass Sun einen einzigartigen Vorteil für den nächsten Schritt des Prozesses nutzen kann. Wenn Ihr Unternehmen Lustre herunterlädt – das marktführende Paralleldateisystem für Supercomputing –, ist es wahrscheinlich, dass Sie eine Supercomputing-Einrichtung entwickeln. Sun ist in der einzigartigen Lage, Lösungen für Lustre optimieren zu können, und wir stellen diese Lösungen einer Benutzer-Community bereit, von der wir wissen, dass sie Interesse an solchen Diensten hat. Das ist einer der Gründe, weshalb wir auf dem Supercomputing-Markt einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Wir nutzen Softwareinnovationen, um die Beliebtheit von Lustre zu fördern. Die meisten der wichtigsten Supercomputing-Einrichtungen nutzen bereits unser System. Unsere Produkt- und Service-Entwicklung richten wir dann so aus, dass wir Einrichtungen, die Lustre verwenden, bei ihrer Optimierung unterstützen. Und unsere Verkaufs- und Vermarktungsaktivitäten zielen auf die Benutzer ab, die sich uns selbst zu erkennen geben, indem sie Lustre oder Whitepapers und andere Dokumente zu Lustre herunterladen.

Doch wie bereits erwähnt: Der Großteil der Benutzer, die kostenlose Software einsetzen, werden wohl keine Millionen Dollar schweren Supercomputer entwickeln und uns deshalb wohl auch keine Millionen Dollar schweren Aufträge ausstellen. Aber auch das ist eine neue Chance, die uns dabei hilft, unsere Wachstumsherausforderungen anzugehen.

Einführung der Sun Cloud
Diese Chance setzen wir für die Sun Cloud ein, deren Konzept heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wir möchten kommerzielle Netzwerkservices für die gesamte Community bereitstellen, die kostenlose Software nutzt.

Zuerst möchte ich noch einmal von unserer Ankündigung berichten.

Heute Morgen veröffentlichte Dave Douglas, der Senior Vice President unserer Abteilung für Cloud Computing, die Ankündigung, dass wir die Sun Cloud entwickeln und dafür Open-Source-Plattformen einsetzen, von ZFS und Crossbow bis zu MySQL und Glassfish. Mit über 4.000 Entwicklern, die sich um diese Elemente kümmern, und über zwanzig Jahren Erfahrung mit Softwareinnovationen auf Netzwerkebene sind wir äußerst zuversichtlich, dass unsere Technologie wieder einmal den Markt anführen wird. Da wir für unsere Entwicklungen Open Source als Basis verwenden und somit proprietäre Speicher- und Netzwerkprodukte vermeiden, können wir zudem unsere Kosten drastisch senken.

Ebenfalls angekündigt wurde, dass die APIs und Dateiformate für Sun Cloud alle offen sein werden und unter einer Creative-Commons-Lizenz bereitgestellt werden. Das bedeutet, dass Entwickler die Möglichkeit haben, unsere und ihre Cloud-Dienste in Produkten für den Massenmarkt anzubieten, ohne befürchten zu müssen, von der proprietären Lösung eines der neuen Anbieter von Clouds nur sehr schwer wieder loszukommen oder von einem solchen Anbieter verklagt zu werden.

Anders als bei unseren Konkurrenten wird unsere Cloud auch hinter Unternehmens-Firewalls und somit auch für die Kunden zur Verfügung stehen, die aufgrund von Richtlinien oder Sicherheitsbedenken keine öffentliche Cloud nutzen können. Wir wissen, dass vertrauliche Daten und Prozesse nichts in öffentlichen Clouds zu suchen haben. Wenn Sie also mit Ihrer Arbeit nicht zur Cloud kommen können, bringen wir die Cloud zu Ihnen.

Die Entwickler-Cloud
Wie können Entwickler die Cloud nutzen? Ich möchte Ihnen ein ganz grundlegendes Beispiel dafür geben. Bei Sun wird intern demnächst eine Version von OpenOffice eingesetzt, die für die Cloud erweitert wurde. Wenn Sie sich in diesem Bild das Dateimenü ansehen, werden dort Optionen aufgeführt, die in Ihrer OpenOffice-Version nicht zu finden sind. Doch in der Distribution von Sun werden sie eingebaut sein. Über „Save to Cloud“ (Speichern in Cloud) und „Open From Cloud“ (Öffnen aus Cloud) können OpenOffice-Benutzer unsere öffentliche Cloud nutzen, um dort Dokumente im Netzwerk (statt auf ihrem PC) zu speichern und von dort wieder abzurufen. Wir befinden uns derzeit bei Sun in der Beta-Phase und freuen uns schon darauf, diese Innovation als öffentlichen Service vorzustellen: Mit den etwa 3.000.000 neuen Benutzern, die jede Woche zur OpenOffice-Community dazustoßen, wären wir bei 200.000.000 Benutzern und ihren Arbeitgebern. Wirklich spannend.

Dasselbe gilt auch für VirtualBox, unser Desktop-Virtualisierungsprodukt, das weltweit von Millionen Benutzern eingesetzt wird. Im Laufe des Jahres werden sich alle VirtualBox-Benutzer über eine neue Funktion freuen können, die einen Upload-Dienst für Benutzer bietet, die mehrere Betriebssystem- bzw. Anwendungsstapel archivieren oder ausführen möchten – in der Sun Cloud. Wir haben bereits von den Benutzern gehört, die mehrere Betriebssysteme einsetzen, und nun, da wir ihre Absicht kennen, ist es für uns ganz einfach, eine Cloud bereitzustellen und ihnen somit noch mehr zu bieten. Ebenso hilft uns der zunehmende Einsatz von Glassfish und NetBeans dabei, Anwendungsentwickler kennenzulernen, die möglicherweise daran interessiert sind, Anwendungen in der Cloud auszuführen oder zu speichern.

Auf diese Weise stellen wir nicht nur die grundlegenden Infrastrukturdienste bereit, die die Entwickler bereits von uns kennen und erwarten (zum Beispiel Speicher, Rechenleistung und Bandbreite), sondern können diesen mehreren Millionen Benutzern unserer kostenlosen Software eine Bibliothek mit Cloud-Services und Entwicklungsmustern zur Verfügung stellen, die den Wert erhöhen sollen, den sie bereits durch die zugrundeliegende Software erhalten. Gleichzeitig stärken wir so die Community-Entwicklung in offenen Clouds. Und all das basiert auf den Aussagen unserer Benutzer zu den für sie interessanten Themen.

Das Netzwerk ist der Computer
Dieser Leitsatz verkörpert für mich unsere Vision am allerbesten: Das Netzwerk ist der Computer. Der Umfang und die herausragende Qualität der Open-Source-Software von Sun ist gut bekannt und wird nicht zuletzt durch die riesige Community mit Hunderttausenden Benutzern weltweit deutlich. Die Entwicklung der Sun Cloud und der Cloud-Services – von Remote-Speicher bis Remote-Ausführung – wird uns Marktwachstum bescheren und uns die Möglichkeit geben, unseren Kunden mehr Wert zu bieten. Selbst während des wirtschaftlichen Abschwungs. Möglicherweise beschleunigt dieses Klima unsere Services noch. Clouds sind genauso interessant für Studenten und Startup-Firmen wie auch für Fortune 500-Unternehmen. Wenn Sie sich für die Sun Cloud interessieren, besuchen Sie uns unter sun.com/cloud.

„Das Netzwerk ist der Computer“ war schon immer ein beeindruckender Leitspruch, um die Zukunft der Technologie zu beschreiben, die wir bei Sun entwickeln. Nun können wir diese „Vision“ zum ersten Mal wirklich in ein Geschäftsmodell umsetzen. Wir unterstützen die Software-Community, um unseren Marktanteil zu vergrößern und über das Netzwerk mehr Wert für unsere Kunden und Partner-Community bereitzustellen, deren Umfang Sun um ein Vielfaches übertrifft.

In dieser Verbindung zwischen Verbreitung und kommerziellen Möglichkeiten sehen wir eine Riesenchance, die in einer Welt, in der Bandbreite mittlerweile so selbstverständlich ist wie Elektrizität, nur durch Wachstum gemessen werden kann. Und die Akzeptanz kostenloser Software wird wachsen und wachsen.

Dies ist der letzte Beitrag in meiner Blog-Serie zu Sun und der Richtung, die Sun für die Zukunft einschlägt. Ich hoffe, Sie haben Interessantes erfahren. Wir sind ein recht einfaches Unternehmen. Wir möchten drei Ziele erreichen. Erstens: Wir möchten kostenlose Software in der ganzen Welt fördern, denn sie ist gut für die Erde, gut für mehr Innovationen ... und gut für unsere Geschäfte. Zweitens: Wir möchten die interessantesten Technologien der Welt anbieten, von der Entwickler und Anwender gleichermaßen begeistert sind. Und drittens: Wir möchten diese Aspekte wiederum einsetzen, um unsere Cloud und seine Benutzer zu fördern – unsere Kunden, Partner und Sun selbst.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.

Mittwoch Mrz 25, 2009

Netzwerkinnovationen von Sun (3 von 4)

Wie in meinem letzten Blog-Eintrag bereits erwähnt, beschäftige ich mich mit der Analyse der drei wichtigsten strategischen Leitlinien von Sun und mit unserer Entwicklung für das nächste Finanzjahr. Unsere strategischen Leitlinien sind, nach ihrer Wichtigkeit geordnet:

1. Einführung von Technologie
2. Kommerzielle Innovation
3. Effizient 1. und 2. miteinander verbinden.

In diesem Blog-Eintrag möchte ich mich auf den zweiten Punkt, Kommerzielle Innovation, konzentrieren und unsere wichtigsten, umsatzfördernden Produkte, Services und Strategien untersuchen.

Sie wissen mittlerweile, wie wir bei Sun Marktwachstum generieren: Durch die Entwicklung und Einführung wichtiger Technologien den adressierbaren Markt erweitern. Wenn Sie beginnen, eine unserer grundlegenden Technologien zu nutzen, sind die Innovationen, mit denen wir bei Sun weiterhin zu diesen Technologien beitragen, für Sie relevant. Der Vorteil der kostenlosen Bereitstellung ist, dass wir nicht nach Kunden suchen müssen. Die Kunden finden uns.

Daraus ergeben sich drei wertvolle Marktfaktoren. Hier möchte ich etwas zu den ersten beiden Faktoren schreiben, den Produkten und den Services, die wir verkaufen.

Der erste Marktfaktor ist offensichtlich. Wenn Software heruntergeladen wird, ist eine entsprechende Hardware nötig, um sie auszuführen.

Systeminnovationen
Unter jeder Software befindet sich eine Systemplattform. Möglicherweise nur der Laptop eines Studenten.\* Aber es könnte genauso gut ein System aus Servern, Speicher- und Netzwerkgeräten sein, das in einem der größten Fortune 500-Unternehmen steht. Und der Markt für Rechenzentrensysteme beträgt mehr als 150 Milliarden Dollar pro Jahr.

In diesem Marktsegment für Rechenzentren entwickeln wir außergewöhnliche Systeme – von unglaublich schnellen Einstiegsservern bis hin zu besonders effizienten Systemen der Mainframe-Klasse. Ebenso entwickeln wir superschnellen Speicher – von unseren neuen Plattformen auf Flash-Basis bis hin zu umweltfreundlichen Band- und Archivlösungen – wie auch die schnellsten Netzwerk-Switches weltweit, die in die größten Supercomputer integriert werden. Wir decken das gesamte Spektrum ab und arbeiten mit den talentiertesten Partnern der Branche zusammen, um unseren Kunden global zu dienen. Auch wenn wir uns auf unsere eigenen Technologien (beispielsweise Java, MySQL und Lustre) konzentrieren, suchen wir auch nach Optimierungen für VMware und Microsoft Windows. Und unsere Plattformen sind allgemein dafür bekannt, dass Oracle besser auf ihnen läuft als auf allen anderen.

Sie haben bestimmt bemerkt, dass ich von „Systemprodukten“ spreche, nicht nur von Hardwareprodukten. Denn bei diesen Systemen handelt es sich ganz offensichtlich um mehr als nur Hardwarekomponenten: Sie ermöglichen eine Remote-Verwaltung und -Überwachung und sie verfügen über redundante Komponenten, integrierte Visualisierung und integrierte Speicher- und Netzwerkelemente. Deshalb ist unser Gewinn hier größer als der anderer Anbieter aus der Branche.\*\*\* Ich bin besonders stolz auf unser System-Team, das aus den talentiertesten Plattform-Entwicklern weltweit besteht. Aus diesem Grund erhalten sie auch ständig exzellente Beurteilungen.

Aber wohin bewegt sich dieser erste Markt? An dieser Stelle wird es nämlich besonders interessant.

Konvergenz in Rechenzentrensystemen – Wer spielt mit? Wer gewinnt?
Wie ich zuvor einmal erwähnt habe, sind universell geeignete Mikroprozessoren und Betriebssysteme heutzutage so schnell, dass man keine Spezialgeräte mehr benötigt. In anderen Worten: Sie können aus einem Server einen Router bauen. Aus einem Router können Sie allerdings keinen Server bauen, so sehr Sie sich auch anstrengen. Dasselbe gilt auch für Speichergeräte.

Dieser Punkt wird dadurch unterstützt, dass wir mittlerweile unsere gesamte Produktreihe für Speichersysteme aus Standardbauteilen entwickeln, wozu auch Solaris und ZFS, unser Open-Source-Dateisystem,gehören. So können wir innovative Software entwickeln, während andere Hersteller sich noch mit speziell anzufertigenden Hardwaretechnologien herumschlagen und zusätzliche Kosten verursachen. Wir planen eine ähnliche Reihe von Netzwerkplattformsystemen – basierend auf den Chips und der Software, die wir bereits in unserem Portfolio anbieten.

Wir sind der Überzeugung, dass der proprietäre Ansatz in der Speicher- und Netzwerkbranche (und ihre Rohertragsquellen) nun für uns mit unseren allgemein einsetzbaren Plattformen erweitert wird. Das sind gute Neuigkeiten für unsere Kunden ... und für Sun.

Denn im Mittelpunkt dieser Konvergenz steht Solaris – unterstützt durch Technologien wie ZFS (um das wir unsere gesamte Speicherreihe entwickeln) und Crossbow (um das wir einige sehr interessante Netzwerkprodukte erschaffen werden). Technologie-Experten, die sich für ZFS und Crossbow interessieren,können OpenSolaris.org besuchen (und den Link auf:"http://www.opensolaris.org" setzen) oder eine OpenSolaris-CD anfordern. (Bitte klicken Sie in diesem Fall auf das CD-Symbol.)

Ich zeige Ihnen hier eine Abbildung dazu, um mein Argument zu unterstützen: Diese drei Bereiche (Server, Speicher und Netzwerk) konvergieren, weil die Leistungsstärke ihres zugrunde liegenden Serverbetriebssystems und des Mikroprozessors dies erlaubt.

Das bedeutet, dass diese benachbarten Bereiche alle für Sun und die Solaris-Community offen stehen. Es ist bereits ein großer Vorteil für uns, preiswerte, allgemein einsatzbereite Komponenten zu verwenden. Es gibt aber noch weitere Vorzüge. Mit einem allgemeinen Betriebssystem können wir spezialisierte Komponenten (von Flash-Speicher bis hin zu GPUs) einsetzen ... oder neue Speichersysteme oder Netzwerkprotokolle übernehmen, die allesamt als Software zur Verfügung stehen. Weil das zugrunde liegende Betriebssystem und der Basisserver so schnell sind, handelt es sich bei diesen Erweiterungen und Verbesserungen einfach nur um Funktionsaktualisierungen, die wir über Server, Speicher und Netzwerke hinweg einsetzen können.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Firmen, die Netzwerk- und Speichersysteme anbieten nicht ihren eigenen Betriebssystemen verwenden. Natürlich tun sie das. Doch in beiden Bereichen handelt es sich dabei um proprietäre Software mit einer winzigen Anzahl an Benutzern und trotz der Betonung auf offenen Standards und Linux ist die zentrale Software weiterhin für Entwickler nicht zugängig. Eben proprietär. Diese beschränkten Betriebssysteme werden zudem vom größten Teil der Branche nicht unterstützt. Deswegen sind unsere OEM-Vereinbarungen für Solaris mit Herstellern wie IBM, Dell, Intel, Fujitsu und HP auch so wichtig für unsere Endkunden: Sie wissen, dass sie sich nie mehr vollkommen auf ein eingeschränktes, herstellergebundenes Angebot verlassen müssen. Moderne Anbieter für Speicher und Netzwerke erinnern mich an die Serveranbieter in den späten 1990ern, die teure Software an teure Hardware banden. Doch diese in sich geschlossenen Serverlösungen wurden durch neue Innovationen bald geöffnet.

