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Diabetes-App: So steigerte dieser Vater die Lebensqualität seiner 13-jährigen Tochter

Todd Sharp lebt mit Frau und zwei Kindern in den Blue Ridge Mountains von Georgia. Er ist Entwickler mit Leib und Seele – und hat 15 Jahre Erfahrung als Full-Stack-Developer unterm Gürtel. Bei Oracle sind Cloud und Autonomous Database seine Domäne. Für eine seiner innovativen Entwicklungen hatte er ein ganz besonderes Motiv: Seine eigene Tochter.

 

Auf einen Blick: So steigerte dieser Vater die Lebensqualität seiner 13-jährigen Tochter

Cloudtechnologie für Diabetiker: Die Insulin-Helper-App hilft beim Einstellen der Insulinpumpe. Ein Oracle-Entwickler hat sie für seine Tochter gebaut.

 

Ava kriegt eine Diagnose

Todds Tochter Ava war ein lebenslustiger Teenager, der sich auch in diesem Jahr auf die Ferien freute. Es sollte anders kommen. Ihr Körper wurde übermannt von Erschöpfung, ständigen Kopfschmerzen, übermäßigem Durst und Hunger, und sie konnte nur noch verschwommen sehen.

Es hörte und hörte nicht auf. Daraufhin brachten Todd und seine Frau sie zum Arzt. Ein Bluttest ergab, dass Ava unter Typ-1-Diabetes litt; ihr Körper konnte kein Insulin mehr selbst produzieren. Daher war ihr Blutzuckerspiegel extrem hoch: 475 mg/dl – normal wäre laut American Diabetes Association ein Wert unter 100. Ava wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert und musste drei Tage dortbleiben. In dieser Zeit bekamen Ava und ihre Eltern einen Crashkurs für den Umgang mit dem Diabetes.

 

463 Millionen Menschen mit täglich demselben Gedanken…

Ab diesem Moment beherrschte der Gedanke an den Blutzuckerspiegel den Ablauf jedes einzelnen Tages: An die sechs Mal musste Ava den Wert manuell durch Stechen in den Finger überwachen, Kohlenhydrate zählen und bei jeder Mahlzeit und jedem Snack Insulin verabreichen. Zu niedrige ebenso wie hohe Blutzuckerwerte können schwere gesundheitliche Störungen auslösen.

Weltweit leiden rund 463 Millionen Menschen an Diabetes – das ist einer von 11 Erwachsenen. Davon leben 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren mit Typ-1-Diabetes. Die 13-jährige Ava Sharp ist eine dieser Jugendlichen, die eigentlich etwas anderes im Sinn haben als das lähmende Korsett der täglichen Kontrolle ihres Diabetes. Das Schwierigste dabei ist die manuelle Berechnung des Kohlenhydratverbrauchs, der für die Bestimmung der Insulindosis erforderlich ist. Die Formel für diese Berechnung ist ein individueller Satz von Zahlen, nach denen jeder Diabetiker lebt. Sie ändern sich im Tagesverlauf und sind von verschiedenen Faktoren wie Bewegung und Nahrungsaufnahme abhängig.

 

„Es muss hier doch eine technische Lösung geben“

Bereits im Krankenhaus beschäftigte es Todd brennend: „Aufgrund meines naturwissenschaftlichen Hintergrunds und meiner Do-it-yourself-Einstellung war mein erster Gedanke, welche Art von Technologie es bereits gibt und wie Technologie uns weiterhelfen kann.“ Er verschwendete buchstäblich keine Minute. Innerhalb einer Stunde nach Avas Diagnose fing er auf dem Laptop an, Diabetes-Management-Technologien zu recherchieren. Dabei stieß er bald auf kontinuierlich messende Glukose-Monitore (CGM) und Insulinpumpen.

Ein CGM-Gerät verwendet ein winziges Sensorkabel, das unter die Haut geht, um den Blutzuckerspiegel Tag und Nacht alle 5 bis 15 Minuten automatisch zu messen und zu erfassen. Ava benutzt ein solches Gerät inzwischen, anstatt selbst Blut zu entnehmen. Die Insulinpumpe, die sie demnächst auch noch bekommt, ist ein kleines, computergesteuertes Gerät, das bedarfsgesteuert kleine, kontinuierliche Dosen Insulin unter die Haut abgibt.

