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E-Mail-Tsunamis und was aus Systemintegratoren in der Cloud-Welt wird

Ralph Novak
Editor

Von Stephan Hartmann

Jeder, der schon einmal ein Projekt vom Stapel gelassen hat, kennt und fürchtet die Flut von 50 und mehr E-Mails, die das regelmäßig auslöst: Alle wollen plötzlich etwas – Information, Bestätigung, Genehmigungen…

Mythics ist ein Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Virginia mit 15 Jahren Erfahrung in Systemintegration. Die Nummer mit den Mail-Tsunamis kennt man dort nur zu gut: Projekte sind das tägliche Brot bei Mythics. In der Führungsetage war man sich immer bewusst, dass effizientere Projektabwicklung und Vorschlagsmanagement sich in kürzester Zeit rentieren würden – besonders, da Kunden zunehmend die Cloud nutzen und schnellere Abwicklungen erwarten, und zwar in mehr und auch in kleineren Projekten.

Von diesen 50 (und manchmal 100) E-Mails geplagt war in der Regel Shane Smutz als stellvertretender Vorsitzender, weil seine Zustimmung für viele Projekte erforderlich war. Um diesem Wahnsinn Herr zu werden, entwickelte Mythics einen cloudbasierten Ansatz über Oracle Process Cloud. Das diente dazu, den Workflow bei der Genehmigung der Leistungsbeschreibungen zu gewährleisten; Oracle Document Cloud sicherte die Dokumentation der Informationen und die Versionskontrolle. Damit gab es nur noch eine aktuelle Wahrheit für eventuelle Fragen.

„Eine oder zwei E-Mails kommen jetzt noch“ – ein Projektbericht oder die Bewilligung für eine Leistung, sagt Smutz. Er verwaltet die Management-App auf seinem Smartphone. Die Belegschaft von Mythics arbeitet virtuell und an verschiedenen Standorten; mobil verfügbar zu sein, ist daher ausschlaggebend dafür, dass Teams zeitnah reagieren.

Es geht für Mythics dabei aber um viel mehr als nur die Entwicklung eines leistungsstarken internen Managementtools oder gar ein Tool, das sie vielleicht eines Tages bei einem Kunden einführen können – sondern es spiegelt wider, wie Cloudlösungen das Kerngeschäft von Mythics verändern und erweitern, und zwar derart, dass es die Rolle von Systemintegratoren im ganzen Hightechbereich neu definieren wird.

Zuletzt lag der Fokus bei Mythics meist auf Technologieberatung, speziell Unterstützung von Unternehmen bei der Implementierung von Oracle-Systemen. Mit Cloudlösungen im Hintergrund gibt es zwar immer noch einiges an solcher Beratung, aber der Schwerpunkt liegt stärker auf Businessberatung, Change Management und Einführungsservices – dies deshalb, weil neue Apps in der Cloud schneller einsatzbereit sind; und wenn sie einmal implementiert sind, haben die IT-Leute keine große praktische Funktion mehr bei der Wartung.

„Das hilft ihnen wirklich – genau genommen zwingt es sie, endlich über die Lösung ihrer Businessfragen nachzudenken, weil sie jetzt diese ganzen robusten Werkzeuge haben, diese hochgradig integrierten und flexiblen Cloud-Plattformen, die sie nicht mehr zu warten brauchen“, sagt Smutz. „Was wollen Sie also als Nächstes? Was steht auf Ihrer Mängelliste? Lassen Sie uns diese Projekte priorisieren und abhaken.“ Der Kurswechsel hin zur Cloud ermöglicht es Unternehmen, ihr Kerngeschäft zu optimieren und sich weniger um ihre IT-Umgebungen kümmern zu müssen.

Mit den im eigenen Unternehmen gesammelten Erfahrungen hat Mythics einiges darüber gelernt, was bei Cloudprojekten anders läuft und wie Cloudlösungen die Erwartungen von Kunden an Systemintegratoren verändern wird. Hier sind die wesentlichen Lektionen:

Seien Sie darauf gefasst: Es passiert bald!

Implementierungen passieren mit der Cloud deutlich schneller als mit den betriebsinternen Softwarelösungen – binnen einiger Monate oder sogar nur Wochen. IT-Einrichtungen müssen diese neue Mentalität begreifen und aufhören, unendlich darum zu kreisen, wo die Anwendungen und die Daten jetzt beheimatet sein sollen und wie die IT die App handeln wird.

„Machen Sie sich von diesem Zeug frei und denken Sie echt darüber nach, wie Sie die nächste geschäftliche Herausforderung schaffen. Dann sind Sie offen für den nächsten Anwendungsfall – und das können Sie dann in ganz kurzen Zyklen hinbekommen“, sagt Smutz. Kurze Zyklen kann bedeuten: schnelle Erfolge, die wiederum den Bedarf an neuen Cloudprojekten wecken.

