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Der Turbo für die Lieferkette: IoT plus Blockchain in der Cloud

Bei der Effizienz des Supply Chain Managements die „Luft nach oben“ wegzubekommen, das ist eine hochgradig erfolgskritische Sache. Lieferketten – noch dazu vielleicht im internationalen Verkehr und/oder mit verderblichen bzw. sensiblen Gütern – können äußerst komplex im Handling sein. Hier Kosten zu senken, Transaktionen zu beschleunigen, Fehler und Ausfälle zu vermeiden … all das lässt sich durch digitale Automatisierung und autonome Prozesse deutlich besser und leichter erreichen.

 

Mit der Kombination von IoT (Internet der Dinge) und der Distributed Ledger- bzw. Blockchain-Technologie (populär durch Bitcoin) steht eine Synergie von zwei der wichtigsten neuen Technologien bereit, um Effizienz, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit im Zusammenspiel von Herstellern, Lieferanten und Logistikern dramatisch zu erhöhen.

Blockchain schüttelt zunehmend den Nimbus ab, nur für Kryptowährungs-Nerds interessant zu sein. Zwar konzentrierte sich der Blockchain-Hype längere Zeit auf Financial Services, doch inzwischen ist das große Potential der Anwendung auch für andere Industriesegmente klar erkennbar: Blockchain etabliert sich zunehmend als Plattform für die digitale Transformation und bietet Chancen für durchgreifende Neustarts, nämlich weg von den zentralisierten Mechanismen bei Transaktionen und Datensatzspeichern und hin zu disruptiven, digitalen Geschäftsmodellen für Startups ebenso wie für etablierte Unternehmen.

Laut Gartner rankt Blockchain neben IoT unter den Top 10 der für Unternehmen strategisch wichtigen Technologietrends 2018. Und IDC prognostiziert, dass bis 2019 durch die zunehmende Verbreitung von IoT über verschiedene Branchen hinweg 20 % der IoT-Deployments zumindest durch ein Mindestmaß an Blockchain-Services befeuert werden.

Für Einsatzzwecke, bei denen sichere Nachverfolgung, Auditierbarkeit und Kollaboration gewährleistet sein müssen, eignen sich auf Distributed Ledger basierende Blockchain-Anwendungen hervorragend. Auf den kürzesten Nenner gebracht, ist Distributed Ledger eine Datenbank, die sich gemeinsam nutzen, replizieren und über ein Netzwerk synchronisieren lässt, das auf verschiedene Standorte, Einrichtungen und Regionen verteilt ist.

Das Internet of Things bildet ja ein Netzwerk intelligenter physischer Dinge mit der Fähigkeit, sich in und mit einem Netzwerk zu verbinden, um Daten zu senden und zu empfangen. Ersten IoT-Schlüsselanwendungen für Unternehmen waren z. B. Predictive Asset Maintenance, Plant Operations Monitoring und Fleet Monitoring.

Wo liegen nun die besonderen Vorteile bei Liefer- bzw. Wertschöpfungsketten, die mit der Kombination von IoT und Blockchain erhebliche Vorteile für Hersteller, Lieferanten und Logistiker bringen sollen?

End-to-End-Transparenz, und das in Echzeit

Eine vollständige Lieferkette mit einer Vielzahl beteiligter Parteien und mit globalen Lieferwegen zu überschauen, kann sehr schnell sehr kompliziert werden. Allein schon um Störungen optimal vorzubeugen und sie zu managen, sammeln Unternehmen in Eigenregie Unmengen an Daten – was natürlich nur dann hilfreich ist, wenn sie auch in der Lage sind, diese Daten unternehmensübergreifend auszuwerten, um überhaupt auf Abweichungen reagieren können.

IoT-Komponenten sind hier schon mal eine gute Investition. Sie überwachen selbsttätig den Status von Gütern auf ihrem Weg durch die Lieferkette. Sind sie mit einer Blockchain verbunden, schreiben sie die gesammelten Daten kontinuierlich dort ein. Auf die Daten der Blockchain können dann alle an der Lieferkette Beteiligten in Echtzeit zugreifen.