Bei Sun beschränkt sich Open Source nicht nur auf Server. Open Source gilt für das gesamte Rechenzentrum.

Wo ist das Geld?
Nun sollten wir auch noch den finanziellen Hintergrund dieser Konvergenz betrachten. Wenn wir nun diese neuen Marktsegmente betreten, bedeutet das für die Netzwerk- und Speicheranbieter, dass sie weniger Umsatz machen können. Im Serverbereich herrscht heute bereits ein viel stärkerer Wettbewerb vor.

Wir bei Sun sind natürlich glücklich darüber, dass wir durch diese neuen Speicher- und Netzwerkmärkte mehr Geld verdienen können. Wir nehmen bei den Plattformanbietern eine wirklich einzigartige Position ein, weil wir Server, Speicher, Netzwerke und Virtualisierungslösungen auf Basis unserer eigenen Bedingungen bereitstellen können. Diese Lösungen sind hervorragend miteinander verbunden und bieten uns die Möglichkeit, sie zu unseren eigenen Preisen zu verkaufen. Aber wie können wir uns von den anderen Anbietern abgrenzen?

Das ist ganz einfach. Integration und Innovation. Und aufgrund unserer handelsüblichen Open-Source-Komponenten können wir die niedrigsten Preise bieten. Unsere Konkurrenten müssen stattdessen wenig hilfreiche Partnerschaften eingehen und komplexe Wiederverkaufsvereinbarungen treffen. Sie verkaufen ihre Produkte, können jedoch die Plattformsoftware nicht kontrollieren – und auch nicht die Kaufentscheidungen der Kunden.

Wie laufen unsere Geschäfte im Systembereich? Die Bereiche unseres Geschäfts, die davon abhängen, wieviel Software heruntergeladen wird -– hauptsächlich die kostengünstigsten dieser Produkte – machen sich nicht schlecht und "wachsen zweistellig".\*\* Die Schwachstelle unseres Systemgeschäfts liegt vielmehr im High-End-Bereich. Das deutet auf zwei Punkte hin. Erstens: Der Erwerb von High-End-Systemen wird verschoben. Noch vor einem Jahr war dieser Bereich bei uns um 20 Prozent gewachsen, doch im letzten Quartal 2008 zeigte sich stattdessen ein Rückgang um 20 Prozent. In der gesamten Branche wird deutlich, dass die Kunden derzeit vor großen Anschaffungen zurückschrecken.

Der zweite Punkt ist möglicherweise noch wichtiger: In den 1990er wurde beschlossen, dass wir für Solaris keine Unterstützung mehr für Intel anbieten würden, in dem Glauben, dass dadurch der SPARC-Hardwarebereich von Sun geschützt werden würde. Leider stellte dies sich als Fehler heraus, durch den wir eine ganze Generation von Solaris-Entwicklern verloren und durch den mehrere Alternativen zu herkömmlicher SPARC-Hardware entstanden. Nun wissen Sie, warum wir unsere Entwickler an erste Stelle setzen: Sie sind das Saatgut, aus denen große Wälder wachsen. Wenn Sie die Wurzeln nicht mit Wasser versorgen, können die Bäume nicht überleben.

Aber wie kommen wir zu Geld, wenn wir die Software den Entwicklern überlassen? Hier kommt die Kombination aus Software und Services ins Spiel.

Wenn kostenlos noch zu teuer ist
Eine meiner liebsten Geschichten handelt von einem amerikanischen Unternehmen, das fast 30 Prozent seines Jahreseinkommens am ersten Weihnachtstag macht. Es ist ein Mobiltelefonanbieter, dessen Handys oft zu Weihnachten verschenkt werden. Die Beschenkten nehmen ihre Telefone in Betrieb und aktivieren sie in den nächsten 48 Stunden über das Internet. Als wir den Zuschlag erhielten, diesem Unternehmen ein Rechenzentrum zu bauen, wollte mir der Geschäftsführer nur dann den Auftrag überreichen, wenn ich ihm meine private Telefonnummer geben würde. „Wenn an Weihnachten Probleme auftreten“, sagte er, „will ich Sie erreichen können, damit wir wirklich alles tun können, um das Problem zu lösen.“ Ich gab ihm meine Nummer natürlich gern und stellte ebenfalls sicher, dass ich die Privatnummern meiner Mitarbeiter hatte. Weihnachten stand vor der Tür, trat ein – keine Probleme.

Ein Jahr später stellte derselbe Geschäftsführer uns einen Auftrag für mehrere Softwareprodukte von Sun aus. Ich konnte mir einen Scherz nicht verkneifen und erwähnte, bevor er mir den Auftrag gab, dass diese Produkte allesamt Open-Source-Produkte seien und kostenlos zum Download zur Verfügung stünden.

Er blickte mich an, dann seinen Vertriebsvertreter, und sagte: „Was? Warum zahle ich Ihnen denn dann eine Million Dollar?“ Ich antwortet ihm: „Sie können die Software vollkommen kostenlos nutzen. Sie können mich nur an Weihnachten nicht anrufen. Sie wären auf sich allein gestellt.“ Er überreichte mir den Auftrag. Für sein Unternehmen wären die Kosten bei Ausfällen viel höher als die, die durch Lizenz und Support anfallen.

Wenn man sich die Zahlen ansieht, haben die meisten Entwickler und Technologienutzer mehr Zeit als Geld.Die meisten Leser dieses Blogs freuen sich, dass sie freie, nicht unterstützte Software nutzen können und wir freuen uns sehr, diese bereitzustellen. Doch für einige Benutzer überschreiten die Kosten bei Ausfällen bei weitem den Preis für Lizenz und Support. Einige Unternehmen messen die Kosten, die bei Ausfällen auftreten, sogar in Millionen Dollar pro Minute. Wenn Sie Pakete – oder Flugzeugflotten – nachverfolgen, wenn Sie ein Emergency-Response-Netzwerk betreiben oder ein Börsenparkett, haben Sie fast immer mehr Geld als Zeit. Und genau dort setzt unser Geschäftsmodell an: Wir bieten außergewöhnlichen Service, Support und die Unternehmenstechnologien, für die Leute, die mehr Geld als Zeit haben. Ein wirklich toller Geschäftsbereich.

Unsere Softwaregeschäfte gehören zu den am schnellsten wachsenden Bereichen bei Sun. Am Ende dieses Blogs finden Sie unseren aktuellsten finanziellen Überblick. Unsere Angebote reichen von Netzwerkidentität (gemeinsam entwickelt mit der OpenDS-Community) bis zu Applikationsinfrastruktur (entwickelt mit Glassfish und OpenESB), Datenmanagement (entwickelt mit MySQL, ZFS und Lustre) und integrierter Software (wie Java und der neuen JavaFX-Software). Natürlich darf ich auch nicht unser wichtigstes Betriebssystem und die Virtualisierungssoftware vergessen (Solaris, OpenSolaris und VirtualBox). Diese Open-Source-Plattformen generieren – neben den verbundenen Services – über eine Milliarde Dollar im Jahr und machen Sun damit zum weltweit größten Anbieter für Open-Source-Software. (Wenn Sie sich immer noch fragen, ob wir mit Java Geld machen, kann ich Ihnen sagen: Ja. Java wächst und sollte dieses Jahr etwa 250 Millionen Dollar erreichen – einer unserer profitabelsten Bereiche. Und dabei rede ich nur von Java auf Konsumentengeräten, nicht auf Servern.)

Diese Produkte werden jeden Tag überall auf der Welt eingesetzt. Sie regeln die Semesterpläne an Universitäten, werden in Unternehmen getestet und für gut befunden, unterstützen die besten Designer und ... sogar den Wahlkampf des neuen Präsidenten. Wir sind uns bewusst, dass nicht jeder Download gleich mehr Einkommen und neue Benutzer bedeutet, aber sie sorgen alle für ein größeres Bewusstsein und führen häufig zu Testläufen. Und einige dieser Tests führen dann zu Umsatz und Profit. Unsere Vertriebsmitarbeiter sehen den Wert der Aufträge, nicht die Anzahl der Downloads. Der Umsatz wird in Bezug auf die Dauer des Servicevertrags gesehen. Und es ist unvermeidlich, dass der Rest der Branche dieses Geschäftsmodell – zumindest für Massenprodukte – übernehmen wird. Kostenlose Nachrichten, kostenlose Suchmaschinen, nun auch kostenlose und offene Software: Wer das nicht versteht, könnte ja gleich versuchen, der Schwerkraft zu entkommen.Hier würde ich das folgende nehmen: Und die Schwerkraft scheint ja gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten wieder stärker zu werden.

Schlussfolgerung
Nun wissen Sie, wie wir die Übernahme unserer Technologien in Umsatz verwandeln: Wir setzen gezielte, wertvolle Innovationen ein.

Wir stellen das effektivste und effizienteste Systemportfolio weltweit bereit, unter anderem unsere x86- und SPARC-Server sowie Speicher- und Netzwerksysteme. Dazu kommen besonders ansprechende Software- und Serviceprodukte, die von integrierter Software bis zu hoch leistungsfähigen Dateisystemen reichen.

All diese Produkte nennen wir „Netzwerkinnovationen“. Ich weiß, dass dies nicht der üblichen Einordnung der Branche entspricht, doch genau darum geht es doch bei Innovationen: Jegliche Ordnung über den Haufen zu werfen.

Ich habe erst zwei der drei Geschäftsbereiche behandelt, die durch Benutzung in großer Zahl wachsen werden.Deshalb möchte ich Sie einladen, auch den letzten Blog-Eintrag in dieser Serie zu lesen, in dem ich darüber schreiben werde, welches Element das vermutlich wichtigste von allen ist. Es wird durch die oben beschriebenen Innovationen an Kraft gewinnen und den gesamten Marktplatz umgestalten. Damit der Satz „Das Netzwerk ist der Computer“ endgültig Wirklichkeit wird.

Bis dahin.

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i Und bevor Sie über diese Benutzer einfach hinweggehen: Einige der größten Internetunternehmen und Rechenzentren machten ihre ersten Schritte auf Laptops von Studenten. Dies ist ein Trend, der sich meiner Meinung nach in Zukunft noch verstärken wird.

ii Beispielsweise wuchs der x86-Systembereich bei Sun im letzten Quartal um über elf Prozent, während die vergleichbaren Abteilungen bei HP und IBM mehr als zehn Prozent einbüßten. Wenn Sie sich wundern, warum sich die Kunden gerade für Sun entscheiden: Fragen Sie sie.

iii Im Vergleich mit Anbietern, die Server im Industriestandard verkaufen.

Montag Mrz 16, 2009

Einfuehrung von Technologie (2 von 4)

Wie in meinem letzten Blog-Eintrag bereits erwähnt, beschäftige ich mich mit der Analyse der drei wichtigsten strategischen Leitlinien von Sun und mit unserer Entwicklung für das nächste Finanzjahr. Unsere strategischen Leitlinien sind, nach ihrer Wichtigkeit geordnet:

1. Einführung von Technologie
2. Kommerzielle Innovation
3. Effiziente Verbindungen 1. und 2.

In diesem Blog-Eintrag geht es um die erste Leitlinie, die Einführung von Technologie. Technologieeinführung ist kein wirtschaftliches Phänomen; es wird kein Geld, sondern Zeit investiert. Dennoch ist sie mit erheblichen finanziellen Auswirkungen verbunden. Ich nenne Ihnen ein Beispiel:

Letztes Jahr traf ich einen unserer Großkunden und war mir nach dem Durchlesen meines Account Briefing sicher, dass die Geschäfte gut liefen. Eine Analyse der Download-Aktivitäten zeigte, dass der Kunde Solaris und OpenSolaris intensiv nutzte und darüber hinaus eine große interne Community von MySQL-Benutzern aufwies. Bei dem Treffen sagte der CIO: „Wir sind begeistert davon, wie Solaris sich entwickelt.“ Daraufhin fragte ich ihn, ob wir bei MySQL behilflich sein könnten, und er antwortete: „Ich habe es abgeschafft.“

Nicht unbedingt ein Kaufsignal, nicht wahr?

Ich war ziemlich überrascht. Als ich nach dem Grund fragte, sagte er: „Oracle ist unser globaler Standard, und bei 20.000 Entwicklern brauchen die Leute klare Regeln.“ Ich erklärte, dass wir gute Beziehungen zu Oracle hätten, und sprach davon, wie Oracle sich gegen unsere neuen Open Storage-Produkte behaupten muss. Dann unterbrach er mich, indem er sagte: „Aber das Abschaffen hat nichts gebracht.“ Ich traute meinen Ohren nicht. „Wir stellen jedes Jahr zahlreiche Leute ein, die direkt von der Universität kommen. Und sie alle sind MySQL gewöhnt. Alle meine Prototypen sind auf MySQL geschrieben, und jetzt habe ich jede Menge MySQL-Anwendungen, die ich nicht portieren möchte. Und dann ist da noch ein Haufen MySQL-Programmierer, die ich nicht umschulen möchte. Daher bin ich für eine Geschäftsbeziehung.“

So funktioniert Technologieeinführung in der Praxis. Veränderungen im IT-Bereich können entweder von der Unternehmensführung angeordnet oder, was öfter der Fall ist, von den Benutzern und Entwicklern eingeleitet werden.\*

Innovation vs. Innovation beim Wiederverkauf
Wie sähe die Lage ohne die Technologieeinführung aus? Wenn Sun einen One-Way-x86-Server mit Microsoft Windows oder Red Hat wiederverkaufen würde, könnten wir mit diesem Verkauf bestenfalls eine Gewinnspanne von 10 % erzielen. Nur sehr wenige Unternehmen sind groß genug, um sich mit solchen Gewinnspannen über Wasser halten zu können. Wenn Sie Produkte anderer Unternehmen wiederverkaufen, bauen Sie keine Kundenbeziehung mit dem CIO oder Leiter der Technikabteilung auf, sondern mit der Reverse Auction-Website des Unternehmens. Das Gleiche gilt für Technologieunternehmen, die Produkte weiterverkaufen, bei denen es sich nicht um die eigenen Produkte handelt. Denn es ist kaum möglich, sich auf andere Weise von der Konkurrenz abzuheben als durch einen niedrigeren Preis. Und dieser kann immer vom Anbieter unterboten werden.

Im Gegensatz dazu erschließen sich Sun immer dann neue Möglichkeiten, wenn Benutzer unsere Produkte verwenden, beispielsweise wenn sie ihren Datenspeicher auf ZFS, ihr Netzwerk auf Crossbow oder ihre Anwendungen auf MySQL aufbauen. Unabhängig davon, ob sie dafür bezahlt haben, eröffnen sich Sun hierbei stets neue Chancen. Das hat Zukunftspotenzial. Die Fachbezeichnung dafür lautet positiver Optionswert.

Ich möchte den finanziellen Aspekt nicht übermäßig vertiefen, daher sei nur Folgendes gesagt: Wenn der Kapitalwert des auf die Lebensdauer eines Produkts bezogenen Gewinnzyklus den Wert eines einmaligen Verkaufs übersteigt, sind die Produkte oder Services, durch die Zahlungen in Gang gesetzt werden, entweder frei erhältlich (wenn sie, wie Software, keine Grenzkosten aufweisen) oder werden bezuschusst (wenn sie harte Kosten aufweisen). Aus diesem Grund gibt es so viele kostenlose Kreditkarten, Bankkonten, Mobiltelefone, soziale Netzwerke usw. Kostenlose Angebote werden in der heutigen Technologiewelt zum neuen Standard.

