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Nicht dumm: Der Bildungsbereich bekommt einen Turbo mit KI

Gibt es irgendwen, der noch ohne künstliche Intelligenz (KI) weitermachen will? In der Wirtschaft zum Beispiel: Fast alle Branchen und Unternehmensbereiche fahnden derzeit nach immer neuen Möglichkeiten, KI zu nutzen. Der Bildungssektor war dagegen bisher etwas zögerlich damit: Die Einführung von KI begann hier bisher erst relativ langsam. Doch inzwischen gewinnt KI sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bildungsbereich zunehmend an Bedeutung.

Auf einen Blick: Der Bildungsbereich bekommt einen Turbo mit KI

 
Künstliche Intelligenz bringt Effizienz auch in den Bildungsbereich – von der Schule bis zum Lernen in der Arbeitswelt. Lehrende werden wieder freier für ihren Job.

 

Imposante 48 % durchschnittliches jährliches Wachstum werden beispielsweise dem KI-Markt im US-Bildungssektor zwischen 2018 und 2022 vorausgesagt – dann mit einem Wert von 85 Millionen US-Dollar. Treiber dieses rasanten Wachstums: zum einen die Zunahme an Innovationen im Bereich KI; vor allem aber die Erkenntnis, dass KI-Lösungen eine extrem breite Palette von Prozessen quer durch den gesamten Bildungsbereich optimieren können. Und das betrifft nicht nur die Lernenden selbst, sondern auch die Lehrer, die Verwaltung des Bildungsbereichs, Schulen, Unternehmen – eigentlich jeden Menschen in seinem Alltag.

 

Das Problem ist nämlich folgendes …

Eine – und nicht die einzige – große Herausforderung für Lehrer zum Beispiel war schon immer, jedes Kind beim Lernen wenigstens halbwegs individuell zu fördern, also unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lernstrategien, Aufmerksamkeitsspannen und persönlichen thematischen Interessen. Das allerdings ist seit geraumer Zeit in vielen Teilen der Welt noch einmal schwieriger geworden, weil teils drastische Kürzungen der Mittel für Bildung und Schule – unter anderem bedingt durch die Finanzkrise 2008 – die Lehrer an schmerzhafte Grenzen ihrer Kapazität gebracht hat.

In Großbritannien zum Beispiel verzeichnen die Schulen im vierten Jahr in Folge eine Zunahme der Klassengröße und zugleich auch noch immer mehr Verwaltungsarbeit für die Lehrkräfte. Eine aktuelle Studie ergab, dass 25 % der Lehrer mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten – davon aber die Hälfte der Zeit mit Verwaltung, Management, Benotung und Unterrichtsplanung! Auch in Deutschland ist die Arbeitszeitbelastung bei Lehrern überdurchschnittlich hoch.

 

KI kann Lehrer wieder mehr zu den Kindern bringen

Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen kann KI eine wichtige Rolle spielen. So können KI-Plattformen nicht nur Prüfungsarbeiten schnell benoten und Hausaufgaben beurteilen, sondern auch z. B. gleichzeitig Empfehlungen an Tutoren geben, wie sich einzelne Lernlücken schließen lassen. Darüber hinaus bekommen Lehrkräften dadurch eine umfangreiche Palette von Lerninformationen und -werkzeugen in die Hand, um Lehrpläne schneller zu entwerfen und zu integrieren sowie maßgeschneiderte Inhalte für Schüler zu erstellen, die dann auf jeder digitalen Plattform veröffentlicht werden können.

Der Verwaltungsaufwand reduziert sich dadurch spürbar. So ermöglicht die KI es Lehrkräften, sich auf ihren eigentlichen Job zu konzentrieren – nämlich jedem Schüler eine qualitativ hochwertigere und individuellere Lernerfahrung zu bieten. Das kann durch KI-gestützte Analysen noch weiter unterstützt werden, indem etwa die Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler aufgezeigt und deren Lernfortschritte visuell dargestellt werden.

 

Lernroboter – echt jetzt?

Was vor Kurzem noch Science Fiction war, zeichnet sich heute bereits für die Bildungspraxis ab: In Zukunft werden die Schulen wahrscheinlich jedem Schüler einen eigenen KI-gesteuerten Roboter zur Verfügung stellen – als allgegenwärtigen Lernassistenten und persönlichen Tutor. Schon jetzt werden Roboter entwickelt, die den kognitiven und emotionalen Zustand eines Lernenden einschätzen können – durch die Verfolgung von Mausaktivität und Tastaturnutzung – und die dann sofort die geeignetste Intervention zur Erreichung von Lernzielen bereitstellen.