"Wir nutzen den Blockchain-Cloud-Service von Oracle, um eine Anwendung für die Vereinfachung der komplexen Dokumentationsprozesse in der Schifffahrtsbranche zu entwickeln", sagt Steve Siu, CEO von CargoSmart. "Dass die Blockchain-Cloud-Plattform von Oracle derart umfassend ist, hat es uns ermöglicht, in mehreren 12-wöchigen Sprints schnell Prototypen für realisierbare Produkte zu bauen. Bis jetzt sehen wir nachweisbare Produktivitätszuwächse von über 30 % im Vergleich zu den anderen Blockchain-Plattformen, die wir ausprobiert haben. Weitere wichtige Anforderungen, die erfüllt werden, sind die integrierten Management- und Betriebstools, mit denen unsere Geschäftspartner ihre gesamten Blockchain-Aktivitäten und außerdem die Funktionsfähigkeit des Netzwerks überwachen können."So kann z. B. ein Hersteller in Europa eine Bestellung bei einem Zulieferer in China tätigen und gleichzeitig den Logistiker in Singapur mit dem Transport der Waren nach Europa beauftragen, sobald diese fertig produziert sind. Soweit noch vertrautes Gelände ...

Wenn nun der chinesische Zulieferer die Information über den Produktionsstand der Waren mittels eines IoT-gestützten Production Monitorings in eine Blockchain-Anwendung gibt, ermöglicht er damit sowohl dem europäischen Kunden als auch dem Logistiker in Singapur, dieselben Informationen jederzeit einzusehen. Der Logistiker kann daraufhin die Container für die Abholung kurz vor Produktionsschluss disponieren und übermittelt den jeweiligen Status der Containerdisposition mittels des in die Container integrierten IoT-Moduls fortlaufend über die Blockchain an die anderen beiden.

Effizientere Lieferketten mit geringeren Transaktionskosten, mehr Sicherheit und besserer Compliance – mithilfe von IoT und Blockchain, kombiniert in der Oracle Blockchain Cloud: So wird Supply Chain Management für alle Beteiligten zum Erfolgsfaktor.

Dies erlaubt dann nicht nur den ursprünglich Beteiligten, die Container samt Inhalt zu verfolgen, sondern auch weiteren Instanzen entsprechende Aktionen – z. B. der Zollagentur, die so den Güterumschlag rechtzeitig vorbereiten und die Verzollung durchführen kann. Die technischen Voraussetzungen für gelebtes Just-in-Time stehen! Das alles funktioniert, weil Transparenz herrscht – durch die IoT-basierten und kontinuierlich in die Blockchain eingespeisten Statusinformationen.

Noch einen Schritt weitergedacht, könnten zusätzliche Datenquellen einbezogen werden, z. B. Wetterdaten, um eventuelle wetterbedingte Verzögerungen berücksichtigen zu können.

"Wir sind Erzeuger von nativem Olivenöl Extra aus Früchten von kleinen Familienbetrieben in Italien und verkaufen unser Produkt auf dem US-Markt unter der Markenbezeichnung Bellucci Evoo. Wir wollten das über die gesamte Lieferkette – vom Baum bis zum Regal – nachverfolgen." sagt Andrea Biagianti, CIO von Certified Origins. "Die Verfügbarkeit des Oracle-Blockchain-Dienstes vereinfacht die Implementierung und Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien. Sie ist für uns ein echter Wettbewerbsvorteil. Die zusätzliche Transparenz und Information ist für Verbraucher, die nach Qualitätsprodukten suchen, wertvoll, und sie hilft, die Exzellenz der kleinen Betriebe zu fördern."Unternehmen können also besser und effektiver auf unvorhersehbare Ereignisse wie Zulieferunterbrechungen oder plötzliche Nachfrageeinbrüche reagieren, wenn ihre Lieferketten in Echtzeit in einer kontrollierten Blockchain mit automatisiert eingespeisten IoT-Daten abgebildet und allen Beteiligten zugänglich sind.