Freie Märkte
Dies ist auch der Grund, warum die erfolgreichsten Internet-Marken wie Google, EBay, Skype, Yahoo!, Facebook, Hi5, MySpace, Baidu, TenCent usw. kostenlos angeboten werden. Diese Marken sind erfolgreicher und haben einen höheren Bekanntheitsgrad als die meisten anderen kommerziellen Marken. Auf dem Technologiemarkt gilt das Gleiche für Linux, Java, MySQL, Firefox, Apache, Eclipse, NetBeans, OpenOffice.org und OpenSolaris. „Kostenlos“ ist ein einheitlicher Preis, der keine Währungsumrechnung erfordert und die meisten Kunden erreicht.

Könnte Amazon Ihnen etwas dafür berechnen, dass Sie dort einkaufen? Könnte Ihre Bank Ihnen Gebühren berechnen, wenn Sie ein Konto eröffnen? Könnte Google Geld für die Suche verlangen? Könnte Sun Gebühren für den Download von MySQL oder OpenOffice.org verlangen? Ja, aber dies würde innerhalb von Tagen den Ruin dieser Marken zur Folge haben. Wenn Sie kein kostenloses Angebot bereitstellen, werden diejenigen, die entweder nicht bezahlen können oder wollen, als Kunden ausfallen. Das bedeutet, dass Ihre Zielgruppe entweder begrenzt oder, falls die Konkurrenz bereits kostenlose Angebote bereitstellt, nicht vorhanden ist.

Microsoft ist das einzige Unternehmen, das ich nicht in die oben aufgeführte Liste aufgenommen habe. Ich halte es zwar für eine großartige Marke, aber es ist das einzige Unternehmen, das sich wirklich an das Konzept der Kostenfreiheit annähert und dabei Gewinne mit dem Vertrieb seiner Produkte erzielt. Es ist eine Tatsache, dass Microsoft-Produkte auf fast jedem PC auf diesem Planeten zu finden sind, was den Anschein erweckt, dass sie für die Benutzer dieser PCs „kostenlos“ zur Verfügung stehen. Microsoft ist mit seinen Produkten sehr erfolgreich, und nur wenige Benutzer sind der Meinung, dass sie beim Kauf eines PCs auch für Windows bezahlen.

Somit sind für die Entwickler (die Zielgruppe von Sun), die mit Windows-PCs arbeiten, die Produkte von Microsoft im Prinzip bereits kostenfrei. (Eine Randbemerkung: Bedenken Sie, dass Microsoft ebenfalls unaufhaltsam auf den kostenlosen Vertrieb zusteuert, um neue Benutzer zu erreichen. Irgendwann ist es nicht mehr möglich, jedes Produkt standardmäßig auf jedem Computer zu installieren. Es wäre dann so, als würde man die Sonntagsausgabe einer Zeitung an jedem Tag der Woche drucken.)

Aus diesem Grund stellen wir unsere wichtigste Software überall auf der Welt kostenlos zur Verfügung. Wenn wir dies nicht täten, könnten Entwickler und Benutzer sich kostenfreien Produkten anderer Anbieter zuwenden (oder einfach Produkte verwenden, von denen sie annehmen, dass sie kostenfrei sind). Und wenn sie Produkte anderer Anbieter für den Aufbau ihres Unternehmens oder ihrer Anwendungen verwenden würden, müsste Sun zu einem Wiederverkäufer werden, was weder unserer Vision noch unserem Geschäftsmodell entspricht. Das sind die Gesetze des freien Marktes, in jeder Hinsicht.

Ein Kunde, den ich bereits in meinem letzten Blog-Eintrag erwähnt habe,

sagte zu mir: „Ich habe Sun seit fünf Jahren nicht beachtet, doch auf einmal seid ihr für meine Entwickler wichtig.“ Er hatte festgestellt, dass unsere Produkte, von VirtualBox bis hin zu MySQL und von Glassfish bis hin zu ZFS, immer mehr von seinen Entwicklern verwendet werden. Bei manchen Benutzern und bei fast allen Entwicklern wird das Budget nicht in Geldsummen, sondern in Zeit und Aufwand gemessen. Wenn Sie möchten, dass diese Zielgruppen ihre Zeit in Ihre Produkte investieren, müssen Sie sich diese Aufmerksamkeit verdienen. Und wenn Sie es wert sind, werden diese Benutzer eine Präferenz für Ihr Unternehmen entwickeln. Wir bei Sun sichern uns die Gunst der Benutzer dadurch, dass wird uns von der Konkurrenz, die zum Großteil aus Anbietern proprietärer Lösungen besteht, abheben.

Unsere Produkte sind unsere Werbung
Die Worte „Präferenz entwickeln“ werden von der Werbeindustrie in Zusammenhang mit der Markenbildung verwendet. Unternehmen betreiben Markenbildung und Werbung, um den Bekanntheitsgrad oder die Präferenz der Kunden für die eigenen Produkte zu erhöhen. Nike und Toyota haben z. B. sehr viel Geld dafür ausgegeben, Werbeflächen (oder Sendezeit) zu erwerben, um den Kunden – übrigens kostenfrei – Bilder oder Inhalte zugängig zu machen, die ihre Marken aus ihrer Sicht am besten repräsentieren.

Warum macht Facebook keine Werbung? Weil Facebook seine eigene Werbung ist. Wer Facebook nutzt, entwickelt eine Präferenz für diesen Service. Die Anzahl der Menschen, die Facebook nutzen, übertrifft die Anzahl der Benutzer fast aller anderen Medienunternehmen weltweit. Dieses Unternehmen braucht keine Werbeträger, um auf sich aufmerksam zu machen – es ist seine eigene Werbung.

Wir bei Sun verfolgen einen ähnlichen Ansatz, um die für uns wichtigen Zielgruppen (die Menschen und Unternehmen, die Technologie entwickeln, bereitstellen oder kaufen) zu erreichen. Dadurch dass wir unsere Produkte kostenlos bereitstellen, erreichen wir unsere Zielgruppen automatisch. Der Einsatz unserer Produkte, von Glassfish bis hin zu ZFS und NetBeans, ist eine Markenerfahrung – und zwar eine besonders positive, wenn wir unsere Sache gut machen. Warum nutzen wir also nicht die traditionellen Kanäle für Werbung? Täglich übersteigt die Anzahl der Menschen, die unsere Produkte verwenden und eine positive Markenerfahrung erleben, die Anzahl der Leser aller wichtigen Zeitungen weltweit.

Indem wir bei Sun Innovationen fördern und sogar abgeleitete Produkte unterstützen, die keine Gewinnzuwächse für uns mit sich bringen, stärken wir eine allgemeine Präferenz für Open Source. Auf diese Weise macht Sun sich einen Namen als innovatives Unternehmen, das sich von Anbietern proprietärer Software abhebt und mehr Menschen erreicht. Diese Präferenz schafft Wert für uns und die Communitys, denen wir angehören. Zu diesem Wert gehören Aspekte wie ein gestärktes Bewusstsein, Marktpräsenz, Entwicklung von Know-how und Ausweitung von Ecosystemen. Denn nur eine wachsende Community ist eine gesunde Community.

Wie können sich die Einführung von Technologie und Präferenzen noch positiv auswirken? Wenn zahlreiche Benutzer und Unternehmen unsere Produkte verwenden, interessieren sich auch Entwickler vermehrt für uns. Diese Tatsache kann als Katalysator für eine schnelle Einführung unserer Lösungen fungieren: Wenn ein unabhängiger Softwarehersteller (ISV) eine bestimmte Plattform implementiert, werden andere Hersteller, die mit diesem ISV zusammenarbeiten, folgen. Wenn wir unsere Sache gut machen, führen nach und nach immer mehr ISVs unsere Plattform ein. Dadurch wird die Plattform auch für Endbenutzer attraktiver. Aus diesem Grund ist Red Hat ein so erfolgreiches Linux-Modell. Nachdem Oracle sich entschlossen hatte, Red Hat als Linux-Distribution für die erste Zertifizierung seiner Datenbank zu verwenden, nahmen die von der Oracle-Datenbank abhängigen ISVs ebenfalls eine alleinige Zertifizierung für Red Hat vor. Dies hatte eine derart starke Marktposition für Red Hat zur Folge, dass nicht einmal Oracle in der Lage war, diese Entwicklung einzudämmen.

Die Einführung von Technologie sorgt also für Auftrieb im Ecosystem. Dies wiederum führt zu noch mehr Einführung von Technologie und Expansion usw. Dieser Dominoeffekt beginnt mit einer Implementierung im großen Stil.

Einführung von Technologie
Wie sollen wir uns die „Einführung“ von Technologie eigentlich bildlich vorstellen? Hier sehen Sie eine Grafik, die den Anstieg bei der Einführung einiger unserer wichtigsten Produkte für Rechenzentren weltweit verdeutlicht.

Aus Wettbewerbsgründen werde ich nicht verraten, um welche Produkte es sich konkret handelt. Aber so viel kann ich sagen: Wir sind mit dem Anstieg sehr zufrieden und schätzen positive Beurteilungen unserer Produkte ungemein, denn sie führen zu einer steigenden Nachfrage, die hier durch die Spitzen dargestellt ist. Die Tiefs sind Wochenenden. Beachten Sie, dass es sich hierbei um Produkte für Rechenzentren (wie Glassfish oder OpenSolaris) handelt und nicht um Produkte für Laufzeitumgebungen (wie Java oder OpenOffice.org). Diese Downloads haben also Auswirkungen auf das Design von Rechenzentren. Täglich setzen wir alles daran, mit unserer Software die Gunst der Kunden zu gewinnen. Ob es sich nun um Startup-Unternehmen, Regierungsbehörden, Universitäten, ISVs oder Fortune 100-Unternehmen handelt – jeder, den das Internet erreicht, ist ein potenzieller Kunde. Kostenlose Produkte werden von den Interessenten immer gefunden. Da gibt es keine Grenzen.

Auf Kundenseite erreicht OpenOffice.org, das für die Vision von Sun im Zusammenhang mit offenen Standards und Datenformaten steht, beinahe drei Millionen neue Benutzer pro Woche. Damit liegt die Zahl der Personen, die von diesem Angebot Gebrauch machen, schätzungsweise zwischen 150 und 200 Millionen. Dies belegt wieder einmal die Effektivität einer globalen Vernetzung.

Unsere Produkte sind unsere Marken. Gleichzeitig sind sie der Schlüssel, der es uns ermöglicht, gemeinsam mit Benutzern, Entwicklern und OEMs in verschiedenen Bereichen wie High Performance Computing, Grid Scheduling, Internetdatenbanken, Anwendungsinfrastruktur und Desktopvirtualisierung Lösungen aufzubauen. Eine kostenlose Bereitstellung und ein kostenloser Zugang zum Quellcode sind unser Beitrag für die globale Entwickler-Community. Wir investieren unseren Code, unsere Ideen und unsere Zeit, und wir unterstützen und fördern abgeleitete Produkte. Wir profitieren, indem wir Menschen erreichen, die wir andernfalls niemals erreicht hätten, und indem wir ihre Aufmerksamkeit und ihr Engagement gewinnen. Selbst wenn wir nicht bezahlt werden, ist dies dennoch ein positiver Optionswert.

Eine andere Möglichkeit, die Einführung von Technologie darzustellen, sind diese rosafarbenen Punkte. Sie zeigen an, wo neue Benutzer vermehrt unsere Produkte verwenden. Um dies zu ermitteln, wird die Opt-in-Registrierung herangezogen. Meine Lieblingspunkte auf dieser Karte sind die Orte, an denen wir keine Verkäufe tätigen. Allen Benutzern auf den Falklandinseln möchte ich sagen: Vielen Dank, dass Sie sich für Solaris entschieden haben. :)

Welchen Wert bringt die Technologieeinführung mit sich? Wie beim Suchen, Einkaufen oder Eröffnen eines Bankkontos gibt es erst einmal keinen ummittelbaren Wert, außer dem, dass Sie sich dafür entschieden haben, Ihre Zeit und Energie in unser Ecosystem und nicht in das der Konkurrenz zu investieren. Global gesehen macht uns das zu einem überaus mächtigen Konkurrenten für Unternehmen, die proprietäre Software herstellen oder keine wirklichen Innovationen hervorbringen. Geben Sie z. B. einmal „love ZFS“ bei Google ein. Auf diese Weise bekommen Sie eine Idee davon, womit unsere Konkurrenz weltweit jeden Tag zu kämpfen hat.

Doch wie bei allen kostenlosen Geschäftsmodellen kommen die echten Gewinne erst im Anschluss an den kostenlosen Teil. Darauf werde ich in meinem nächsten Blog-Eintrag zum Thema kommerzielle Innovationen näher eingehen.

Nochmals vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Kommentare.

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\* Immer wenn ich Gruppen von CIOs die Frage stelle: „Wer von Ihnen hat seinen Mitarbeitern erlaubt, bei Google zu suchen?“, hebt niemand die Hand. :)

An alle Leser/Zuschauer, deren Muttersprache nicht Englisch ist: Ich bemühe mich, auf den Videos langsam zu sprechen. Ich werde beim nächsten Video noch mehr darauf achten. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Sonntag Mrz 01, 2009

Sun in mehreren einfachen Schritten erklaert (Teil 1 von 4)

In letzter Zeit haben wir so manche Ankündigung gemacht, sowohl im Produkt- als auch im Partnerbereich. Die Ankündigungen haben reges Interesse und viele Fragen hervorgerufen. Darum möchte ich die Gelegenheit nutzen, um per Video einen Überblick und Anregungen für die bevorstehenden Diskussionen darüber zu liefern, wie Sun funktioniert. Teilen Sie mir bitte über die Kommentarfunktion unten mit, wie hilfreich Sie diese Beiträge finden, und lassen Sie mich wissen, was wir noch tun können, um Sie auf dem Laufenden zu halten.

Wir nähern uns dem Ende unseres Finanzjahres, und angesichts des Wirbels in der Weltwirtschaft halte ich es für sinnvoll, Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Investoren zu erläutern, in welche Richtung sich Sun als Unternehmen bewegt. Klare Aussagen sind immer wünschenswert, erst recht in Zeiten der Ungewissheit.

Zunächst möchte ich in das Klagelied über die derzeitige Weltwirtschaftslage einstimmen. Ich spreche regelmäßig mit Kunden, deren Unternehmen inzwischen zum Teil dem Staat gehören, deren Aktienkurse um 95 Prozent oder mehr gesunken sind und deren Bilanzen und Geschäftsmodelle zurzeit einem enormen Druck ausgesetzt sind. Wie bei jedem Unternehmen hängt auch unsere wirtschaftliche Situation von der unserer Kunden ab, und diesbezüglich stehen wir vor einigen Herausforderungen. Natürlich, in der Krise blüht die Innovation, aber erst, wenn Kunden wieder bereit sind, gewisse Risiken einzugehen.

Doch das Glas ist nicht unbedingt halb leer. Ich kenne auch viele Kunden, denen es wirtschaftlich so gut geht wie nie zuvor – z. B. Startup-Unternehmen im Medien- und Telekommunikationsbereich oder Behörden mit neuen Finanzspritzen – aber diese Kunden bilden natürlich die Ausnahme.

Glücklicherweise weist Sun eine außerordentlich starke Bilanz auf, über 3 Milliarden US-Dollar in flüssigen Mitteln und eine fast zwei Jahrzehnte währende Tradition der Generierung eines positiven Cashflows. Außerdem verfügen wir über eine Reihe von Technologien und viele Mitarbeiter, die in der Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Die Produkte von Sun unterstützen Unternehmen beim Wachstum und bei der Konsolidierung, und sie helfen Regierungsbehörden dabei, die Wirtschaft anzukurbeln. Fördermaßnahmen seitens der Regierung, z. B. durch Bauen neuer Brücken oder eine Automatisierung des Gesundheitswesens, werden zweifelsohne zu verstärkten Investitionen in neue Technologien führen, und darauf sind wir optimal vorbereitet.

Aus diesen Gründen mache ich mir weder Sorgen über die künftige Bedeutung der Technologie für die Wirtschaft noch darüber, welche Rolle die Produkte von Sun in dieser Hinsicht spielen werden. Die Zukunft bereitet mir keine Sorgen, ich sehe ihr mit Spannung entgegen.

