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Das sind die 10 wichtigsten Cloud-Trends 2020

Das sind die 10 wichtigsten Cloud-Trends 2020

 

Cloud Computing ist in vielen Unternehmen bereits Alltag. Die Entwicklungen für 2020 in diesem Bereich sind ein äußerst spannendes Thema – sowohl auf dem Cloud-Markt als auch für Unternehmen, die schon Cloud-Technologien einsetzen. Dazu gehören z. B. neue Setups im Bereich Retail, der Fortschritt in Sachen Internet of Things (IoT) und natürlich das ganze Umfeld von Virtual und Augmented Reality (VR/AR).

 

Die Entwicklung vollzieht sich insgesamt durchaus rasant. Um nicht den Anschluss zu verpassen, müssen Unternehmen ihr Know-how kontinuierlich ausbauen und ihre Skills erweitern. Mit diesem Beitrag bekommen Sie einen Überblick zu den Marktentwicklungen und den damit verbundenen Herausforderungen der Cloud Trends 2020.

 

Die Marktforscher haben tief geschürft …

Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. hat kürzlich seine Prognosen zu den wesentlichen Technologie-Trends für 2020 publiziert. Die Trends sind hier erstmals in zwei Kategorien, „People-centric“ und „Smart Spaces“, aufgeteilt, also einerseits Technologien, die sich direkt auf Mitarbeiter eines Unternehmens oder auch auf Endkunden auswirken; andererseits Trends, die sich mit unseren persönlichen Wohn- und Arbeitsumgebungen befassen (Stichwort: Internet of Things, IoT).

Bereits in den Vorjahren hatte Gartner vorausgesagt, dass bis 2020 für viele Softwareanbieter die Cloud-First-Strategie durch Cloud-Only ersetzt werden würde. Bewahrheitet hat sich das bereits. Der Markt für PaaS und insbesondere IaaS weist weiterhin zweistellige Wachstumsraten auf. Und eine No-Cloud-Policy ist inzwischen schon fast so passé wie die No-Internet-Strategien der 2010er Jahre.

Dazu passt, was Lee James, CTO des US-amerikanischen IT-Service-Providers Rackspace, hinsichtlich der Cloud Trends für das Jahr 2020 voraussieht – nämlich eine deutliche Tendenz von der Hybrid Cloud hin zur Multicloud. Schon jetzt setzen 81 Prozent aller Unternehmen, die Cloud-Techniken nutzen, auf die Multicloud. Die zentrale Private Cloud wird aber dennoch nicht vollends vom Markt verschwinden. Die Big Player der Branche haben weiterhin erfolgreiche Private-Cloud-Angebote im Portfolio, z. B. Dienste wie Google Cloud Anthos, AWS Outposts von Amazon oder Azure Arc von Microsoft – Services, die sich direkt in Public-Cloud-Lösungen integrieren lassen. Kubernetes bleibt eins der wichtigen Open-Source-Produkte in den Cloud Trends 2020 und wird mit Hyperscaler und VMWare in den Wettbewerb um Marktanteile eintreten. Weitere neue Services und Produkte sind zu erwarten.

 

Die 10 Top-Trends 2020 in der Cloud-Technologie:

 

1. Smart Spaces

Smart Spaces sind im Trendbericht von Gartner eigentlich gleich ein ganzes Bündel wichtiger Entwicklungen, die Unternehmen unbedingt im Blick behalten sollten. Eins der bekanntesten Beispiele hierfür sind die konzipierten bzw. sich entwickelnden Smart Cities, dann aber auch alle Umgebungen, in denen eine digital gestützte Interaktion zwischen verschiedenen Systemen – einschließlich des Menschen – stattfindet, etwa Smart Homes, Smart Workplaces usw. Kennzeichen dieser Systeme sind u. a. Vernetzung, Offenheit, Koordination und intelligente Steuerung. Ständiger Begleiter der Systementwicklung wird hier die Frage ihrer Robustheit, aber auch ihrer Sicherheit und des Datenschutzes sein.

 

2. Hyperautomation

Bei Hyperautomation wird der Einsatz von KI sowie maschinenbasiertem Lernen zur Umsetzung zunehmend komplexer Tätigkeiten zusammengefasst, die bisher teils noch von Menschen verrichtet wurden. „Hyper“ bedeutet dabei, dass verschiedene Werkzeuge zusammengenommen einer Automatisierung unterzogen werden und dass die Automation selbst auch noch auf ein höheres Niveau gebracht wird.

