X

Neuste Trends, Tipps, Strategien &
Events rund um das Thema Cloud

So sieht die Supply Chain der Zukunft aus

Dominic Regan
EMEA Senior Director VCE

Bis 2023 wird mindestens die Hälfte der großen internationalen Unternehmen fortschrittliche Analytik, künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) in ihren Supply Chains nutzen. Eine eindrucksvolle Zahl, die zu denken gibt, falls Ihr Unternehmen nicht dazugehört. Um aber auch auf anspruchsvolle Kunden effizient und nahtlos zu reagieren, sind diese Technologien nicht nur notwendig, sie ermöglichen auch echte Flexibilität. Automatisierungs- und andere Technologien sorgen für Verbindung und Kohärenz, sodass sich die Mitarbeiter auf Innovationen konzentrieren können, statt zu versuchen, Funktionen zu überbrücken, die unflexibel und unzusammenhängend sind. 

Auf einen Blick: So sieht die Supply Chain der Zukunft aus

 

Lieferketten müssen moderne Analytik, KI und IoT „können“, um hohe Kundenerwartungen zu erfüllen. Cloudbasiertes SCM ist dafür eine optimale Basis.

 

Doch es sind die Prioritäten des Unternehmens, die die Einführung dieser Technologien vorantreiben . In den 1990er-Jahren konzentrierten sich die meisten Unternehmen auf ihre internen Belange – die eigene Logistik wurde effizienter gestaltet. Jetzt ist es genau umgekehrt. Der Kunde steht im Mittelpunkt, unabhängig davon, ob es sich um einen Privatkunden oder um eine B2B-Transaktion handelt. Unternehmen wollen verstehen, was die verschiedenen Marktsegmente ihrer Kunden anspricht, und die Supply Chains entsprechend gestalten.

Das heißt nicht, dass die interne Effizienz nicht nach wie vor wichtig ist. Weit gefehlt: Wenn Unternehmen wollen, dass Supply Chains an sich änderndes Kundenverhalten angepasst werden können, müssen sie von unflexiblen, unverbundenen Prozessen zu einem agilen, vernetzten, automatisierten Ansatz übergehen, der außerdem die Kosten senkt.

Dieser Ansatz gilt auch für Funktionen wie dem Finanzbereich (um den CFO über die Leistung zu informieren und eine strategische Planung zu ermöglichen), dem Marketing (um die Nachfrage zu prognostizieren und zu steuern) und dem operativen Geschäft und mehr.

Hier kommt nun eine End-to-End-Lösung für das Supply Chain Management (SCM) ins Spiel. Um ihre Effektivität zu unterstützen, sollte sie in die Cloud verlagert werden. On-Premise-Lösungen sind viel schwieriger zu integrieren, sowohl über Funktionen und Standorte als auch über Supply Chain-Partner hinweg. Sie schaffen außerdem zusätzliche Hindernisse für die Nutzung der neuen Technologien für transparente, agile und effiziente Supply Chains. 

 

Die folgenden drei Faktoren machen die Transformation der cloudbasierten Supply Chain heute so attraktiv: Kunden, Roboter und Globalisierung.

Die Kunden von heute haben ganz andere Erwartungen als noch vor der Zeit des E-Commerce. Egal, ob sie online einkaufen oder im Einzelhandel – Privatkunden erwarten, kaufen zu können, was sie wollen, wann sie es wollen und in der benötigten Menge – unabhängig davon, wie und wo die Bestellung aufgegeben wird. 

Laut dem Consumer Trends Report 2018 von Kibo sagen 40 % der Käufer, dass eine Lieferzeit von mehr als zwei Tagen sie von einem Kauf abhalten würde. 63 % erwarten standardmäßig eine Lieferung innerhalb von drei Tagen. Die Studie von UPS zeigt ein noch drastischeres Bild: 64 % der befragten Online-Käufer erwarten, dass Bestellungen, die vor 17 Uhr getätigt wurden, am nächsten Tag geliefert werden.

Um Kunden über mehrere Kanäle bedienen und Bestellungen schnell bearbeiten zu können, müssen die Supply Chains entsprechend agil sein, um Änderungen zuzulassen. Zudem sollten sie durchgängig digital verbunden sein. 

Wenn ein Kunde beispielsweise eine Bestellung online aufgibt, muss der Händler schnell bestimmen können, wie er die Bestellung bearbeiten kann. Er muss also den Bestand lokalisieren können, der sich in einem Vertriebszentrum oder in einem Ladengeschäft Hunderte von Kilometern vom Kunden entfernt befinden könnte, und zudem genau wissen, wie Kommissionierung, Verpackung und der Versand ablaufen, damit er dem Kunden ein Lieferdatum mitteilen kann. Verbundene Anwendungen wie Auftragsmanagement, Lagerhaltung und Logistik sorgen für ein hohes Maß an Transparenz und Agilität.

Mit der Automatisierung hat sich vieles grundlegend verändert. Die erste Automatisierungswelle erfolgte vor über 15 Jahren. Damals wurden teure Ressourcen durch Software-Agenten und Roboter ersetzt. Jetzt geht es darum, nicht vorhandene Ressourcen neu zu entwickeln – neue Fähigkeiten, die die Schlüsselprozesse in der Supply Chain grundlegend transformieren.