Meine Ansichten und Kommentare zur Zukunft von Sun möchte ich auf drei oder vier Blog-Einträge verteilen, und dies ist der erste. Im Laufe des Jahres werden Sie immer häufiger Ankündigungen sehen: Wir werden unsere Open Source-Speicherprodukte erweitern und ein ebenbürtiges Produktportfolio für den Netzwerkbereich entwickeln. Zudem werde ich Ihnen neue, und vielleicht überraschende Solaris- und MySQL-OEMs sowie unsere neuesten Cloud-Angebote und Startup-Programme ankündigen. All dies möchte ich Ihnen im richtigen Kontext präsentieren und Ihnen unsere Prioritäten und Vorgehensweise möglichst deutlich darlegen.

Beginnen wir also.

Meiner Meinung nach ist das alles ganz einfach – wir bei Sun müssen lediglich drei Dinge tun:

1. Alle Entwickler auf der ganzen Welt dazu bringen, unsere Software und Services zu nutzen.

Hierbei handelt es sich um einen strategischen Ansatz, nicht um einen finanziellen. Bei diesem Punkt geht es also nicht um Einnahmen. Ich werde Ihnen in einem kompletten Blog-Eintrag erläutern, welche Beweggründe und Mechanismen bei der Verbreitung von Technologien eine Rolle spielen. Der Leiter der Abteilung für Entwicklungstechnologien eines großen Unternehmens berichtete mir vor Kurzem, dass er sich seit fünf Jahren nicht mehr mit Sun beschäftigt habe, unser Unternehmen mittlerweile jedoch eine große Rolle für seine Entwickler spiele. Diese Aussage werde ich in meinem nächsten Blog-Eintrag analysieren.

2. Die verlockendsten kommerziellen Angebote der Welt bieten – und dabei das Hauptaugenmerk auf die Anwender der Technologien richten, die wir erreichen wollen.

Unsere Software- und Serviceprodukte sind auf Kunden ausgerichtet, für die freie Software teurer ist als Software mit kommerziellem Support, und bei denen die Ausfallkosten den Preis einer kommerziellen Lizenz übersteigen. Diese Zielgruppe ist zwar sehr klein, aber äußerst lukrativ. Im Geschäftsbereich Systeme reichen unsere Produkte von Rack- und Blade-Servern bis hin zu Speicher- und Netzwerksystemen, im Grunde also alles für die Cloud.

Ich werde darüber sprechen, wie zuverlässig diese Angebote Entwickler bei der Differenzierung von Mitbewerbern, der Steigerung der Bruttomargen und dem Ausbau des Wettbewerbsvorteils unterstützen, während wir unsere Angebote auf Speicher- und Netwerksysteme ausweiten.

3. Die ersten beiden Punkte im Hinblick auf Service und Vertrieb effektiv miteinander verbinden.

Über die ersten beiden Punkte habe ich bereits viel und oft gesprochen, über diesen dritten Punkt hingegen sehr wenig. Das liegt zum Teil daran, dass dieses Vorhaben noch in den Kinderschuhen steckt. Außerdem stellt der Umfang unseres Vertriebs-/Service-Channels unsere größte strategische Herausforderung dar.

Die Reihenfolge spielt eine entscheidende Rolle: Höchste finanzielle Priorität genießt die Generierung eines freien Cashflows, höchste strategische Priorität genießt die Vergrößerung unseres Zielmarkts. Wenn wir diese Anforderungen aufeinander abstimmen, so wie wir es bei unserem Open Storage-Geschäft geschafft haben, sind wir sowohl in der Free Software-Community als auch bei zahlenden Kunden ganz weit vorn. Das ist eine starke Kombination, vor allem für Anbieter proprietären Speichers, die vorgeben, nichts gegen kostenlose Software zu haben, solange sie nicht im Wettbewerb mit ihren Produkten steht.

„Einfachheit“ ist bekanntlich mit jeder Menge Entwicklerarbeit verbunden. Es ist also leicht, von „lediglich drei Dingen“ zu sprechen, aber ich will nicht behaupten, dass diese Aufgaben problemlos zu erledigen sind. Unser Ziel besteht darin, hochwertige Netzwerkinnovationen zu entwickeln, zu fördern und zu kommerzialisieren. Innovationen für Entwickler und Anwender.

Wenn Sie verstehen wollen, wie Sun funktioniert, müssen Sie beides verstehen. Sie müssen erkennen, welche Faktoren hinter unseren finanziellen Ergebnissen stehen, und unsere Finanzberichte lesen. Wenn Sie nicht beide Perspektiven kennen, sehen Sie nicht das große Ganze, und Ihnen entgehen womöglich potenzielle Bedrohungen oder mögliche Chancen.

Vor diesem Hintergrund werde ich mich in den nächsten Blog-Einträgen auf die oben erwähnten Punkte konzentrieren. Der Schwerpunkt wird dabei auf der aktuellen und – unabhängig von der Konjunkturflaute – künftigen Marktlage liegen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

(Die YouTube-Version des Videos finden Sie hier.)

Dienstag Feb 24, 2009

HP tritt der Solaris-Community bei (In Freiheit leben oder sterben)

Im Jahr 1809 musste General John Stark, ein Held des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, aus gesundheitlichen Gründen die Einladung zu einem Veteranentreffen ablehnen. Aus einem Brief, der in seiner Abwesenheit verlesen wurde, stammen seine Worte „In Freiheit leben oder sterben“, die zum Motto des US-Bundesstaats New Hampshire wurden. New Hampshire war der Heimatstaat Starks und zeichnet sich seit jeher durch einen ausgeprägten Hang zur Unabhängigkeit (und den Verzicht auf Einkommenssteuer) aus.

Darauf kommen wir gleich noch einmal zurück.

Heute erfolgt unsere Bekanntgabe des größten und bedeutendsten OEM-/Distributionsabkommens, das Sun je für das Open-Source-Betriebssystem Solaris unterzeichnet hat und das unsere Zusammenarbeit mit Hewlett Packard, dem weltweit führenden Anbieter von High-Volume-Servern, begründet. Im Rahmen dieses Abkommens erhält Solaris Tier 1-Status, ist also gleichrangig mit Microsoft Windows für die Channel und Partner von HP. Kommerzielle Lizenzen und Support-Services werden für die gesamte Bandbreite der x86-Systeme bereitgestellt, die HP als Proliant-Produktreihe anbietet. Noch wichtiger ist jedoch, dass beide Unternehmen in die Innovationen, die Community und den Markt unserer gemeinsamen Plattformen investieren. Damit wird der Markt für Solaris wachsen.

Mit diesem Abkommen werden alle führenden Server-Anbieter zu Solaris OEM-Partnern: HP, Intel, AMD, IBM, Dell und viele mehr. Schon jetzt laufen bereits mehr als 1.000 x86-Systeme und fast 8.000 ISV-Anwendungen auf Solaris und OpenSolaris. Die Nehalem-Systeme von Intel stehen kurz vor der Einführung und werden bei Kunden und ISVs Interesse an einem robusten, skalierbaren Open-Source-Cloud-Betriebssystem wecken, das jedes Quäntchen Leistung des x86 ausschöpft. Sämtliche x86-OEMs der Welt werden ihr Augenmerk dann auf Solaris richten – und auf ZFS, DTrace, MySQL, Java und integrierte xVM-Virtualisierung. Herzlichen Glückwunsch, HP, und willkommen im Team!

Und nun zurück zum Thema: Mehr als ein Jahrhundert nach dem Grußwort General Starks war New Hampshire der Standort eines der ersten und effektivsten Softwareteams aller Zeiten: die Unix Group der Digital Equipment Corporation. In den 1980ern übernahm diese Gruppe das Motto „In Freiheit leben oder sterben“ für das Unix-Betriebssystem und machte es damit zum Inbegriff unabhängiger und innovativer Software und freien geistigen Eigentums. Ein Großteil der Unternehmen im Bereich freie Software lebt nach diesem Motto.

Und ganz im Sinne von „In Freiheit leben oder sterben“ kehrte Sun den herkömmlichen Unix-Anbietern Ende der 1990er den Rücken und befreite das Solaris-Betriebssystem von den Fesseln der Hardware, auf der es ausgeführt wurde, und von den Zwängen der herkömmlichen Entwicklung proprietärer Software. Wir haben den Quellcode unter einer Lizenz für freie Software zur Verfügung gestellt, wir haben umfassend in Communitys außerhalb von Sun investiert (Intel und AMD haben sich als hervorragende technische Partner erwiesen), und wir haben Kunden und Partner beteiligt. Dieser Wandel wird heute mit der Bekanntgabe unseres bedeutendsten Solaris-OEM-Abkommens abgeschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung wird HP Teil der OpenSolaris-Community, optimiert OpenSolaris für Server und Storage von HP und investiert in unsere Erschließung einer Vielzahl neuer Märkte, von Gesundheitswesen und Industrie zu kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Aus unserer Sicht bestimmt das Motto „In Freiheit leben oder sterben“ nicht nur die Zukunft von Betriebssystemen, sondern auch die anderer Software. Traditionelle herstellerspezifische Softwaremodelle werden wie traditionelle Zeitungen an Einfluss verlieren, weil die Kunden auf Cloud-Computing umstellen. Im Rahmen der Stimulusprogramme haben Regierungen in aller Welt bereits Open Source-Software empfohlen oder vorgeschrieben, um die Wirtschaft anzukurbeln. „In Freiheit leben oder sterben“ bedeutet Entscheidungsfreiheit, technische Unabhängigkeit und Innovation. Die Revolution hat begonnen.

Viele Kunden, die diese Ansicht teilen, haben zum Abschluss der HP/Solaris-Vereinbarung beigetragen. Mark Hurd und ich haben Ihre Anregungen gehört und gelesen, und beide Teams haben monatelang unermüdlich an der Schaffung einer umfassenden, robusten und effektiven Übereinkunft gearbeitet. Wir bei Sun freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen bei HP.

Wenn Sie eine Solaris-CD wünschen, klicken Sie einfach auf das Bild. In Freiheit leben: genau das ist gemeint!

Montag Feb 16, 2009

Sun: Ergebnisse im zweiten Quartal

Hier sind meine Gesprächsnotizen für die Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Statt sie zu überarbeiten, möchte ich sie einfach an dieser Stelle veröffentlichen.

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Vielen Dank, dass Sie heute an diesem Gespräch teilnehmen.

Zu Anfang möchte ich einen Überblick zu unseren Ergebnissen im zweiten Quartal und zur derzeitigen Wirtschaftslage geben; darauf folgen einige Anmerkungen zu produktspezifischen Ergebnissen. Das entspricht den Folien 6 and 7. Anschließend erläutert Mike Lehman (CFO von Sun) die finanziellen Kennzahlen und präsentiert Neuigkeiten zum im November vorgestellten Umstrukturierungsplan.

Die Ergebnisse im zweiten Quartal entsprachen weitgehend unseren Erwartungen. Die allgemeine Wirtschaftslage beeinflusste die Kundengespräche in allen Regionen. Das bedeutet: Kaufentscheidungen über High-End-Systeme wurden vertagt; dementsprechend ging der Auftragswert für SPARC Enterprise-Server im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück. Dies gilt gleichermaßen für die damit verbundenen Geschäftsbereiche Storage und Service. Dieser Trend dauert seit etwa einem Jahr an. Dennoch setzte sich das Wachstum in unseren Kernbereichen fort, wobei die Software-Sparte ein Highlight darstellte. Aber auch bei Open Storage, Chip-Multithreading-Systemen (CMT oder „Niagara“) sowie x86-Systemen erzielten wir ein zweistelliges Wachstum.

Im vergangenen Quartal erläuterten wir, wie sich das Geschäft von Sun in die Kategorien „Traditionell“ und „Wachstum“ unterteilen lässt (siehe Folie 7). Rund ein Drittel des Auftragswerts für Produkte von Sun entfällt inzwischen auf die Kategorie „Wachstum“. Im Vorjahr waren es nur 23 Prozent. Wir erschließen auch weiterhin neue Geschäftschancen bei unseren bestehenden Kunden und, noch wichtiger, weit darüber hinaus.

Im Bereich „Traditionell“ ist der Rückgang bei den Enterprise-SPARC-Systemen größtenteils auf den Aufschub von Kaufentscheidungen zurückzuführen. Da unternehmenskritische Systemplattformen jedoch im Laufe der Zeit veralten, wird es in diesem Geschäftsbereich lohnende Chancen durch Upgrades und Erneuerungen geben. Dennoch sind diese Ergebnisse und ihre Auswirkungen auf unser Storage- und Attached-Service-Angebot enttäuschend. Der Markt für Tape und Archive ist zwar rückläufig, doch unser Geschäftsbereich erzielte bessere Ergebnisse als unsere Mitbewerber und verspricht auch weiterhin gute Einnahmen.

Kommen wir zu den Wachstumsgeschäften.

Der Bereich Software ging im zweiten Quartal mit gutem Beispiel voran: Der gesamte Auftragswert für Software stieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und um 52 Prozent in Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Der Software-Auftragswert für Java stieg im Jahresvergleich um 47 Prozent. Hierbei ziehen wir Nutzen aus unserer Fähigkeit, Software für Client-Geräte weltweit bereitzustellen: von PCs über Set-Top-Boxen bis zu Mobiltelefonen. Zudem liefern wir unsere neue Plattform, JavaFX, an OEMs in aller Welt aus. Der Markt für Mobilgeräte und web-fähige Endgeräte wächst weiter, und das macht die Java Plattform, die bereits von Millionen von Verbrauchern genutzt wird, zu einem immer attraktiveren Geschäft.

Bei MySQL und Infrastruktur-Software stieg der Auftragswert im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent. Die Nachfrage nach Open Source-Middleware ist sprunghaft angestiegen. Dies gilt für Identitätsmanagement und Datenmanagement ebenso wie für Integrationssoftware. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage ist freie und Open Source-Software ein hochaktuelles Thema. Was bislang nur unter CIOs diskutiert wurde, steht nun für Entscheidungsträger in aller Welt im Brennpunkt: Open Source bedeutet Kosteneinsparungen.

Auch bei Solaris, Management und Virtualisierung war ein Wachstum im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zu verzeichnen, nicht jedoch im Vorjahresvergleich. Immer mehr Kunden setzen statt auf traditionelle Lizenzverträge auf Abonnements und Service-Angebote. Diese Umstellung wurde im Verlauf des zweiten Quartals weitgehend abgeschlossen. Solaris/OpenSolaris ist somit eine der drei verbleibenden Plattformen für Cloud Computing (neben Microsoft Windows and Linux). Mit Angeboten wie Java und OpenSolaris, MySQL und xVM ist Sun in der Lage, die umfassendste Open Source-Softwareplattform der Welt bereitzustellen: für Enterprise Computing und natürlich für Cloud Computing.

Kommen wir nun zum Geschäftsbereiche Systeme.

Der Auftragswert der Solaris basierten Chip-Multithreading-Systeme (die CMT- oder Niagara-Plattformen) stieg im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um mehr als 30 Prozent. Auf der Grundlage des Auftragswerts im ersten und zweiten Quartal des Finanzjahres 09 stellen die CMT-Systeme für Sun nun einen Jahresgeschäftswert von 1,4 Milliarden US-Dollar dar und verzeichnen ein kräftiges, zweistelliges Wachstum. IBM Power und HP Itanium sind nur in High-End-Konfigurationen erhältlich. Unsere Niagara-Plattformen sind somit eine einzigartige Alternative für IBM AIX- und HP HPUX-Kunden mit kapazitätsstarken Systemen.  Wir setzen die Erweiterung des Niagara-Angebots fort. Die neueste Ergänzung ist das T5440, ein leistungsstarkes Midrange-Computersystem als Ergänzung unserer Produktreihe für die x86-Plattform für die wachsende Zahl von Kunden, die Niagara-Volumengeräte (mit Blades oder Racks) nutzen.