Vereinfachte Transaktionen durch „Smart Contracts“

Internationale oder gar globale Lieferketten bringen mit jedem Grenzübertritt bürokratische Prozesse inklusive der entsprechenden Dokumentenberge mit sich. In Summe baut sich dabei ein erheblicher Faktor für die Transaktions- und Ausführungsdauer auf. Das gilt vor allem bei internationalen Zahlungen, zumal die beteiligten Parteien jeweils ihren Finanzmarktregularien unterliegen. Damit kann jede noch so kleine Diskrepanz zu erheblichen Verzögerungen in der Zahlungsabwicklung führen.

Blockchain und IoT zusammen können den grenzüberschreitenden Güterverkehr signifikant beschleunigen. Schnellere, effizientere und kostengünstigere Abwicklung führt wiederum zu niedrigeren Transaktionskosten. Positiver Zusatznutzen: Betrugsversuche können durch ein manipulationssicheres, dezentrales Journal verhindert werden.

Weiterer Trick bei der Senkung von Transaktionskosten sind in der Blockchain eingebettete sogenannte Smart Contracts: kleine Programme, die Verträge abbilden, überprüfen oder die Verhandlung bzw. Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen. Die schriftliche Fixierung des Vertrages auf Papier oder in einer Datei wird damit unter Umständen überflüssig. Smart Contracts können sicherstellen, dass eine Vielzahl von Vertragsklauseln teilweise oder vollständig selbst ausführbar werden. Dokumente brauchen also zwischen den unterschiedlichen Parteien nicht mehr abgeglichen und in Einklang gebracht zu werden.

Auch für die beteiligten Finanzinstitute erhöht sich die Transparenz hinsichtlich des zugrundeliegenden Vertrags, des Auftrags und des Lieferstatus' durch IoT-Module, die den aktuellen Lieferstatus monitoren und die Ausführung von vertraglich vereinbarten Zahlungen bei Auslieferung triggern können. Damit vereinfacht sich die Validierung der Herkunft sowie der Authentizität radikal und ermöglicht beschleunigte Zahlungsläufe.

"Die Blockchain-Plattform von Oracle hat uns dabei geholfen, den elektronischen Zahlungsverkehr wesentlich zu vereinfachen: Wir konnten Kosten senken, Effizienz und Sicherheit erhöhen und insgesamt die Kundenzufriedenheit steigern", sagt Ayman Qadoumi, Deputy General Manager für Informationstechnologie und Sicherheitbei der Arab Jordan Investmentbank. "Die integrierten Funktionen, z. B. Identitätsmanagement und Datenverschlüsselung, sind für uns ideal geeignet, um unsere Branchen- und Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus haben die REST-APIs uns und unseren Anbietern geholfen, Anwendungsentwicklungen und die Integration mit bestehenden wesentlichen Services zu beschleunigen."

 

Zuverlässigkeit für regulierte Branchen

Stark regulierte Branchen wie die für Pharmazeutika oder Lebensmittel  müssen Gütertransporte oft z. B. unter strikter Temperaturkontrolle und innerhalb festgelegter Fristen durchführen.

Für diese Hersteller und Distributoren ist es existenziell wichtig, Nachweise über die Einhaltung der zulässigen Grenzwerte führen zu können. Deren Nicht-Einhaltung oder andere Fehler können wertvolle Lieferungen verzögern deren Beschlagnahme nach sich ziehen.

Der Stand der Technik ermöglichte es schon bisher, Temperaturdaten kontinuierlich mittels On-board-Sensoren zu erfassen und online an eine IoT-Plattform zu übermitteln. Was bisher fehlte, war die Option, die so erfassten Daten komplett mit nicht allzu komplexen Mechanismen abzusichern und manipulationssicher zu protokollieren. Ein IoT-basierter Daten-Feed, der in ein Blockchain-Framework integriert ist, kann jedoch die Zuverlässigkeit und Sicherheit erfasster und übermittelter Daten definitiv sicherstellen.Somit können Lieferanten die Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte in den o. g. Smart Contracts einbetten. In unserem Beispiel etwa werden die während der gesamten Transportdauer tatsächlich gemessenen Temperaturen mit den vertraglich definierten, zulässigen Soll-Werten abgeglichen, um deren Einhaltung bzw. mögliche Abweichungen zu belegen.