 

3. Multicloud

Das Marktforschungsinstitut „Research in Action“ hat kürzlich 1400 IT-Verantwortliche aus sieben europäischen Ländern nach ihren Cloud-Einsatzplänen befragt. Ihre Aussagen ergeben eindeutig, dass sich fast alle Unternehmen bereits mit dem Thema „Multicloud“ beschäftigen. Entweder liegt bereits eine Strategie vor oder sie wird derzeit erarbeitet. Was Unternehmen hier offenbar schätzen, ist die Möglichkeit, die Angebote bzw. Stärken verschiedener Provider zu kombinieren und zu bündeln und vielleicht auch noch nicht alles auf ein Pferd setzen zu  müssen – selbst wenn Aufwand und Sicherheit beim Management einer solchen Lösung wieder ein eigenes Thema darstellen.

 

4. KI-Sicherheit

Ein weiteres wichtiges Thema bei den Cloud-Trends sind KI-Sicherheit und die (Rück-)Gewinnung von Vertrauen der Nutzer in Cloud-Technologien. Künstliche Intelligenz kommt schon jetzt in vielen Bereichen zunehmend zum Einsatz. Daraus ergibt sich laut Gartner zwangsläufig, dass auch die Sicherheit der KI-Systeme verstärkt in den Fokus gerückt werden muss – mit dem Argument: Der Fortschritt der Cloud-Technologie selbst hat zu einer Vertrauenskrise geführt. Und durch vermehrten Einsatz von KI in der Cloud könnte diese Vertrauenskrise sogar noch anschwellen. Hier müssen die Unternehmen reagieren, um Vertrauen zurückzugewinnen. Ein Teil dieser Strategie wird sinnvollerweise darin bestehen müssen, allgemeinverständlich (!) und transparent die Umsetzung geltenden Datenschutzrechts (DSGVO etc.) zu kommunizieren.

 

5. Demokratisierung des Wissens

Ein weiterer wichtiger Punkt in den Cloud Trends 2020 ist die Demokratisierung von Wissen unter Einsatz von Cloud-Technologien. Sinn der Sache ist ein kostengünstiger und vor allem einfacher Zugang zu wirtschaftlichen und technologischen Informationen und Wissensbeständen. Auch bislang sehr exklusives Wissen kann und soll so zunehmend geöffnet werden. Wikipedia machte dies als Wegbereiter schon zu einer Zeit vor, als noch niemand an Cloud Computing in der heutigen Form dachte. Heute sind Software und Datenbestand der Wikimedia Foundation ohne den Einsatz von Cloud-Technologien undenkbar. Ähnliches gilt beim Open-Source-Portal GitHub: Auch hier ermöglicht die Cloud das gemeinsame Arbeiten an Softwareprojekten sowie deren offene Verfügbarkeit.

 

6. Multi-Experiences

Zur Abwechslung ein weitgehend neuer Begriff bei den Cloud Trends: Die so genannte Multiexperience bedeutet den Einsatz verschiedener Technologien wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und die sich daraus entwickelnde Mixed Reality (MR) sowie deren Verschmelzung in Form mehrkanaliger Maschine-Mensch-Interfaces.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird sich die User Experience weitestgehend verändern, und zwar hinsichtlich der Art, wie Nutzer ihre digitale Umwelt wahrnehmen und mit ihr umgehen. Soziale Medien werden dabei definieren, wie wir Menschen mit der digitalen Welt interagieren. Im Gegensatz dazu werden VR, AR und MR die Art und Weise verändern, wie die Menschen die digitale Welt wahrnehmen werden. Aus der Kombination beider Veränderungen ergibt sich unter Anwendung heute bereits verfügbarer Cloud-Technologien eine neue, multimodale sowie multisensorische Nutzererfahrung. Ein Mitarbeiter der Forschung bei Gartner hat dazu den Satz geprägt: „Das multisensorische Modell wird sich verschieben: vom technologiegebildeten Menschen zu menschengebildeten Technologien.“

 

7. Internet of Things (IoT)

Lee James (und sicher nicht er allein) hält IoT für ein System, das sich am Markt schnell noch weiter ausbreiten wird. 5,8 Milliarden von Gartner prognostizerter IoT-Endpunkte für Unternehmen und die Automobilindustrie ist ja schon mal etwas. Dabei bleiben Sicherheits- und Vernetzungslücken eine – ebenfalls mitwachsende – Herausforderung. Sie hängt nicht allein mit dem schnellen Wachstum der Technologie, sondern auch mit dem Wildwuchs an Systemen und Anbietern zusammen, die jeweils spezielle und häufig nicht aufeinander abgestimmte Spezialgebiete repräsentieren. Ein starker Fokus des IoT-Sektors wird nicht zuletzt darauf liegen (müssen!), die langen Lebenszyklen zu berücksichtigen, die industrielle Anlagen aufweisen, in die IoT integriert werden soll. Hier herrschen derzeit noch einander weitgehend fremde „Designkulturen“.