Auch bei den Intel- und AMD-basierten X64-Servern von Sun nahm der Auftragswert im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zu. Der Bereich Blades – dazu zählen Prozessor-basierte Systeme mit SPARC, Intel und AMD – verzeichnete ein weiteres hervorragendes Quartal mit 62 Prozent Zuwachs des Auftragswerts im Jahresvergleich. Diese Ergebnisse beruhen auf neu gewonnenen Marktanteilen sowohl bei herkömmlichen als auch bei Blade-Servern, auf die wir mit profitablen Angeboten in den Bereichen Software, Service und Storage aufbauen können.

Der Auftragswert von Open Storage-Produkten stieg um 21 Prozent im Jahresvergleich, was unter anderem auch auf eine Umstellung auf Flash-basierte 7000-Systeme von Sun („Amber Road“) zurückzuführen ist. Diese Systeme stoßen bei Kunden und Partnern auf reges Interesse. Sie basieren auf branchenüblichen Komponenten und dem beliebten Open Source-Dateisystem ZFS und bieten ein weitaus besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als herstellerspezifischer NAS-Speicher. Mehr als 2.000 Vertriebspartner sind inzwischen für den Verkauf von Amber Road ausgebildet und zertifiziert. Wir haben noch nie so ein enormes Interesse an einem neuen Storage-Produkt erlebt und rechnen daher mit guten Ergebnissen. Dies ist das erste Produkt in einer kompletten neuen Open Storage-Reihe, die von kleinen Kunden bis hin zu Mainframe-Storage reichen wird.

Amber Road ermöglicht uns die Erweiterung unseres Appliance-Angebots. Das kostenlos zur Verfügung gestellte ZFS-Dateisystem schafft Chancen und steigert den Bekanntheitsgrad des Open Storage-Angebots von Sun. Ich gehe davon aus, dass unsere neue Crossbow-Plattform vergleichbare Chancen für Sun im Bereich Netzwerke erschließen wird. Wie der traditionelle Storage-Markt ist auch der Netzwerkmarkt von sehr hohen Preisen, proprietärer Software und Einschränkungen durch Hardwareplattformen geprägt. In einem derartigen Umfeld schaffen Open Source-Software und Standardkomponenten Flexibilität und Wettbewerb. Das bedeutet Entlastung für Kunden, die mit knappen Budgets technische Engpässe bewältigen müssen.

Abschließend möchte ich Sie daran erinnern, dass schwierige Zeiten auch enorme Chancen für Innovatoren bergen. Unsere Kunden in aller Welt stehen unter Druck, doch genau dieser Druck veranlasst sie, sich den Alternativen zuzuwenden, die Sun zu bieten hat: von bereits weit verbreiteter Software hin zu innovativen Systemen. Sun verfügt mit flächendeckend eingesetzten Softwaremarken und Entwicklerplattformen, umfangreichen Benutzer-Communitys und leistungsstarken Produkten und Verbreitungsmedien über die besten Voraussetzungen für ein gezieltes, langfristiges Wachstum.

Donnerstag Feb 12, 2009

JavaFX erreicht die 100.000.000-Marke

Ich habe eine besondere Neuigkeit:

Heute Abend wird Sun 100.000.000 JavaFX-Runtimes bereitgestellt haben. Herzlichen Glückwunsch! Seit JavaFX letzten Dezember eingeführt wurde, ist es durch enorme Downloadraten die am schnellsten wachsende RIA-Plattform auf dem Markt und stellt neue Rekorde für das Verbreitungstempo eines Produkts von Sun auf.

Die 100.000.000-Marke kommt gerade rechtzeitig zur Ankündigung der zweiten Phase unserer JavaFX-Strategie: die Präsentation von JavaFX Mobile nächste Woche auf dem Mobile World Congress. JavaFX Mobile entspricht der Runtime von JavaFX Desktop, ist jedoch für Geräte mit minimalem Speicherplatz vorkonfiguriert (z. B für Handys). Mit neuen Partnern wie Sony Ericsson und LG Electronics (und es werden täglich mehr) werden wir die konvergierte JavaFX-Basis um ein enormes Spektrum an Mobilgerät-Runtimes erweitern und Java-Entwicklern noch mehr Möglichkeiten bieten.

Was sind die Gründe für diese schnelle Verbreitung? Die Java-Plattform ist auch weiterhin die umfassendste Open Source-Softwareplattform der Welt für Rich Internet und verfügt über die weltweit größte Entwickler-Community. Mit JavaFX spricht Sun neben der traditionellen Zielgruppe gezielt die kreativen Köpfe an, die nicht programmieren, aber dennoch mit Audio, Video und leistungsstarken Grafikanwendungen arbeiten. Wichtiger noch: Mit JavaFX können Ersteller von Inhalten Browser und deren potenzielle Hindernisse umgehen und Anwendungen direkt auf dem Desktop oder dem Handy des Benutzers installieren. Dieser Bereich wird im Jahr 2009 an Bedeutung gewinnen, weil für jedes Gerät mit Internetzugang „AppStores“ bereitgestellt werden.

Wie sehen wir den Markt? Wir haben uns Folgendes überlegt:

Erstens wird kostenlos zur Verfügung gestellte Open Source-Software weiterhin eine bedeutende Umsatzmöglichkeit für Anbieter darstellen, die dieses Geschäftsmodell verstanden haben. Sun erzielte mit Java im letzten Quartal mehr als 67 Mio. US-Dollar Auftragswert, fast 50 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Das bedeutetet auf das Jahr umgerechnet: Das Java Client-Geschäft (separat vom Java Server-Geschäft) ist mehrere Hundert Millionen Dollar wert und öffnet weltweit Türen für Sun und die Java-Community. All das beruht auf der kostenlosen Bereitstellung von Runtimes und Quellcode. Frei ist gut: Freie Software, Freibier, Redefreiheit, freier Markt.

Zweitens werden Geräte zunehmend funktionsäquivalent: Flash ist mit Silverlight ebenso vergleichbar wie mit JavaFX. Wir haben alle unsere Stärken, doch langfristig halte ich den Verbreitungsgrad und das Geschäftsmodell für wichtigere Erfolgsfaktoren als die Technologien. Warum? Versetzen Sie sich einmal in die Lage von Amazon: Bei der Entwicklung des bemerkenswerten Kindle 2 ist Ihnen wichtig, dass Sun nicht sein eigenes Geschäftsmodell zwischen Sie und Ihre Kunden stellt. Sie möchten, dass die Technologie auf Ihr eigenes Geschäft abgestimmt ist und nicht auf das Ihres Zulieferers. Zudem soll sie Ihnen Zugang zur weltweit größten Entwickler-Community bieten. (Bedeutet das, dass Sie JavaFX oder Flash oder Silverlight verwenden müssen, wenn Sie auch in Zukunft beim Thema Rich Internet mitmischen möchten? Nein. Apple verwendet Objective-C für das iPhone und räumt so mit der Ansicht der Puristen auf, dass coole Applikationen immer in einer Web-Skripting-Sprache programmiert sind).

Drittens ist der Markt für Verbraucherelektronik weitaus vielseitiger und wettbewerbsorientierter als der vergleichsweise ruhige PC-Markt. Es gibt bereits eine Vielzahl neuer Java-Geräte, von Kfz-Armaturenbrettern und BluRay DVD-Playern über Set-Top-Boxes und digitale Fotorahmen zu VoIP-Telefonen und neuen Unterhaltungsmedien. Die Wirtschaft mag abbremsen, doch RIA startet durch.

Die Java-Plattform gewinnt auf Milliarden von Geräten ständig an Wert und Bedeutung. Wir bei Sun sorgen mit der Rechenzentren-Infrastruktur mit dem weltweit besten Preis-Leistungs-Verhältnis und der Cloud-Power von Sun dafür, dass Java die führende Runtime-Umgebung bleibt. Das Netzwerk ist der Computer.

Noch einmal herzlichen Glückwunsch dem Team – und der Java-Community! Auf die nächsten 100.000.000! (Wer möchte, kann JavaFX SDK hier herunterladen.)

Freitag Jan 16, 2009

Der richtige Umgang mit Bestsellern

In meiner Nachbarschaft gibt es zwei Buchhandlungen. Diese Läden sind so verschieden wie Tag und Nacht.

Der erste orientiert sich an Bestsellerlisten, bewirbt zugkräftige Titel und nutzt Schaufensterauslagen sowie traditionelle Verkaufsmethoden, um den Umsatz zu steigern. Die Geschäfte laufen offenbar gut, und das Jahr für Jahr. Die zweite Buchhandlung, die sehr beliebt ist und als eine Art Juwel der Gemeinde betrachtet wird, lässt Kunden an den (durchdachten) Meinungen der Mitarbeiter teilhaben. Überall im Geschäft sind kleine Kärtchen mit diesen Meinungen an den Regalen angebracht. Präsentiert werden die Bücher in alphabetischer Reihenfolge, mit einer Neutralität, die an Bibliotheken erinnert.

Die erste,â•≠äußerst markt- und saisonorientierte Buchhandlung ist offenbar ziemlich erfolgreich. Die zweite hingegen, so lieb und teuer sie der Gemeinde auch sein mag, kämpft ums Überleben.

Welch seltsame Einleitung für einen Artikel über Storage-Arrays für Rechenzentren, mögen Sie denken. Nach einer weiteren Woche, in der eine wirtschaftliche Hiobsbotschaft die nächste jagte (Verluste in Milliardenhöhe und Hilfsprogramme für einige der größten Unternehmen der Welt), ist mir jedoch nichts besseres eingefallen. Doch ich will nun wirklich nicht über die Wirtschaft reden (oder darüber, dass mich ironischerweise ein Wall-Street-Analyst, der Sun mit einem Sell Rating bewertet hat, nach einem Job gefragt hat). Auch die Regeln des Buchhandelsvertriebs sind nicht mein Thema. Was mir am Herzen liegt, sind Storage und Flash-Speicher – weitaus schillerndere Themen (jedenfalls für mich).

Wie Sie wissen, ist Flash-Speicher dabei, die Rechenzentren in rasantem Tempo zu erobern. Flash-Speicher verfügt über außergewöhnliche Leistungseigenschaften und reagiert im Allgemeinen auf Anforderungen zum Lesen und Schreiben von Daten um ein Vielfaches schneller als ein herkömmliches Festplattenlaufwerk – bis zu Hunderte Mal schneller. Außerdem erfordert Flash-Speicher wenig oder keinen Strom, erzeugt kaum Wärme und ist gegenüber Erschütterungen und Temperaturschwankungen unempfindlich. Dazu kommt der tolle Name: „Flash-Speicher“ – wer hätte so etwas nicht gern in seinem Rechenzentrum? (Gerüchten über die angeblich geringere Zuverlässigkeit von Flash-Speicher im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten wird hier der Boden entzogen.)

Sun stellte vor Kurzem ein mit Flash-Speicher optimiertes Storage-Array vor. Es trägt einen ähnlich schillernden Namen, Sun Storage 7000, und ist ein so genanntes Open Storage-Array. Das heißt, es enthält sowohl Standardkomponenten (Flash und Festplatte) als auch Open Source-Software (hier finden Sie eine hervorragende Zusammenfassung).

Das Sun Storage 7000-System zeichnet sich durch eine erstaunliche und interessante Eigenschaft aus: Es lernt. Je länger es seiner Arbeit nachgeht, mit Anwendungen interagiert und Daten bereitstellt, desto schneller wird das Gerät. Wie es das schafft, hat mit den Buchhandlungen zu tun, die anfangs beschrieben wurden.

Die meisten Storage-Arrays verhalten sich wie der erfolglose Buchladen, der Bücher nach einem Sortierverfahren anordnet, dem der Benutzer keinen Wert beimisst: Festplatten unternehmen keinerlei Anstrengungen, die Daten nach der Zugriffshäufigkeit anzuordnen. Folglich werden beliebte und unbeliebte Inhalte mit derselben Latenzzeit bereitgestellt (oder beliebte sogar mit höherer Latenz). Storage-Architekten bemühen sich nach Kräften, Notlösungen für das Problem zu finden. Die meisten scheitern jedoch und greifen zum Mittel des massiven Over Provisioning. Das heißt, sie verschleudern Geld mit dem „Short Stroking“ von Daten. Dabei werden sämtliche Daten auf die äußeren Bereiche einer Festplatte geschrieben, die Bereiche mit der höchsten Zugriffsgeschwindigkeit, wo die Lese-/Schreibperformance am besten ist. Dies funktioniert zwar, ist jedoch höchst ineffizient. Ressourcen (Geld, Energie, Platz, Festplatten) und Geduld werden so überstrapaziert und verschwendet.

Sun Storage 7000 hingegen verhält sich wie die umsatzorientierte Buchhandlung. Das System verwendet Algorithmen (anstelle von Speicheradministratoren), um die Daten, auf die am häufigsten zugegriffen wird, flexibel dort zu platzieren, wo sie am schnellsten abgerufen werden können: im Flash-Speicher. (Ein Softwareanalyst fragte mich heute in einem Gespräch, warum wir uns mit dem Hardwaregeschäft abgeben, wenn unsere Software-Assets doch so viel wert sind. Dies ist ein hervorragendes Beispiel: Der Wert liegt nicht in der Software oder Hardware selbst, sondern in den Systemen, die wir damit entwickeln.)

Das interne Betriebssystem (OpenSolaris, gepaart mit ZFS) „wärmt“ das Gerät nach dem Start sozusagen auf – es überwacht den Datenverkehr, stellt fest, auf welche Dateien am häufigsten zugegriffen wird, und sorgt für ihre Zwischenspeicherung in Flash. Danach sind die Daten nahezu sofort verfügbar. Anschließend kann das 7000 wesentlich langsamere Festplatten mit geringerem Stromverbrauch für die Daten verwenden, auf die selten zugegriffen wird. Das Ergebnis? Häufig genutzte Dateien (Hot Files) werden um ein Vielfaches schneller bereitgestellt als mit hochwertigen Turbofestplatten der Enterprise-Klasse, selbst bei Short Stroking (hatte ich bereits erwähnt, dass diese Festplatten ein Vermögen kosten?). Kunden profitieren von einer drastischen Senkung der Ausgaben für Geräte, Energie, Kühlung, Platz usw.

Aus Sicht des Endnutzers sieht das so aus: Die Titelseite Ihrer Nachrichten-Website, die Produkte oder Inhalte, auf die am häufigsten zugegriffen wird, oder das Facebook-Profil des Piloten, der gerade 155 Passagieren mit einer Notlandung in einem Fluss das Leben gerettet hat, werden blitzschnell bereitgestellt. Alle sind glücklich: die Benutzer, Ihr CFO und nicht zuletzt Ihre Familie, mit der Sie mehr Zeit verbringen können. (Gäbe es eine für MySQL optimierte Maschine, dann wäre es diese. Das Gerät lässt sich jedoch auch hervorragend mit Oracle, DB2 und SQL Server einsetzen – und natürlich Postgres.)

Es liegt klar auf der Hand: Wenn Sie die Bestseller im ersten Regal auslegen, das dem Kunden nach dem Betreten des Geschäfts ins Auge fällt, kauft er viel eher ein Exemplar, als wenn die Bücher in alphabetischer Reihenfolge im Laden präsentiert werden. Mit den Bestsellern ändern sich auch Ihre Werbeaktionen und Auslagen. Wenn Sie Ihr Angebot der Nachfrage anpassen, gewinnen Sie mehr Kunden und machen mehr Umsatz. Auf dieser Prämisse fußt Sun Storage 7000: Systeminnovation dient der Steigerung der Performance, Beseitigung der Latenz und drastischen Kürzung der Anschaffungs- und Betriebskosten.

Durch dieses Verhalten macht sich eine Buchhandlung in meiner Wohngegend weniger beliebt, doch es erhöht die Sympathien für Sun im Rechenzentrum. Sun Storage 7000 wird damit außerdem zu einem aussichtsreichen Anwärter auf einen Platz in der Bestsellerliste der Storage-Branche.

Wenn Sie Wiederverkäufer oder Kunde sind und Sun Storage 7000 kostenlos testen möchten, klicken Sie hier...

Ein hervorragender Simulator steht hier als kostenloser Download zur Verfügung, damit Administratoren die Benutzeroberfläche und die Diagnostikfunktionen des 7000 testen können, ohne ein Gerät installieren zu müssen.