Trotz dieser technologischen Fortschritte fand Todd kein Werkzeug, um Ava grundlegend zu helfen, den Überblick über ihre Kohlenhydrataufnahme zu behalten. "Es ist emotional belastend, dies bei deinem eigenen Kind mitzuerleben", sagt Todd. „Kohlenhydrate zu zählen ist nicht einfach, besonders für einen Teenager oder ein kleines Kind. Es ist lästig, dauernd herausfinden zu müssen, genau wie viele Kohlenhydrate in jedem Bissen sind. Und wenn man dabei einen schlechten Job macht, spritzt man sich zu viel oder zu wenig Insulin …"

Und das hat Todd dazu inspiriert, eine Smartphone-App namens Insulin Helper zu entwickeln – binnen nur drei Wochen, nachdem Ava aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Die App nutzt Bilderkennung, eine drahtlose Lebensmittelwaage und Ernährungsdaten des US-Landwirtschaftsministeriums. Mit diesen Daten sagt die App Ava genau, wie viel Insulin sie den ganzen Tag über benötigt. Das folgende Video zeigt die App in Aktion:

 

 

 

Die beteiligten Produkte

Für Todd als „Cloud-Evangelist“ war es klar, dass er die Oracle Cloud während des gesamten Entwicklungsprozesses sehr stark nutzte. Das Herzstück des Systems war eine progressive Webanwendung (PWA), die gleichermaßen auf Desktops, Laptops wie auch anderen mobilen Geräten installiert und ausgeführt werden kann. Die PWA greift auf drei verschiedene Microservices zu, die als Docker-Container in einem Oracle Kubernetes Cluster innerhalb der Oracle Cloud bereitgestellt werden.

  1. Der Benutzerservice speichert Informationen wie Sollbereiche und Profildaten in einer autonomen Datenbankinstanz. Er verwendet Oracle Helidon, ein leichtgewichtiges Oracle Java Microservices Framework, und Oracle REST Data Services (ORDS), um Daten in die Oracle Datenbank und wieder raus zu ziehen.
  2. Der nächste Mikroservice ist der Formel-Service, der in Node.JS mit dem Express-Framework geschrieben wird. Dieser Service übernimmt Persistenzoperationen für die benutzerspezifischen Formeln zur Berechnung der Insulindosierung. Todd entschied sich, die Daten in diesem Dienst als JSON-Dokument in der Oracle Autonomous Database mit Simple Oracle Data Access (SODA) zu speichern.
  3. Der dritte Mikroservice schließlich ist der Nutrition Service. Dieser Dienst verwendet Micronaut Data, ein beliebtes Java-Framework zur Erstellung von Microservices, um Daten in die und aus der Oracle Autonomous Database zu ziehen. Micronaut Data ist ein Datenbankzugriffs-Toolkit, das die Ahead of Time (AoT)-Kompilierung verwendet, um Abfragen für Repository-Schnittstellen vorzuberechnen, die dann von einer dünnen, leichten Laufzeitschicht ausgeführt werden. Der Nutrition Service bietet auch einen Endpunkt für den Bildupload und interagiert mit der Food Data Central API für Nährwertinformationen des Landwirtschaftsministeriums.

„Alle diese Dienste sind in der Oracle Autonomous Database vorhanden. Also kann ich alle diese Daten in einer sehr einheitlichen Ansicht kombinieren und so Abfragen vom Typ Machine Learning durchführen oder Berichte erstellen, die diese Daten kombinieren, obwohl sie aus drei verschiedenen Quellen stammen", sagt Todd.

 

Anstöße, die Leben verändern können

Todd hofft, dass seine Geschichte andere ermutigt, sich ebenfalls an Projekte zu wagen, die ihnen am Herzen liegen, egal wie groß oder klein. Unterm Strich steht für ihn immer die Familie an erster Stelle. Und was dann zählt, ist, das Leben für irgendjemanden ein bisschen leichter zu machen. „Ich möchte Diabetikern das Leben leichter machen, weil das ein Vollzeitjob ist“, sagt Todd. „Es gibt keine freien Tage, du kannst dich nicht drücken oder sagen, heute ist es mir egal – das ist einfach keine Option. Und das heißt, ich würde jeden Dollar und alle Zeit der Welt hergeben, um das Leben meiner Tochter ein Stück besser zu machen.“

 

Cloudtechnologie für Diabetiker: Die Insulin-Helper-App hilft beim Einstellen der Insulinpumpe. Oracle-Entwickler Todd Sharp hat sie für seine Tochter Ava gebaut.

 

Das Leben etwas besser zu machen – mehr kann man sich von einer App eigentlich nicht wünschen.

 

 

Kontakt:

Ein spannendes Thema, über das ich gerne mit Ihnen spreche, per E-MailLinkedInXing oder Twitter. Sabine Leitner, Sr. Marketing Manager.

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