 

8. Hybrid-Cloud

Die Entwicklung zum Hybrid-Cloud-Ansatz, bei dem Workloads auf lokalen Arbeitsumgebungen und Public-Cloud-Plattformen verteilt sind, stellt neue Herausforderungen für die Sicherheit dar. Auch und gerade wenn die Cloud für Business-Anwendungen in verschiedenen Abteilungen eingeführt wird, können im Unternehmen verschiedene Cloud Services in unterschiedlichen Rollen miteinander interagieren. Das bedeutet erhöhte Anforderungen an die Datensicherheit (Wer darf was „sehen“?). Der gute alte Datenschutzbeauftragte wird mehr und mehr zum Customer Information Security Officer, der sich der Aufgabe „Datensicherheit“ abteilungsübergreifend stellen muss.

 

9. Cloud-Native

Schon in den vergangenen zwei Jahren hat sich der Bereich Cloud-native ausgedehnt. Hier werden Cloud-Konzepte auf allen Ebenen bis hin zu Microservices angewendet. Die Erfolge von Unternehmen, die Cloud-native bereits einsetzen, sprechen für sich. Hier entstehen Mindsets, die auf Wachstum, Kooperation und Innovationen abzielen. Das ermöglicht auch neue Nutzer-Erfahrungen. Als Beispiel sei der Streaming-Dienst Spotify angeführt. Hier arbeiten verschiedene Teams an der Entwicklung von Komponenten, die aufeinander aufbauen und nahtlos integriert werden können, um eine intuitive Benutzerführung zu ermöglichen.

 

10. Edge-Computing

Mit Edge-Computing ist nicht etwa der Webbrowser gleichen Namens aus dem Hause Microsoft gemeint, sondern eine dezentrale, cloudbasierte Datenverarbeitung am Rande des Netzwerks. Hier geht Gartner davon aus, dass Edge-Computing bis 2023 bis zu 20-mal größer sein wird als herkömmliche IT-Dienste. Segmente wie Retail Edge und Industrial Edge werden eine Vorreiterrolle übernehmen und die Wertschöpfungskette in den produzierenden Unternehmen vorantreiben. Auch Lee James sieht für Edge-Computing eine wachsende Marktdurchdringung voraus.

 

Cloudtrends 2020 – was noch?

Mit Blick auf technologische Flexibilität und Innovation spielt nach wie vor das Kostenbewusstsein eine große Rolle. Etwa 74 Prozent der von „Research in Action“ befragten Unternehmen erarbeiten eine langfristige Cloud-Strategie, bei 8 Prozent ist diese bereits jetzt im Einsatz. Andererseits: Bei etwa 11 Prozent der Unternehmen existiert eine Schatten-IT, die meist organisch gewachsen ist und bei der Integration in künftige Cloud-Konzepte nicht mehr berücksichtigt werden soll. Nur noch 7,4 Prozent der Unternehmen ignoriert das Thema Cloud-Computing komplett.

 

FAZIT: Die Cloud ist klar aus den Kinderschuhen raus

Haben wir noch vor einem Jahr an dieser Stelle geschrieben, dass die Cloud im Jahr 2019 alternativlos wird, so können wir heute feststellen: Die Cloud ist erwachsen geworden. Es ist bereits zehn Jahre her, dass aus dem Konzept Cloud Computing eine greifbare Realität wurde. Mittlerweile ist die Akzeptanz hoch – und weiterhin im Wachsen begriffen. Durch Veränderung und Anpassung der Geschäftsprozesse schaffen Unternehmen auf Grundlage der erhöhten Flexibilität und Skalierbarkeit einen enormen Wertzuwachs. Die Datenmengen steigen exponentiell; sie müssen laufend bearbeitet und analysiert werden. Allein deshalb werden Cloud-Plattformen im Jahr 2020 ein weiteres Wachstum erleben.

 

 

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