Apropos Bestseller: Im folgenden Video spielt das 7000 eine Hauptrolle. Hier wird gezeigt, wie Sie Ihre Storage-Arrays nicht zu Bestleistungen motivieren.


Mittwoch Nov 26, 2008

Ein (weiterer) Sieg für Open Storage

Wikipedia, eine der weltweit meistbesuchten Websites (Nummer 8 unter den Top 10 um genau zu sein), bietet einem Publikum, das so groß ist wie das Internet selbst, eine unglaubliche Vielfalt an Inhalten. Doch Wikipedia ist viel mehr als nur eine reine Online-Enzyklopädie – es ist mittlerweile zu einer der größten Suchmaschinen der Welt geworden und bietet sowohl Live-Nachrichten als auch Informationen aus den Bereichen Bildung, Politik und Gesundheit. Viel wichtiger jedoch ist: Wikipedia zählt zu den wertvollsten Marken und Medien dieser Welt.

Wikipedia ist zudem ein gutes Beispiel für das Phänomen, bei dem ein Marktsegment so schnell wächst, dass die Technologieentwicklung nicht mehr hinterherkommt. Technologiefirmen sollten derartigen Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit schenken. Sie sorgen nämlich nicht nur für ein Gesamtwachstum des Marktes, sondern häufig auch für grundlegende Neuerungen im Technologiebereich. Generell lässt sich sagen, dass soziale Medien, wie kostenlose Nachrichten, Social Networking und gemeinsam genutzte Inhalte genau diesen Wandel in Gang setzen: Sie bestimmen, welche Architekturen erforderlich sind und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um Inhalte einer Vielzahl von Nutzern auf möglichst wirtschaftliche Weise verfügbar zu machen.

Daher war ich hocherfreut, dass Wikimedia sich gegen proprietäre Alternativen und für unsere Open Storage-Plattform entschied, um die geplante Bereitstellung von Rich Media-Inhalten, wie hochauflösenden Videos oder temporär verfügbaren Inhalten, an die weltweit über 250 Mio. Benutzer zu bewältigen. Ein wahrhaft großes Publikum, das darauf wartet, qualitativ hochwertige Inhalte hochzuladen und interaktiv zu nutzen.

Wie auch Wikipedia stützen sich die größten Websites rund um den Globus auf unsere MySQL-Datenbank (werfen Sie mal einen Blick auf die Top 100). Aus diesem Grund haben wir kürzlich eine neue Systemplattform-Reihe vorgestellt, die speziell auf den Betrieb von MySQL ausgelegt ist und eine bis zu dreimal höhere Leistung als alternative Standardsysteme bietet – es ist schließlich weitaus einfacher, Produkte an Kunden zu verkaufen, die sich bereits für Sun entschieden haben. Wir erweitern diese Palette nun mit unseren neuesten Open Storage-Angeboten, die auf einen fünf- bis fünfzigmal schnelleren Betrieb von ZFS ausgelegt sind. Wie immer gilt: Alle Systeme können hier kostenlos getestet werden – wählen Sie einfach das gewünschte System aus, wir übernehmen sämtliche Kosten für den Hin- und Rücktransport.

Und wo ich schon mal beim Thema Systeme bin: Ich wurde darum gebeten, unsere kürzlich stattgefundene Software-Umstrukturierung zu erläutern, in deren Rahmen wir drei Schwerpunktgruppen eingerichtet haben: für Systeme, Anwendungen und Cloud-Computing. Weshalb diese Veränderungen?

Einer der Hauptgründe für mich war zunächst einmal, dass wir Wikipedia als Kunden gewonnen haben. Ich möchte unser Angebot für Kunden erweitern, die unsere Systemsoftware wie MySQL und ZFS in einem sehr großen Umfang einsetzen und daher von uns und unseren OEM-Partnern erwarten, dass wir Hardware und Software für einen reibungslosen Betrieb optimal aufeinander abstimmen.

Des Weiteren verdeutlicht diese Umstrukturierung, was (für uns) bereits offensichtlich ist: Der Storage-Markt wird größer als der Servermarkt, auch wenn sich dies nicht so ohne Weiteres erkennen lässt, da die Märkte – dank Verwendung derselben Systemsoftware und Hardware – miteinander verschmelzen. Auch in Sachen Netzwerke ist dieser Trend zu verzeichnen, doch dazu mehr in künftigen Blogs.

Der letzte Grund war der, dass Markteinführung, Marketing und Vertrieb von Software nicht zwangsläufig gleichbedeutend sind mit dem Erzielen von Umsätzen. Und da die Einführung von ZFS bereits voll im Gange ist, steht die Abstimmung der technischen und geschäftlichen Ausrichtung nun bei uns an erster Stelle. ZFS ist der wichtigste Wachstumsfaktor für unseren aktivsten Geschäftszweig. Der Absatz von ZFS-basierten Open Storage-Systemen stieg im letzten Quartal um über 150 % an, und übertrifft damit denjenigen anderer proprietärer Anbieter bei Weitem).

Wie sehr kann unser Geschäft mit dem Wikipedia-Phänomen noch ansteigen? Nun, es sind nicht nur Unternehmen wie Wikipedia, die branchenweit neue Anforderungen an die Skalierbarkeit stellen. Da wäre noch eine Online-Bank, mit der ich mich letzte Woche traf und die derzeit weltweit über 100.000 Konten betreut. Oder die Behörde, mit deren Vertretern ich neulich gesprochen habe und die Services zur Verlängerung von Millionen von Führerscheinen und Ausweisen benötigen. Bei diesem Phänomen geht es um Anwendungen, nicht um Kunden. (Bedenken Sie, dass sogar Wikipedia seine Lohnabrechnung machen muss, wofür nicht gerade ein Social Media-Anwendung erforderlich ist.)

In einer offen vernetzen Welt sind diese Anwendungen gleichbedeutend mit einem gesellschaftlichen Phänomen – und gesellschaftliche Phänomene nehmen bekanntlich keine Rücksicht auf Ihr IT-Budget. Mit anderen Worten, ein Startup-Unternehmen mit zehn Mitarbeitern möchte ebenso wenig wie eine Einzelhandelskette mit 10.000 Mitarbeitern horrende Summen für Storage ausgeben, nur weil sie gerade eine globale Marktchance entdeckt haben. Und aus genau diesem Grund tendieren beide Seiten der Branche in Richtung Open Source – und Open Storage.

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(Zu guter Letzt noch eine Entschuldigung an die OpenOffice-Community: Wir werden keine Werbung in OpenOffice.org platzieren, vielmehr entwickeln wir Partnerschaften zur Vermarktung und Förderung der Marke StarOffice und der Cloud, die wir dahinter entwickeln.

Dienstag Nov 11, 2008

Insiderbericht (Java, Microsoft und MySQL)

Weltweit wird bei Kunden der Gürtel enger geschnallt, und eine ganze Reihe von Händlern, die beim Vertrieb noch nicht auf das Internet setzen, bekommt dies empfindlich zu spüren. Der Kundenverkehr gerät zusehends ins Stocken. Zudem wird es immer schwieriger, die Hypothek auf den Laden und ständig wechselnde Kundentrends unter einen Hut zu bringen.

Für Hersteller von Konsumgütern ist der Einzelhandelsvertrieb jedoch unerlässlich, schließlich muss man ja die Kunden irgendwie erreichen. Das ist der Grund dafür, dass sich bedeutende PC-Hersteller weltweit mächtig ins Zeug legen, um gute Deals mit großen Einzelhändlern auszuhandeln (oder einfach ihre eigenen Geschäfte einrichten).

Doch der Computermarkt ist hart umkämpft. Die meisten PC-Hersteller vermarkten Betriebssysteme oder Mikroprozessoren anderer Hersteller. Das ist kein Geschäft für Leute mit schwachen Nerven (oder schwachen Bilanzen). Wir bei Sun machen uns keine Gedanken um die Vermarktung von Hardware für Endverbraucher (wir stellen keine PCs her), sondern bei uns geht es um die Endnutzersoftware, deren weite Verbreitung unsere Marktchance darstellt. Mit anderen Worten: Wenn Sie Java oder eine andere Open Source-Plattform verwenden, kann Sun verschiedene Rechenzentren in den Clouds hinter diesen Geräten bauen. Wenn nicht, gestaltet sich dies wesentlich schwieriger – nicht unmöglich, aber wesentlich schwieriger.

Endnutzersoftware wird von einer gewissen Eigendynamik angetrieben. Entwickler konzentrieren sich auf beliebte Software wie Firefox, Flash oder Java und entwickeln dafür Anwendungen und Inhalte. Was Konsumenten nutzen, nutzen Sie in der Regel in großen Mengen (das Internet ist schließlich nicht gerade klein). Entwickler erkennen diesen Bedarf und zielen auf Plattformen ab, die die meisten Kunden erreichen. Und das schließlich definiert die Absatzchancen für Sun. (Sie erinnern sich sicherlich lebhaft an eine Szene, in der ein ziemlich cleverer Mensch vor einem Publikum die magischen Worte „Developers! Developers! Developers!“ schrie. Amen.)

Die Java-Laufzeitumgebung ist nach wie vor eine der weltweit beliebtesten Entwicklungsplattformen, und Java-Anwendungen zählen zu den weltweit beliebtesten Softwareprodukten für Endnutzer. Zynikern, die mich an dieser Stelle gerne mit dem Einwand „Aber ich verwende kein Java“ unterbrechen möchten, sei gesagt: Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit tun Sie es doch! Java ist zu einem unsichtbaren, aber unverzichtbaren Teil zahlloser Endnutzer- und Geschäftsservices geworden, die sich vom Hochladen von Videos in sozialen Netzwerken bis hin zu Analysetools für Aktienmärkte erstrecken. In dem Maße, in dem diese Inhalte immer beliebter werden, erfreut sich auch die Java-Plattform steigender Popularität und erweitert somit die Absatzchancen von Sun auf die entsprechenden Rechenzentren. Aus diesem Grund sprechen wir von einer positiven Eigendynamik.

Dieser Eigendynamik verdanken wir auch ausgezeichnete Absatzzahlen: Erst letzten Monat haben wir weltweit über 60.000.000 Java-Laufzeitumgebungen vertrieben. Und die Tendenz ist steigend, da immer mehr Inhalte für Java 6 und das in Kürze erscheinende JavaFX geschrieben werden, da es immer mehr PCs im Internet gibt und die Zahl an Berufstätigen mit einem Computer (d. h. einem Laptop mit Java) zunimmt. Ich wette, dass momentan weltweit circa 1.000.000.000 (eine Milliarde) Java-Laufzeitumgebungen auf PCs installiert sind. Jeden Tag gesellen sich neue hinzu und sorgen dafür, dass der Rubel bei uns rollt.

Wir stellen unsere Softwareprodukte natürlich nicht ohne weitere Absichten zur Verfügung. Was für Google gilt, gilt auch für Sun: Unsere Produkte sollen sowohl Kunden anziehen als auch Gewinn einbringen. Kostenlos zur Verfügung gestellte Software stellt eine Verbindung zum Endnutzer her, so wie auch eine kostenlos zur Verfügung gestellte Internetsuche, Nachrichten und Shoppingmöglichkeiten. Vor circa zwei Jahren trafen wir mit Google eine Vereinbarung, in deren Rahmen der Wert unserer Beziehungen zu Java-Nutzern anerkannt wurde. So wie PC-Hersteller auf den Einzelhandel setzen, suchte Google nach einer Möglichkeit der Verbreitung seiner Suchtechnologien – und zwar über unseren Java-Update-Mechanismus. Wenn wir unseren Benutzern ein Update anbieten, sollten wir dies in Verbindung mit einer anderen gesponserten Software tun, z. B. der Google Toolbar.

Nach eingehender Verhandlung stimmten wir zu und entwickelten eine sehr gute Partnerschaft, von der unsere Kunden, Google und Sun gleichermaßen profitieren. Letztes Jahr erneuerten wir diese Vereinbarung auf eine Weise, die allen Beteiligten noch mehr Vorteile beschert. In diesem Jahr entschieden wir uns, eine offene Auktion durchzuführen, an der sich eine ganze Reihe von Firmen beteiligte. Es war keine einfache Angelegenheit, aber angesichts des wachsenden Umfangs und der steigenden Bedeutung von Java wurde deutlich, dass wir über das meistverbreitete Transportvehikel des Internets verfügen. Und Microsoft hat sich mächtig ins Zeug gelebt, um das attraktivste Gesamtangebot zu unterbreiten.

Grund für diese Entscheidung war der Gesamtwert des Pakets sowie die Zusicherung Microsofts, MySQL zu unterstützen und dessen Verbreitung zu fördern. In Kürze erfahren Sie mehr darüber, was wir gemeinsam auf die Beine stellen wollen.

Und was verdient Sun an diesem Geschäft? Dieser Deal ist einer der hochkarätigsten seiner Art in der Branche und macht Microsoft mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem der größten Kunden von Sun. Er bereitet zudem den Weg für eine noch interessantere Auktion im nächsten Jahr, da immer mehr Geschäftsleute den Wert einer derartigen Verbreitung ihrer Produkte erkennen. Bisher erstreckt sich unsere Vereinbarung mit Microsoft lediglich auf die USA. In neuen Auktionen geht es jedoch um internationale Rechte (nebst anderer Produkte außer der Toolbar für die USA, vielleicht ein neuer Browser …)

Und wie sieht es mit den anderen hochklassigen Verbreitungsmedien bei Sun aus? Ich habe erst kürzlich einen Analystenbericht gelesen, in dem die Frage aufgeworfen wurde, ob es tatsächlich Menschen gibt, die OpenOffice benutzen. Nun, wir bei Sun Microsystems schmeißen zufällig unseren ganzen Betrieb mit OpenOffice. Viel wichtiger jedoch ist: OpenOffice wird auf der ganzen Welt verwendet, und wir lizenzieren es mittlerweile kommerziell an große Namen, die viel Geld bei Office-Anwendungen sparen wollen.

Um diese Beliebtheit einmal in Zahlen auszudrücken: Letzte Woche haben wir über 3.000.000 Kopien von OpenOffice 3 unters Volk gebracht. Und die Downloadzahlen steigen und steigen. Wir schätzen, dass wir zwischen 150.000.000 und 200.000.000 Benutzer erreichen – und eine weltweite Rezession wird die Verbreitung von OpenOffice noch verstärken. Und ein Laden, in den Hunderte Millionen potenzieller Kunden kommen, kann sich nicht gerade über mangelnden Kundenverkehr beklagen. Eine Auktion wird in Bälde stattfinden, und dann wird sich zeigen, wer sich mit uns zusammentut, um sein Geschäft und seine Marke in die digitale Verbreitung unserer Produkte zu integrieren. Es stehen dabei endlose Möglichkeiten zur Verfügung: Schließlich werden Dokumente nicht gerade selten ausgedruckt, gefaxt, kopiert oder an die Wand geworfen. (Und, ja, ich weiß, dies ärgert meine Freunde aus der Free Software-Community, aber eine Kommerzialisierung erlaubt es uns, mehr Geld in die Community und Funktionen von OpenOffice zu investieren, wovon letzten Endes jeder profitiert.)

Verizon führt eine ähnliche Auktion durch, bei der Anbieter von Suchtools Gebote für eine Integrierung in die Drahtlosgeräte des Unternehmens abgeben können. Verizon (und der Rest der Branche weltweit) haben erkannt, welche Möglichkeiten sich ihnen damit auftun. Nur weil ein paar Einzelhändler Probleme haben, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass es nichts mehr wert ist, seine Kunden zu erreichen. Kundenverkehr ist nach wie vor wichtig, aber heutzutage ist es wesentlich einfacher, Software zu verteilen und damit Geld zu verdienen, als ein Ladengeschäft am Laufen zu halten.

Wer würde schließlich nicht gerne ein paar hundert Millionen neuer Kunden haben?

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Übrigens: Was ich schon weiter oben hätte erwähnen sollen: Benutzer, die keine Toolbar installieren möchten, können das Angebot ganz einfach während des Installationsvorgangs ablehnen und ohne gesponserte Software ein Java-Update ausführen.

Sonntag Nov 09, 2008

Wer eine neue Richtung einschlagen will, muss erst innehalten.