Von vollautomatischen Lieferfahrzeugen und Paketdrohnen sind wir noch einige Jahre entfernt, doch innovative Lösungen revolutionieren bereits die Lagerrobotik, und Kunden-Chatbots verändern die Automatisierung am Frontend. Es wird angenommen, dass etwa 85 % der Interaktionen von Unternehmen mit ihren Kunden eines Tages automatisiert ablaufen. 

Aber auch in weniger futuristischen Szenarien übernimmt die Automatisierung manuelle Transaktionsprozesse, da KI und Machine Learning immer mehr an Bedeutung gewinnen. So ermöglicht beispielsweise die Lagerautomatisierung die kostengünstige Bearbeitung hochvariabler Aufträge, indem sie Fehler reduziert, den Prozess beschleunigt und einen skalierbaren persönlichen Service bietet. Die Ergebnisse können selbst den anspruchsvollsten CFO beeindrucken. Der brasilianische Schuheinzelhändler Paqueta reduzierte zum Beispiel die Lagerbestände innerhalb eines Jahres um 25 %, nachdem er besser integrierte Warenwirtschaftssysteme eingeführt hatte.

Um diesen Automatisierungsgrad zu optimieren, müssen die Partner in der Supply Chain in Echtzeit kommunizieren können. Das können SCM-Systeme vor Ort nur schwer leisten. Ein wichtiger Schwerpunkt muss auch die Gewinnung von Einblicken aus Daten sein – eine Ware, die Supply Chains bereits in großen Mengen generieren. Diese Datenmenge wird noch zunehmen, da das Internet der Dinge die Vernetzung der Supply Chain in einem neuen Ausmaß ermöglicht.

Der dritte Trend, der die Supply Chains betrifft, ist die Notwendigkeit, sie über geografische Standorte hinweg zu erweitern. Auch hier gilt, dass dieser Trend seit einiger Zeit durch Globalisierung und Spezialisierung bereits existiert, aber erst die ständige Weiterentwicklung externer Faktoren und neue Kundenanforderungen erfordern eine Transformation mit hyperverbundenen digitalen Diensten.

Und obwohl die Verwaltung globaler Prozesse schon immer unglaublich komplex war, machen die engeren Toleranzgrenzen moderner Supply Chains und der Bedarf nach Flexibilität dies noch schwieriger. Gesetzliche Veränderungen und politische Instabilität wird es immer geben, ebenso wie sich verändernde Marktfaktoren wie wechselnde Währungskurse, Rohstoffknappheit und steigende Ölpreise. Die Regulierungsbehörden erwarten, dass ordnungsgemäße Zollunterlagen erstellt und Gebühren gezahlt werden, während die Kunden von den Verkäufern erwarten, dass sie ihre Anforderungen erfüllen, unabhängig von eventuellen Störungen in der Supply Chain.

On-Premise-Anwendungen unterstützen nicht die Notwendigkeit, Prozesse dynamisch zu rekonfigurieren oder eine umfassende Transparenz und detaillierte Kontrolle des globalen Bestands zu erreichen. Sie liefern auch keine vorausschauenden Analysen, die Technologien wie KI nutzen, um verschiedene Logistikszenarien zu erstellen, damit sich Unternehmen effektiv an unerwartete Disruptionen anpassen können.

Supply Chains müssen moderne Analytik, KI und IoT „können“, um hohe Kundenerwartungen zu erfüllen. Cloudbasiertes SCM ist dafür eine optimale Basis.

Cloud-Lösungen – Zentrale Planung, Transparenz und Kontrolle

Zusammengefasst können integrierte End-to-End Cloud-Lösungen Supply Chains schneller, intelligenter und agiler machen. Sie sind weitaus robuster und flexibler, da Planung, Transparenz und Kontrolle nicht isoliert stattfinden, sondern integriert sind. Und die Cloud macht die Skalierung einfach, indem sie neue Benutzer hinzufügt, neue Wertschöpfungsketten schafft – und Innovationen mit Technologien ermöglicht, sobald diese entwickelt werden. Immer häufiger kommen mittlerweile Blockchains zum Einsatz. So entwickelt beispielsweise CargoSmart  eine intelligente Track-and-Trace-Lösung für die Transport- und Logistikbranche, die den Zeitaufwand für Verwaltungsaufgaben um 65 % reduziert.

Auch die Verbreitung des IoT erreicht derzeit eine entscheidende Größe. Cloudbasierte Systeme und IoT-Sensordaten können virtuelle Abbildungen der physischen Welt erstellen, um Sendungen zu verfolgen, den Zustand sensibler Güter zu überwachen oder sogar die Qualität von Backwaren zu überprüfen, wenn sie das Produktionsband verlassen.
Entscheidend ist, dass Sie kein Datenwissenschaftler oder IT-Experte sein müssen, um diese Funktionen zu nutzen. Viele sind direkt in die Anwendungen integriert, und mit cloudbasierten Systemen können neue Berichtsfunktionen oder Tools eingeführt werden, die eine schnellere und bessere Entscheidungsfindung unterstützen. 

Ob es sich nun um immer neue Kundenanforderungen, die notwendige Erforschung wegweisender Automatisierungstechnologien oder das Streben nach globalem Wachstum handelt – cloudbasierte SCM-Systeme sind mittlerweile unverzichtbar geworden.

Kontakt:

Wenn Sie noch mehr darüber wissen möchten, dann sind wir gerne für Sie da, per LinkedIn, Facebook oder Twitter.

Kommentieren

Kommentare ( 0 )
Please enter your name.Please provide a valid email address.Please enter a comment.CAPTCHA challenge response provided was incorrect. Please try again.