Geschäftsverantwortliche und IT-Teams müssen sich vom ersten Tag eines Projekts an stärker darauf fokussieren, wie eine Cloudanwendung die Tätigkeit der beschäftigten verändert und welche Ausbildungs- und Einstellungsstrategien nötig sind.

User früher einbeziehen – noch wichtiger als bei konventioneller Software

Smutz hat auch bemerkt: „Die besten Erfolge hatten wir da, wo so früh wie möglich klar war, dass die Leute einbezogen sind und mitziehen. Die Projekte laufen nämlich dann aus dem Ruder, wenn Entscheidungen in zu kleinen Zirkeln fallen, ohne dass es die richtige Art von Feedback gibt, oder zu wenig Feedback, oder wenn der Durchblick fehlt.“

Der Prozess, User-Input zu kriegen, Tools und Plattformen auszusuchen und einzuführen – alles das geht mit der Cloud schneller. Mit der Folge, dass neue Systeme oder Abläufe die Anwender manchmal kalt erwischt: Sie sind vielleicht gezwungen, ihre Arbeit abrupt umzustellen; das kann sie sauer machen. „Aus diesem Grund weisen wir Kunden darauf hin sicherzustellen, dass sie auch Leute einbeziehen, an die sie nie gedacht hätten – nämlich wirklich alle, auf die sich die Umstellung auswirkt“, sagt Smutz.

Die Cloud kommt. Und die Kopfschmerzen sind weg

Mythics hätte sein neues internes System der Freigabe von Leistungsbeschreibungen niemals mit innerbetrieblicher Software entwickeln können – zu langwierig, zu teuer und dann mit zu viel Aufwand im Betrieb und in der Wartung, stellt Smutz fest.


Dass das System in der Oracle Process Cloud entwickelt wurde, hat es dem Team ermöglicht, sich mehr auf geschäftliche als auf technische Probleme zu konzentrieren. Zugleich profitieren sie damit von Best Practices aus der Anwendung bei anderen Oracle-Kunden. Smutz: „Die Process Cloud war perfekt für uns, um eine Standardisierung hinzubekommen, einfach aufgrund ihrer Eigenschaften als Tool.

Der Wandel durch die Cloud kommt schnell näher

Mythics hat als Kunden eine Reihe von Regierungsstellen auf Bundesstaats- und lokaler Ebene, die sich in letzter Zeit auf Cloudlösungen eingelassen haben. Bei diesen Stellen ändert sich auch das Kaufinteresse – weg von großen mehrjährigen Verträgen hin zu kleineren und schneller rentablen Projekten, bei denen Cloudlösungen am stärksten sind. Smutz beobachtet sogar einen Wandel allein im Lauf des letzten Jahres.

Besonders staatliche Stellen und Unternehmen mit kleineren IT-Abteilungen spüren also die Vorteile der Cloud: Sie reduziert Störungen durch das dauernde Management der IT-Infrastruktur, es wird billiger und lässt sich als laufende Betriebsausgabe verbuchen, die Sicherheitsfrage ist flächendeckend geregelt, und das IT-Personal kann sich mit qualifizierteren Aufgaben beschäftigen, stellt Smutz fest.

Die Cloud verändert die Erwartungen an Systemintegratoren

Die Rolle von Mythics in Cloudprojekten liegt inzwischen stärker bei Front-End-Planungen und nachhaltiger Absicherung: Entwurf von Systemarchitekturen, User einbeziehen, Strategien für die Einführung neuer Abläufe für die erwähnten raschen Umstellungen. Kritische technische Herausforderungen wird es aber nach wie vor – und noch viele Jahre lang – geben, allein schon wegen der Integration von Cloudsystemen in die innerbetrieblichen Systeme.

Entscheider dabei zu unterstützen, wie Strategien auf geschäftlicher und technologischer Ebene von einem schnellen und erfolgreichen Projekt zum nächsten geplant werden können, das wird an Bedeutung zunehmen. „Weniger Kindermädchen für innerbetriebliche Systeme und mehr Beschäftigung mit kontinuierlicher Überführung in die Cloud und nachhaltiger Absicherung solcher Abläufe“ prognostiziert Smutz.


Diese Entwicklung im Geschäft bei Mythics kreiert Möglichkeiten, die sich bei den Kunden des Unternehmens bis zur obersten Führungsebene bemerkbar machen: „CIOs werden aufgefordert, Cloudlösungen einzuführen bzw. vorrangig in Erwägung zu ziehen, und sie machen das zu einer Imagefrage. Unser Job ist es sicherzustellen, dass ihre Anwender mitmachen und dass sie erfolgreich sind“, bemerkt Smutz.

Kontakt


Sie wollen mehr darüber wissen? Dann nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf, per E-Mail, Xing oder LinkedIn. Ich freue mich auf das Gespräch mit Ihnen. Stephan Hartmann, Vertriebsbeauftragter Industrial Named Accounts.

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