Das Platzen der Dotcom-Blase hat der Computerbranche gut getan.

Für viele von uns war es zwar eine bittere Medizin, doch mir ist kein einziger Kunde in Erinnerung, den es ärgerte, für 20.000 US-Dollar eine Infrastruktur zu erhalten, die zuvor 100.000 US-Dollar gekostet hatte. Der Preisdruck stammte von Open Source-Software und der Umstellung auf Allzweckserver und stellte Unternehmen, die mit ihren Produkten bislang 65 % Bruttogewinn erzielt hatten (darunter auch Sun) vor ganz neue Tatsachen.

Doch was uns nicht umbringt, macht uns stärker.

Sun hat sich inzwischen zum führenden Anbieter von Open Source-Software entwickelt (Einzelheiten gibt es in diesem Bericht). Das Geschäft reicht von Plattformsoftware bis zu Anwendungsinfrastruktur und umfasst sogar das eine oder andere Verbraucherprodukt). Wie für Google und Microsoft gilt auch für uns: Unsere Produkte sind gleichzeitig unser Aushängeschild und unser Einkommen. Unsere Marken und Produkten genießen weltweit einen hohen Wiedererkennungswert.

Letzten Montag stellten wir mit der Einführung einer ganzen Reihe von für MySQL optimierten Systemen den Wert unserer Marke erneut unter Beweis. Unseren Schätzungen zufolge gibt es rund 11.000.000 MySQL-Benutzer weltweit. Mit unseren neuen Systemen können sie die Leistung ihrer Anwendungen verdreifachen. Im Rahmen unseres Try and Buy-Programms stellen wir MySQL-Benutzern kostenlos Demo-Geräte zur Verfügung. Klicken Sie auf das Bild rechts, um zu hören, was Marten Mickos und John Fowler über die bevorstehenden Chancen zu sagen haben.

Und damit wären wir beim heutigen Thema. Letzte Woche telefonierte ich mit dem Global CIO eines unseren größten Kunden, den die Kreditkrise schwer getroffen hat. Ich stellte ihm unsere Pläne für Open Storage vor (im letzten Quartal erzielte Sun in diesem Bereich ein Wachstum von mehr als 150 %), und er sagte: „Ich habe gerade erst von einem anderen Anbieter gehört, dass um Flash übermäßig viel Wirbel gemacht wird.“ Ich fragte, ob dieser Anbieter zufällig proprietäre Speichersysteme vertreibt. Dazu wollte er sich nicht äußern, doch ich wusste schon Bescheid.

Die Storage-Branche weist verblüffende Ähnlichkeiten mit der proprietären Serverbranche beim Platzen der Dotcom-Blase auf: Closed Software, äußerst gewinnträchtig und mit unverschämt hohen Preisen für Kunden. Die Zeit ist reif. Reif für grundlegende Veränderungen. Flash-Speicher und Open Source-Dateisysteme werden die IT-Landschaft verändern und die Branche völlig umkrempeln: Hier haben Sie es zuerst gelesen.

Ein namhafter Philosoph sagte einst: „Wer eine neue Richtung einschlagen will, muss erst innehalten“.Viele unserer Kunden stehen derzeit vor einem Richtungswechsel. Sie überdenken ihre Zukunftspläne, und genau dort setzen unsere neuesten Open Storage-Plattformen an: Flash-Speicher und offene Software bedeuten, dass Kunden für radikal gesteigerte Leistung, Kapazität und Benutzerfreundlichkeit deutlich weniger ausgeben müssen.

Als Ergänzung der Thumper-Produktreihe stellen wir nun die Ergebnisse des Sun-Laborprojekts FISHWorks (Fully Integrated Software and Hardware) vor: Sun Storage 7000 für Unified Storage.

Das Speichern von Daten auf einer Festplatte ist relativ unkompliziert. Geht es jedoch um die Verwaltung großer Mengen vollständig replizierter Daten, die Fehlerdiagnose in Produktionssystemen, die nahtlose Abwicklung von Kapazitätsplanung und Abhilfe bei Festplattenausfällen sowie die Abdeckung sämtlicher Protokolle (und zwar ohne budgetzehrende vorsintflutliche Lizenzschlüssel und proprietäre Hardware), lassen sich mit der richtigen Lösung enorme Summen einsparen.

Diese Lösung bieten wir nun an.

Die Systeme der 7000-Klasse lassen sich in rund fünf Minuten einrichten und bereitstellen (wirklich nur fünf) und machen die Verwaltung von Aspekten wie Volumenverwaltung und Festplattenausfall so unkompliziert wie nie zuvor (alles auf Grundlage der ZFS-Technologie). Die 7000-Systeme zeichnen sich durch den skalierbarsten, leistungsstärksten Open Storage-Microcode der Branche aus: den OpenSolaris-Kernel. DTrace-Analyse bietet einen Echtzeit-Einblick in Produktionssysteme und somit in die Leistung und die Arbeitslasten. Dies ermöglicht eine fundierte, spontane Kapazitätsplanung (klicken Sie auf das Bild links, um sich eine derartige Systemsteuerung anzusehen). Im Lieferumfang der Systeme ist eine komplette Suite mit Protokollen, Datenmanagement- und Verfügbarkeitsfunktionen enthalten. Das gehört zum System und erfordert weder Sondergebühren noch Lizenzschlüssel.

Für technisch versierte Leser: Wir haben ZFS mit Hybrid Storage Pools aufgemotzt Mit Hybrid Storage Pools kann ZFS die Storage-Leistung optimieren. Das geschieht durch das Verteilen von Daten über den DRAM, durch für Lese- oder Schreibvorgänge (da gibt es durchaus Unterschiede!) optimierten Flash-Speicher und Standard-Festplatten mit minimalem Strombedarf. Das Ergebnis: Enorme Geschwindigkeitserhöhungen bei der Storage-Leistung und drastisch reduzierter Stromverbrauch bei transparenter Verwaltung. Die Anwendungen laufen einfach besser. Viel besser. Videos und umfassende technische Daten finden Sie hier.

Für Storage-Kunden und -Administratoren wird das Leben plötzlich so viel schöner, und das ganz ohne bunte Pillen. Die Zukunftsaussichten sind wirklich rosig, denn der Preis für Flash-Speicher fällt weiter.

Doch wer eine neue Richtung einschlagen will, muss erst innehalten.

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Probieren Sie einen 7000 kostenlos aus: Gehen Sie zu unserer Try and Buy-Seite, wählen Sie die gewünschte Konfiguration aus und testen Sie sie selbst.

Wie bei der Einführung der Niagara-Systeme können Sie auch ein Blog führen oder eine Beurteilung veröffentlichen (verwenden Sie das Tag „fishworks“). Wir treffen (nach eigenem Ermessen) eine Auswahl unter diesen Veröffentlichungen und verschenken ein paar 7000er an die Verfasser der wertvollsten/konstruktivsten Kommentare. Dabei werden alle Beurteilungen berücksichtigt (gute wie schlechte).

Und hier erfahren Sie mehr über Fishworks.

Montag Nov 03, 2008

Eine neue Ära für die USA

Im Namen von Sun Microsystems gratuliere ich dem Sieger der Präsidentschaftswahl Barack Obama von Herzen. Ein bemerkenswerter Erfolg!

Auch seinem Web-Team möchte ich meine Glückwünsche zur Entscheidung für MySQL als Plattform für die Website BarackObama.com aussprechen.

Bevor ich jedoch falsche Hoffnungen wecke: Den Einzug ins Weiße Haus können wir leider nicht allen MySQL-Benutzern garantieren.

Mittwoch Okt 29, 2008

Das Geschäft von Sun: Ergebnisse im ersten Quartal

Heute haben wir unsere Umsatzdaten aus dem ersten Quartal bekanntgegeben und auf unsere Vorankündigung von letzter Woche weitere Einzelheiten folgen lassen.

Bei der Berichterstattung über das Geschäft von Sun bieten wir nun weitaus größere Transparenz, indem wir die Bilanzdaten unserer bedeutendsten Produktkategorien (und erstmals auch der Kernbereiche des Software-Geschäfts) aufschlüsseln. Sie können sich unser Konferenzgespräch zu den Umsatzdaten anhören, indem Sie hier klicken, oder auch den nachstehenden Überblick über den Quartals- und Geschäftsverlauf lesen.

Als Gesamtunternehmen erzielte Sun im Jahresvergleich 7 % weniger Einnahmen im ersten Quartal. Dem starken Wachstum unserer neuen Produkte stand ein Rückgang bei unseren traditionellen High-End-Produkten gegenüber. Dieser überraschend starke Rückgang spiegelt die dramatische Verlangsamung der Wirtschaft in den USA und in Europa sowie die Auswirkungen der Kreditkrise auf unsere Kunden wider. Nahezu alle Regionen und Branchen sind betroffen, doch am stärksten zeigen sich die Auswirkungen bei den Finanzdienstleistern.

Sun ist bei High-End-Systemen weitaus stärker vertreten als die Mitbewerber. Ein Rückgang in diesem Geschäftsbereich zieht daher sofortige Auswirkungen nach sich, selbst wenn (wie es häufig der Fall war) unsere neueren Geschäftsbereiche ein beachtliches Wachstum verzeichnen konnten. Auf dem Markt für Bandspeicher wird beispielsweise niemand 30 Prozent Jahreswachstum erzielen, doch unsere ZFS-basierten Open Storage-Produkte verzeichnen ein jährliches Wachstum von mehr als 100 Prozent. Diese kleineren neuen Geschäftsbereiche auf der Grundlage von Open Source und Innovation werden die traditionelleren Geschäftsbereiche in unserer Bilanz allerdings nicht so schnell ablösen.

Um Investoren und Analysten ein noch größeres Maß an Transparenz bieten zu können, haben wir einen neuen Managementbericht in unsere Quartalsbilanz aufgenommen. Hier sind unsere Ergebnisse erstmals nach Einzelposten aufgeschlüsselt, sodass zu erkennen ist, wie wir unsere langfristige Strategie umsetzen. Sie können diese Aufschlüsselung hier abrufen.

Nachfolgend eine Auswahl der Fragen, die mir bereits gestellt wurden:

Was ist in diesem Quartal gut gelaufen?

Ein Glanzpunkt sind unsere Solaris-basierten Chip-Multithreading-Systeme (CMT), die im Jahresvergleich erneut um stolze 80 Prozent zugelegt haben. Diese Systeme sind mit Solaris/OpenSolaris und unserem hervorragenden ISV-Portfolio kompatibel und zeichnen sich durch ihre hohe Energieeffizienz und erstklassige Virtualisierungsfunktionen aus. Diese guten Eigenschaften verkörpert auch unser neuestes CMT-System T5440.

Die Open Storage-Systeme konnten mit einem Zuwachs von mehr als 150 Prozent im Jahresvergleich ebenfalls ein hervorragendes Quartalsergebnis vorlegen. Diese Systeme sind vielen von Ihnen als „Thumper“ vertraut und beruhen auf unserem ZFS-Dateisystem, einer grundlegenden Open Source-Technologie für das Storage-Geschäft von Sun. Für den 10. November planen wir eine Einführungsveranstaltung, auf der Sie mehr über Open Storage erfahren. Wer technisch veranlagt ist und sich bereits vorab eingehender informieren möchte, kann hier klicken.

Auch der Großteil unserer Software-Geschäfte ist weiter gewachsen, darunter MySQL, Java und Solaris sowie Management- und Virtualisierungsprodukte. Wir wussten es ja bereits: Open Source ist ein hervorragendes Vertriebsmodell und liefert die Grundlage für ein hervorragendes Umsatzmodell.

Und was lief weniger gut?

Unsere traditionellen Geschäftsbereiche laufen deutlich langsamer, und bei Enterprise-Systemen (das sind unsere größten Mainframe-Systeme) ist im Jahresvergleich ein Rückgang zu verzeichnen. Im Vorjahresquartal erzielten wir bei diesen Systemen noch nahezu 20 Prozent Wachstum. Hier zeigen sich die Auswirkungen der Wirtschaftslage. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Open Source-Innovationen oder die Einführung von Solaris sich nur minimal auf den Absatz dieser Systeme auswirken. Kunden in diesem Geschäftsbereich erweitern vielmehr bestehende Solaris-Anwendungen und verlassen sich auf unsere Qualität, Fehlertoleranz und Fähigkeit, Kapazität im Mainframe-Maßstab zu schaffen. Fujitsu und Sun haben diese Produktreihe kürzlich erweitert. Ungeachtet des Abschwungs bieten wir auch weiterhin beispielloses Engagement für das traditionelle Enterprise-Computing. Die Ausweitung der horizontalen Skalierung läutet keinesfalls das Ende der vertikalen Skalierung ein und schafft letztendlich sogar eine noch größere Nachfrage. IBM hatte schon Recht: Mainframes sind immer attraktiv – umso mehr, wenn sie mit Solaris laufen :).

Ein geringfügiger Rückgang im Bereich Bandspeicher wurde durch Zuwachs bei High-End-Storage-Systemen ausgeglichen. Insgesamt verzeichnete der Bereich Storage somit ein Wachstum, das wir mit der bevorstehenden Einführung von Open Storage-Innovationen noch beschleunigen wollen.

Warum waren die Bruttomargen in diesem Quartal geringer?

Dafür nannte unser CFO Mike Lehman während des Konferenzgesprächs gleich mehrere Gründe: Nachfragerückgang bei den High-End-Spitzensystemen, Preisnachlässe und Komponentenkosten haben einen Großteil der Bruttomargen verschlungen. Hinzu kamen dieses Quartal Produktumstellungskosten, die sich jedoch nicht wiederholen werden. Allein dadurch entfielen bereits rund 2 Prozent der Margen.

Und wie sieht es mit dem Wachstum im Bereich Software aus, wenn diese einfach kostenlos ausgehändigt wird?

Wir stellen unsere Software kostenlos zur Verfügung, um den Markt möglichst umfassend zu erschließen. Darauf aufbauend bieten wir unseren Kunden kostenpflichtige Abonnements und Dienstleistungen sowie optimierte Hardwaresysteme an (wie eben auch Open Storage). Mit unserem Angebot sprechen wir direkt Kunden an, die sich bereits für unsere Produkte entschieden haben. Der Verkaufsvorgang wird dadurch vereinfacht, dass die Interessenten unsere Grundprodukte bereits verwenden. Studenten haben in der Regel mehr Zeit als Geld, doch für unsere zahlenden Kunden wären Ausfallzeiten oder Verwaltungsaufwand weitaus kostspieliger als ein Software-Abonnement (für sie gilt: Zeit ist Geld).

Kunden zahlen daher bereitwillig für den Zugang zu Funktionen der Unternehmensklasse, für missionskritischen Support und für Wartung. Das Software-Geschäft umfasst somit sowohl Lizenzen und Abonnements als auch Services.

Um die Größenordnung und den monetären Wert von Software als Teil des Geschäfts von Sun zu verstehen, ist es notwendig, die Auftragswerte mit unseren Multi-Milliarden-Dollar-Support-Einnahmen zu vergleichen. Dabei darf nicht aus den Augen verloren werden, dass ein Großteil.unserer Software als Abo-Service verkauft wird (vergessen Sie nicht, es handelt sich um Open Source). Inwiefern ein Supportvertrag für Systemservice letztendlich auf die Software zurückzuführen ist, lässt sich kaum beziffern (wir berechnen unseren Kunden das nicht separat). Stellen Sie sich das wie beim Mobilfunkbetreiber vor, der ja auch nicht beziffern kann, welcher Anteil des Umsatzes auf das Betriebssystem entfällt, denn dafür zahlen Kunden beim Vertragsabschluss nicht separat.

Verdienen Sie etwa Geld an Java?

Aber sicher doch. Java zählt zu den gewinnstärksten Technologieprodukten von Sun – Tendenz steigend. Java ist eine der meistverbreiteten Software-Anwendungen im Internet. Wir vertreiben täglich mehr als eine Million Java-Runtimes an PC-Benutzer aller Betriebssysteme und Länder. Damit erreichen wir eine sehr breit gefächerte Community von Benutzern und vor allem auch Entwicklern. Zu diesem Vertriebsaufkommen und dessen Wert nicht nur für uns gibt es demnächst interessante Neuigkeiten.