Eine derart enge Zusammenarbeit zwischen KI und Schüler wird aber nicht bloß die Lernergebnisse optimieren. Darüber hinaus werden die Schüler auch besser auf die Arbeit mit KI in ihrem Berufsleben vorbereitet und ermutigt, KI- und andere IT-Fähigkeiten zu erlernen. Wesentlicher Nebeneffekt: Die derzeitige Qualifikationslücke bei Berufseinsteigern kann sich zügig schließen.


KI bildet – auch außerhalb des Klassenzimmers

Eine ganze Reihe weiterer Bereiche des Bildungssektors können schon sehr bald vom Einsatz von KI profitieren:
•    Optimierung der Zulassungs- und Immatrikulationsverfahren
•    Erleichterung des Zugangs zur Bildung – sei es durch Unterstützung von Lernenden mit Seh- oder Hörbehinderungen oder durch die Vernetzung von Klassenzimmern auf der ganzen Welt mit Echtzeit-Sprachübersetzungen
•    Optimierung der Planung von Unterricht, Personaleinsatz und Vertretungen
•    Ermöglichung der Früherkennung von Lernbehinderungen
•    Bereitstellung von erweiterten, individuellen und kollaborativen Virtual-Reality-Erfahrungen, die den Schülern wirklich sinnliches Begreifen von Lerninhalten ermöglichen


Ein schlaueres berufliches und geschäftliches Umfeld

Auch in der Unternehmenswelt erhöhen KI-Technologien die Personalisierung, rationalisieren die Verwaltung und verbessern Lernprozesse. Die Fortschritte in diesem Bereich stellen sich wahrscheinlich sogar noch schneller ein.

Schon jetzt stellt der Bereich L&D (Learning and Development) traditionelle, geschlossene Learning Management Systeme auf flexiblere, KI-gestützte Learning Experience Plattformen um. Denn nur so lassen sich die Anforderungen an das Mikro- und Makro-Lernen der heutigen Business-Profis wirklich erfüllen. Diese Plattformen ermöglichen es den Mitarbeitern, ihre eigenen Lernpfade zu planen und genau das zu lernen, was sie wollen sowie wann sie es wollen, und zwar über ihr bevorzugtes Medium – ob formales Trainingsvideo, Branchenartikel, Podcast, Webforum oder intelligenter Chatbot.

KI-Tools können das Verhalten einer Person am Arbeitsplatz verfolgen, Lerntrends und -präferenzen vorhersagen und personalisierte Lernempfehlungen basierend auf früheren Aktivitäten anbieten. Das alles kann über detaillierte KI-Analysen an die L&D-Teams zurückgemeldet werden, um die Erstellung, Beschaffung und Bereitstellung von Inhalten zu verbessern. Gleichzeitig steigert sich damit auch die Kosteneffizienz.

Lern-Chatbots und virtuelle Mentoring-Tools werden ein wichtiger Trend für den Unternehmensmarkt sein, da sie – im Zuge der Weiterentwicklung des Natural Language Processing (NLP) – die Lernenden zunehmend reibungslos und effektiv ansprechen: indem sie einfach deren Sprache sprechen können.


„Persönliche“ Lernbegleitung für das ganze Leben

Wenn die Welt des KI-gestützten Lernens mehr und mehr alltäglich wird, von der Schule bis zum Arbeitsplatz, bekommen wir wahrscheinlich irgendwann alle unseren eigenen Lern-Chatbot, der uns ein Leben lang begleiten wird. Google-Suche, Stöbern in alten Lehrbüchern, das Vorspulen von Schulungsvideos – das wird dann Vergangenheit sein. Alles, was wir jemals gelernt haben, wird sofort zugänglich sein; ebenso alles, was wir noch zu lernen haben, vermittelt durch den engagierten und hochintelligenten virtuellen Lernbegleiter, der vielleicht auch  schon weiß, was Sie als nächstes erfahren wollen.

Künstliche Intelligenz verändert also rasant die Art und Weise, wie wir lernen. Wissen Sie schon, wie Sie KI-Lernen in Ihrem Leben einsetzen werden?

 

Kontakt

Gerne unterhalte ich mich auch mit Ihnen darüber, per E-Mail oder LinkedIn. Ottmar Kugelmann, Senior Director Oracle University - Cloud, ECEMEA

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