 

Effizientere Lieferketten mit geringeren Transaktionskosten, mehr Sicherheit und besserer Compliance – mithilfe von IoT und Blockchain, kombiniert in der Oracle Blockchain Cloud: So wird Supply Chain Management für alle Beteiligten zum Erfolgsfaktor.

Manipulationssichere und vertrauenswürdige Datenreihen hinsichtlich der Transportkonditionen für medizinische Produkte und verderbliche Güter erleichtern natürlich den Herstellern und Lieferanten erheblich den Nachweis, dass sie die Vorschriften eingehalten haben. Gleichzeitig werden Verluste aufgrund von Verzögerungen durch Inspektionen oder Untersuchungen damit vermieden und der Anspruch der Konsumenten auf unversehrte Waren kann leichter erfüllt werden.

Optimierte Entscheidungen mit Data-driven Insights

Die Kombination Blockchain – IoT ermöglicht es allen Partnern der Lieferkette, Daten in einem Ökosystem sicher zu teilen. Kommen dann noch neueste Machine-Learning-Technologien mit hinzu, bekommen die verschiedenen Beteiligten, oft mit optionalen zusätzlichen Informationen aus Drittquellen, neue Einblicke und Erkenntnisse zur Lieferkette. Ein Hersteller kann z. B. auf einer Plattform Daten in Echtzeit von allen Partnern (Zulieferer, Logistikanbieter, Auftragnehmer…) beziehen, aber auch teilen und sie darüber hinaus mit weiteren Wirtschafts- oder Klimadaten anreichern.

Damit können Unternehmen ihre Entscheidungen über die (Neu-)Ausrichtung ihrer Beschaffungs- und Vertriebsnetze optimieren. Gleichzeitig sind die Partner in der Lage, Daten zu nutzen, um ihre Rolle und die Wirkung auf die gesamte Lieferkette besser zu verstehen, zu visualisieren und anzupassen, um so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Effizientere Lieferketten mit geringeren Transaktionskosten, mehr Sicherheit und besserer Compliance – mithilfe von IoT und Blockchain, kombiniert in der Oracle Blockchain Cloud: So wird Supply Chain Management für alle Beteiligten zum Erfolgsfaktor.

Blockchain und IoT erzeugen potentiell Synergien, die einige der Schlüsselprobleme lösen, mit denen Lieferketten heute zu kämpfen haben – und schaffen zusätzlich echten Mehrwert für Unternehmen. Sowohl IoT als auch Blockchain gewinnen schon für sich genommen weiterhin an Zugkraft, und dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach im Zuge ihrer Weiterentwicklung beschleunigen.

Oracle verfügt neben einem Blockchain Cloud Service über viele der benötigten Zusatzkomponenten zur besseren Abbildung und Unterstützung von Supply Chains, außerdem über eine leistungsstarke IoT Cloud Plattform und SaaS-Angebote, gestützt auf ein umfassendes und bewährtes Cloud-Infrastruktur-Portfolio.

Mit diesen Features und Tools ist Oracle bestens gerüstet, seinen Kunden eine breite Palette von Vorteilen zu bieten: Minimierung von Komplexität und Kosten, die Verbesserung der Customer Experience, Beschleunigung von Anwendungsbereitstellung und -integration sowie die Erhöhung der Transparenz in der gesamten Lieferkette.

 

Laden Sie hier den Beitrag "WILL BLOCKCHAIN FOR SUPPLY CHAIN CHANGE EVERYTHING?" unserer Industry Group im PDF-Format kostenlos herunter:

Laden Sie hier aus dem Oracle Cloud Blog den Beitrag "WILL BLOCKCHAIN FOR SUPPLY CHAIN CHANGE EVERYTHING?" der Oracle Industry Group im PDF-Format kostenlos herunter.:

 

 

Kontakt:

Wenn Sie mehr über dieses spannende Thema wissen möchten, spreche ich gerne mit Ihnen darüber, per E-MailXingLinkedIn oder Twitter. Enzo Favuzzi, Business Development Manager, Cloud Platform.

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