Was ist der Schwerpunkt für Sun?

Wir haben zwei strategische Grundpfeiler: erstens die Entwicklung der weltweit größten und am schnellsten wachsenden Entwickler-Communitys und die Bereitstellung der Produkte, Services und Technologien, auf die sie mit ihren Produkten und Services aufbauen können. Zu diesem Zweck haben wir Marken wie MySQL, Java und OpenSolaris, deren Verbreitung wir ganz gezielt messen und aggressiv vorantreiben.

Zweitens stellen wir unseren Anwendern branchenübergreifend überzeugende kommerzielle Angebote bereit, und zwar als kommerzielle Abonnements, Services und optimierte Systemprodukte. Mit anderen Worten: Wir verkaufen Systeme, Software und Services für Rechenzentren.

Mit unseren aktuellen Produkten und Services richten wir uns an die Kunden von heute, mit unseren Investitionen in kostenlos vertriebene Software an die Kunden von morgen.

Unser betrieblicher Schwerpunkt ist die Umsetzung – in der Praxis, in den Laboren und im Interesse unserer Aktionäre. In der Krise blühen zwar nicht die Börsen, dafür aber die Innovation. Sun ist optimal positioniert, um die Plattformen für die nächste Generation von Clouds bereitzustellen.

Und was sagen Ihre Kunden dazu?

Das hängt stark von Branche und Standort ab. Unsere Kunden an der Wall Street sehen sich Angriffen von allen Seiten ausgesetzt, die Betreiber von Social Networking-Unternehmen für Berufstätige hingegen dem Ansturm von Neukunden.

Es scheint drei Grundthemen zu geben.

Erstens herrscht große Sorge über die Weltwirtschaft. Negative Schlagzeilen führen dazu, dass Verbraucher mit Ausgaben zögern – und wenn niemand kauft, werden die Schlagzeilen nicht besser. Dieser Teufelskreis lässt sich nicht so einfach durchbrechen.

Zweitens bestätigt sich die Bedeutung der Technologie. Von der Pharmaforschung über die Betriebsleitung bis hin zur Modellierung von Lieferketten und Automatisierung von Betriebsabläufen: Technologie wird immer wichtiger. Daran ändern auch die derzeitigen Budget-Engpässe nichts.

Drittens herrscht echter Bedarf an Umstellungen. Neulich erzählte mir eine Führungskraft, dass ihr gesamter verfügbarer Etat für die Preiserhöhungen eines einzelnen proprietären Anbieters draufgegangen sei. Kein Wunder, dass sie sich nach einer Alternative umsieht. Mit MySQL können wir ihr helfen. Not macht erfinderisch, doch unser Angebot ist durchaus keine Notlösung.

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Dieses Quartal war für Sun und für unsere Kunden nicht einfach. Dennoch können wir uns über Fortschritte auf neuen Märkten und mit neuen Technologien freuen. Die entsprechenden Investitionen werden wir in Zukunft intensiver verfolgen, und die Einführung der neuen Technologien wird durch das Interesse der Kunden an neuen Lösungen begünstigt.

Am 10. November stellen wir Neues aus dem Bereich Storage vor. Das Platzen der Dotcom-Blase zog eine Flut an Innovationen in der Serverwelt nach sich. Die weltweite Kreditkrise wird ähnliche Auswirkungen auf die Storage-Branche haben.

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Safe-Harbor-Erklärung

Jonathans Blog enthält Prognosen zu künftigen Geschäftsergebnissen und -leistungen von Sun, darunter auch Aussagen zu unserem Engagement für Enterprise-Computing, zur Nachfrage nach „Scale-Up“-Computing, zum fortlaufenden Geschäft unserer zahlenden Kunden, zu bevorstehenden Ankündigungen über das Volumen und den Wert der Java-Distribution, zu Erwartungen für die OpenOffice-Community, zu unserer Strategie und dem damit verbundenen Fortschritt, zu unserer Positionierung im Hinblick auf die nächste Generation von Clouds und zu unseren Erwartungen im Hinblick auf Investitionen in neue Märkte und Technologien. Diese Prognosen unterliegen Risiken und Unwägbarkeiten; die tatsächlichen Ergebnisse könnten daher maßgeblich von den in den Prognosen genannten Erwartungen abweichen. Faktoren, die wesentliche Abweichungen der tatsächlichen von den in diesen Prognosen erwarteten Ergebnissen verursachen könnten, sind unter anderem Wettbewerb, Preisdruck, die Komplexität der Produkte von Sun sowie die Bedeutung der schnellen und erfolgreichen Entwicklung und Einführung neuer Produkte, die Abhängigkeit Suns von bedeutenden Kunden und bestimmten Branchen oder Regionen, Verzögerungen bei der Produktentwicklung, der Kundenakzeptanz und der Implementierung neuer Produkte und Technologien, die Fähigkeit Suns zur Umsetzung eines neuen unternehmensweiten Ressourcenplanungssystems, eine wesentliche Übernahme, Umstrukturierung oder ein anderweitiges Ereignis, das grundlegende Änderungen nach sich zieht, ein Scheitern bei der Integration übernommener Unternehmen, die Abhängigkeit von nicht ersetzbaren Anbietern, Risiken im Zusammenhang mit unserer Fähigkeit zum Einkauf ausreichender Mengen an Komponenten zur Erfüllung der Nachfrage; Inventarrisiken, Risiken im Zusammenhang mit der Qualität der Produkte von Sun, Risiken im Zusammenhang mit internationalen Kunden und Geschäften, die Abhängigkeit Suns von Vertriebspartnern, der Verlust wichtiger Mitarbeiter sowie Risiken im Zusammenhang mit der Fähigkeit Suns, die erwarteten Kosteneinsparungen innerhalb des erwarteten zeitlichen Rahmens zu erzielen. Lesen Sie bitte auch die regelmäßigen Berichte, die Sun der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission vorlegt, darunter der Jahresbericht auf Formular 10-K für das Finanzjahr bis zum 30. Juni 2008. Sun haftet nicht für diese Prognosen und deren Aktualisierung.

Mittwoch Okt 01, 2008

In der Krise blüht die Innovation




Die nachstehende Mitteilung zum turbulenten Marktgeschehen und zu meinen Schwerpunkten für unser Team habe ich diese Woche an die Führungskräfte bei Sun gesendet. Ich möchte sie nun auch Ihnen zukommen lassen.

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Weitergeleitete Nachricht:
Von: Jonathan Schwartz
Datum: 30. September 2008 00:02:29 PDT
An: allsun@sun.com
Betreff: Schlagzeilen, Finanzkrise usw.

Die Schlagzeilen sind Ihnen sicher nicht entgangen: Der US-Kongress hat eine Gesetzesvorlage abgelehnt, die das Finanzministerium zum Garantor des US-amerikanischen Bankwesens gemacht hätte. Die Börse brach ein, und Politiker in den USA und in aller Welt streiten über die geeignete langfristige Reaktion: Einspringen und die gefährdeten Banken retten, oder abwarten und auf die Selbstregulierungskräfte des Marktes vertrauen. Heute wurden weitere Banken und Versicherungsunternehmen geschlossen oder aufgekauft. Ich bin sicher, dass wir weitere Pleiten und Rettungen sehen werden.

Natürlich stellt sich die Frage: „Was bedeutet das für Sun?“. Fast alle unsere Kernkunden sind betroffen: nicht nur Banken, sondern auch Telekommunikationsunternehmen, Krankenhäuser, Medienfirmen, Bauunternehmen, Fluggesellschaften, Behörden, Startups usw. Sämtliche Kunden, die von Fremdfinanzierung abhängig sind, sehen sich ernsthaften Schwierigkeiten gegenüber. Das gilt für Universitäten ebenso wie für Fortune-100-Unternehmen.

Gleichzeitig bieten sich enorme Chancen, wenn wir in die Offensive gehen. Anstatt uns über die Auswirkungen auf Sun zu sorgen, wollen wir auf die gewünschten Ergebnisse für die Kunden und die Aktionäre von Sun hinarbeiten.

Bedenken Sie dabei Folgendes:

1. Unsere Kunden betrachten Technologie als Mittel zur Wertschöpfung und Produktivitätssteigerung.

Keiner unserer Kunden wird sagen: „Wir setzen nicht auf neue Technologien, wir stellen einfach mehr Mitarbeiter ein.“ Im Gegenteil: Automatisierung und der Einsatz von Technologie zur Schaffung von Lösungen und Chancen sind ein weitaus wirkungsvollerer Ansatz als Neueinstellungen. Für Sun bedeutet das die Gelegenheit, gemeinsam mit den Kunden an der Kostensenkung, der Auslastungsoptimierung und der Umsetzung von Änderungen zu arbeiten, durch die sowohl kurzfristig als auch langfristig Vorteile entstehen. Die richtige Frage an jeden Kunden lautet daher „Wie kann ich Ihnen helfen?“. Sie können sich darauf verlassen, dass Sie Vorschläge erhalten werden. Und auch wir selbst haben Vorschläge zu machen. Machen Sie es wie ich und setzen Sie sich mit Kunden und Partnern in Verbindung, um Hilfe anzubieten.

2. Zudem erweitern wir unseren Kundenstamm ganz gezielt.

Bisher sind wir schwerpunktmäßig bei Finanzdienstleistern und Telekommunikationsanbietern vertreten, und genau deshalb arbeiten wir bereits an der Erweiterung unseres Kundenstamms. Auf dem Weltmarkt sind wir deutlich unterrepräsentiert, und damit bieten sich beispiellose Möglichkeiten. Ich möchte, dass alle Führungskräfte, insbesondere in den marktseitigen Unternehmensbereichen, ihre Aufmerksamkeit auf die Erweiterung der bestehenden Beziehungen und den Gewinn von Neukunden richten. Das „und“ ist hier wichtig: Auf beiden Gebieten geht es um Wachstum.

Warum bin ich überzeugt, dass wir neue Kunden gewinnen werden?

3. Weil die Innovation in der Krise blüht.

Erinnern Sie sich noch an das Platzen der Dotcom-Blase? Auf diesen Einbruch folgte vor sechs oder sieben Jahren die erste Welle der Open-Source-Verbreitung. Der Bedarf an bahnbrechenden, neue Wege weisenden Lösungen ist heute stärker denn je, und diesmal könnte Sun den größten Vorteil daraus ziehen. Der Beweis? Die erste Wahl für Unternehmen, die Kosten für proprietäre Datenbankanbieter senken möchten, ist MySQL. Und die erste Wahl für Kosteneinsparungen bei proprietären Speichersystemen ist ZFS mit OpenStorage. Wie werden herstellerspezifische Alternativen im Wettbewerb mit xVM abschneiden? Mit Glassfish? Lustre? OpenSolaris? Aus meiner Sicht ist die Entscheidung einfach. Überall bieten sich neue Chancen.

Wir können und müssen daher in die Offensive gehen. Von unseren neuesten Batoka- und M-Series-SPARC-Systemen bis zu unseren neuesten Constellation Intel- und AMD-Blades, von unseren Netzwerkidentitäts-Produkten (ein Musterbeispiel für die Automatisierung arbeitsaufwendiger Vorgänge!) zum Einsatz unserer bestechenden SunRay Thin Clients oder unserer PS und Support-Services ist unsere Angebot heute überzeugender als je zuvor. Wenn wir schon beim Platzen der Dotcom-Blase über ein derart diversifiziertes Portfolio verfügt hätten, wären wir heute der absolute Marktführer.

Es wird sicher noch viele Diskussionen darüber geben, auf welche Art und Weise Regierungen in den USA, in der EU und in Asien die Wirtschaft unterstützen sollten. Diese öffentlichen Diskussionen finde ich weniger interessant als die internen Überlegungen unserer Kunden zu den Themen „Welches Betriebssystem sollten wir auswählen?“, „Wie sieht unsere Open Source-Strategie aus?“, „Wie kann ich die Kosten für proprietäre Speichersysteme deutlich senken?“, „Wie kann ich Strom und Platz sparen?“, „Welcher Anbieter versteht meine Anliegen?“ und „Welche Anbieter leisten wirklich Hilfe und erweisen sich als echte Partner?“

Wenn es hart auf hart kommt, haben wir eine gute Chance, uns von unseren Mitbewerbern abzuheben und engere Verbindungen zum Markt zu knüpfen, selbst wenn er in Aufruhr ist. Unsere Kunden stehen unter Druck, aber das macht sie auch aufgeschlossener für neue Ansätze. Ich wünsche mir, dass Sun ihnen beim Wandel zur Seite steht. Wozu haben wir schließlich unsere Ideen und unsere Roadmaps? Die Türen stehen offen.

Einige unserer Kunden werden untergehen, doch viele werden gestärkt aus der Krise hervorgehen. Und wie in den letzten 30 Jahren wird der Markt sich erneut auf Wachstum einpendeln, allen voran die Unternehmen, die die Flaute genutzt haben, um noch mehr Wert zu schöpfen und die Grundlagen für ein noch schnelleres Wachstum zu legen.

Ich kann Ihnen daher versichern, dass wir das Marktgeschehen äußerst aufmerksam beobachten und die Auswirkungen für Sun sowie die bevorstehenden Makro- und mikroökonomischen Aufgaben erfassen. Wir wissen, was zu tun ist, denn das haben wir aus dem Platzen der letzten Blase gelernt: \*Jetzt ist der Zeitpunkt\*, die Gelegenheiten beim Schopfe zu packen und neue Marktanteile zu gewinnen. Gerade jetzt sind unsere Kunden besonders aufgeschlossen für neue Ansätze.

Wir müssen ihnen mit aller Kraft zur Seite stehen und die Chance nutzen.

Jonathan

Dienstag Sep 23, 2008

Massive Einsparungen im Bereich Data Warehousing

Beachten Sie auch meinen NACHTRAG am Ende des Blogs

Heute möchte ich dem Team von Greenplum und unserem gemeinsamen Kunden Fox Interactive Media gratulieren, den Köpfen hinter MySpace, Photobucket, IGN, FOXSports.com und einer ganzen Reihe weiterer Internetangebote, die gemeinsam eine der größten Zielgruppen im Web repräsentieren.

Wir drei kündigten heute an, dass Fox ein riesiges Data-Warehouse für Produktionsdaten eingerichtet hat, das unter der Data-Warehouse-Software von Greenplum läuft und auf Solaris-/ZFS-basierten OpenStorage-Plattformen von Sun (eine ganzen Heerschar von Thumpers, um genau zu sein) betrieben wird. Open Source Software ist also das Herzstück eines der weltweit größten – und kostengünstigsten – Data-Warehouses.

Fox gesellt sich damit zu den gemeinsamen Kunden von Sun und Greenplum, zu denen so bekannte Namen wie LinkedIn oder die New Yorker Börse zählen, die nach Open Source-Datenbanken und -Innovationen suchen, mit denen sie fundiertere, schnellere und effizientere Entscheidungen treffen können.

Mit anderen Worten: Kunden, die ihre proprietären Anbieter satt haben – vor allem wenn diese dazu tendieren, ihre Lizenzgebühren während einer wirtschaftlichen Flaute zu erhöhen –, steht nun eine ganze Reihe erstaunlich kostengünstiger Alternativen zur Verfügung. Und das sollte jedem einleuchten, der das Einmaleins der Warenkunde verstanden hat.

Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten!

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NACHTRAG: Ich habe eine Menge Anfragen von Leuten erhalten, die wissen wollten, wie das oben erwähnte Greenplum/Thumper-Data-Warehouse preislich gegenüber den Mitbewerbern abschneidet. Die Frage steht vor dem Hintergrund, dass ein Anbieter proprietärer Lösungen kürzlich angab, ein Preis von 15.000 USD pro Terabyte werde von den Kunden akzeptiert. Meiner Ansicht nach ist das ein Preis, den man vor der Krise hätte verlangen können, der aber für den heutigen Markt viel zu hoch angesetzt ist. Mehr als Schlagzeilen werden dabei nicht herauskommen. Allerdings bin ich natürlich voreingenommen. An Ihrer Stelle würde ich mal bei einigen Kunden nachfragen, welchen Preis sie bereit sind zu zahlen.

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