Virtualisierung die Lösung aller IT Probleme oder nur ein weiteres Problem mehr

In letzter Zeit mehren sich die Veröffentlichungen zum Thema Virtualisierung.

Inzwischen sind die Artikel nicht mehr ausschlieslich positiv wie in der Vergangenheit, sondern zeigen die ersten Problemfelder auf.

Es zeigt sich, dass Virtualisierung - verstanden als Hardware-Virtualisierung mittels VMware ESX Server o.ä. - zu kurz greift und wesentlich umfassender, d.h. ganzheitlich, betrachtet werden sollte.

Zugegeben, einen Server nun besser auslasten zu können, indem man 5 ehemalige Server mittels 5 virtuellen Maschinen (VMs) auf einen Server konsolidiert, reduziert den Anteil der TCO Betrachtung, welcher direkt mit den Hardwarekosten verbunden ist. Doch das kann erst ein Anfang sein, der übrigens auch wunderbar mit dem Sun Betriebssystem Solaris 10 und den Servern der Galaxy Familie funktioniert.

Nach dem Hype zeigen sich nun auch die Problemfelder, welche bisher bei der Reduktion der Hardwarekosten nicht betrachtet wurden. Ein Thema sind die initial überproportionalen Kosten bei der Betreuung dieser Systeme. Bestandteile dieser neuen Aufwände sind u.a.:

  • Einarbeitung in den Umgang mit virtuellen Maschinen
  • Erstellen und Ändern, d.h. Konfiguration dieser VMs
  • Provisionieren von Anwendungen in die VMs

Dazu kommen Effekte, wie die Tendenz eine überschwengliche Anzahl von aktiven VMs zu generieren, d.h. mehr Instanzen als vorher Server existierten. Daraus folgt eine Erhöhung der Anzahl der zu überwachenden und zu betreibenden Instanzen.

Es gibt aber auch positive Effekte, die über die Reduktion der Harware Kosten hinausgehen. Zum Beispiel die höhere Flexibilität und Einfachheit gleichartige VMs in Betrieb zu nehmen. Diese Flexibilität und Einfachheit wird zunehmend zu einem Treiber für den Einsatz von Technologien wie OS Virtualisierung.

Weitere neue Aspekte, die bislang wenig betrachtet wurden, betreffen das Management solcher virtualisierten Infrastrukturen. Das Change-, Configuration- und Releas-Management bekommt dabei eine neue Komplexitätsebene im Sinne der Prozesse. Zudem wird eine neue technologische Infrastruktur für das Management und die Automatisierung benötigt.

Beim Financial Management entstehen ebenfalls neue Baustellen. Das Accounting (Die Messung der Ressourcenauslastung und deren finanzielle Bewertung) und die eventuelle Rechnungsstellung. Es wir ganz neue Verfahren zur Messung und verursachergerechten Aufteilung in virtualisierten Umgebungen geben müssen.

Weiteres zu obigen Punkten und Lösungsansätze finden Sie demnächst hier.

Kommentare:

Die einführung neuer Technologien ist und war immer auch mit Problemen behaftet. Nun muss man bei der ganzen Virtualisierungsproblematik jedoch betrachten, dass es eben nur für den WINTEL-Bereich etwas neues ist. Server, bzw. Dienste auf einer Machine zu vereinigen ist in der UNIX-Welt sein Jahrzenten ein Standard. Dabei werden dediziert Ressourcen zugewiesem, bis dahin, dass man einzelne Prozessoren abschalten kann, etc. Nun wird endlich ein professioneller Weg für die Virtualisierung in der "kleinen" Computerwelt aufgezeigt. Die Vorteile dieser Technologie überwiegen im wirtschaftlichen, wie auch im prozesstechnischen Sinne. Den Kritikern und Abwartern biete ich gern meine Hand an, um Sie ein Stück in die neue Welt zu bgleiten. Ausfallsicherheit, kurze Reaktionszeiten und höhere Verfügbarkeiten sind weitere Argumente zur näheren Betrachtung der Virtualisierungswelt. Kein Allheilmittel, aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Gesendet von Thomas Illner am Juli 24, 2006 at 07:43 AM MESZ #

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