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  • 19. February 2018

Her mit der Cloud: AT&T migriert riesige unternehmenskritische Datenbanken in die Oracle Cloud

AT&T ist das umsatzstärkste Kommunikationsunternehmen der Welt. Um in einer schnelllebigen Branche weiter innovativ an der Spitze zu bleiben, geht AT&T, wie andere Global Player, in die Cloud. Das Unternehmen war bereits Anführer der Telekommunikations- und Pay-TV-Branche bei der Virtualisierung und Software-Steuerung des globalen Area Networks. Damit schuf AT&T die Grundlage dafür, neue Dienste einzuführen und schneller auf Kundenbedürfnisse zu reagieren.

Das Unternehmen betreibt eine Private Cloud auf Basis proprietärer Virtualisierung, um die softwaredefinierten Netzwerkdienste zu unterstützen. Und es hat tausende seiner kleineren Oracle-Datenbanken in eine andere virtualisierte Private Cloud verschoben, die eher für allgemeine Mehrzweck-Nutzungen gedacht ist.

Bis vor kurzem fehlte AT&T jedoch eine cloudbasierte Lösung, um die rund 2000 größten unternehmenskritischen Oracle-Datenbanken – mehr als als 8 TB – zu betreiben. Die Private Cloud von AT&T bietet zwar bereits eine agile, automatisierte IT-Umgebung. Dennoch liefert sie nicht die erforderliche Leistung für diese sehr großen, transaktionsintensiven Datenbanken. Viele davon enthalten Kundendaten. Sie müssen daher aus regulatorischen und sicherheitstechnischen Gründen sowie zum Schutz der Privatsphäre vor Ort bleiben.

AT&T entschied sich für Oracle Cloud at Customer. Dabei handelt es sich um dieselbe Hard- und Softwareplattform, die Oracle in seinen eigenen Cloud-Rechenzentren verwendet und in eine "Cloud-Maschine" im Rechenzentrum des Kunden stellt, um die größten geschäftskritischen Oracle-Datenbanken zu betreiben.

Als „geschichtsträchtig“ bezeichnete Oracle-CEO Mark Hurd die Vereinbarung zwischen AT&T und Oracle: Eine strategische fünfjährige Partnerschaft sieht vor, die großen, leistungsstarken Datenbanken von AT&T mit Oracle Cloud at Customer in Oracle Cloud zu transferieren. Die Vereinbarung umfasst auch den weltweiten Zugriff auf das Cloud-Portfolio von Oracle, einschließlich des Cloud-Dienstes „Oracle Field Service“. Diesen Service wird AT&T einsetzen, um Planung und Disposition seiner mehr als 70.000 Außendiensttechniker zu optimieren.

Mit Oracle Cloud at Customer kann AT&T jetzt unternehmenskritische Datenbanken mit einer Größe von bis zu 100 TB in einer von Oracle verwalteten Cloud betreiben. Die ist genauso flexibel und skalierbar wie eine öffentliche Cloud – aber sie befindet sich eben in AT&T-Einrichtungen. Diese Datenbanken werden auf Oracle Database Exadata Cloud at Customer ausgeführt, also der am besten skalierbaren und zugleich zuverlässigsten Plattform für die Ausführung von Oracle Database. „Das Faszinierende an Oracle Cloud at Customer ist, dass hier alle Vorteile einer öffentlichen Cloud und zugleich die Sicherheit und Leistung einer privaten Cloud gegeben sind", sagt Claude Garalde, leitender technischer Architekt bei AT&T. Zugleich wird die Anwendungsleistung optimiert, denn Oracle Cloud at Customer ist direkt mit der Netzwerkinfrastruktur von AT&T verbunden. „Um die Performance zu verbessern, wollen Sie natürlich, dass sich die Datenbank wirklich in der Nähe der Anwendungs- und Middleware-Schichten befindet. Sie wollen sicher nicht über eine öffentliche Internet-Verbindung oder sogar ein VPN gehen", sagt er.

„Das Faszinierende an Oracle Cloud at Customer ist, dass hier alle Vorteile einer öffentlichen Cloud und zugleich die Sicherheit und Leistung einer privaten Cloud gegeben sind“
- Claude Garalde, leitender technischer Hauptarchitekt, AT&T

Durch die Verlagerung der Datenbanken in Oracle Cloud erhöht sich die geschäftliche Flexibilität und Automatisierung deutlich: AT&T erwartet für die Implementierung großer, komplexer Datenbanken, dass sich die erforderliche Zeit halbiert. Und man wird die Kapazität schnell erhöhen können, um Bedarfsspitzen zu decken bzw. die Nutzung reduzieren, wenn die Nachfrage nachlässt. „Wir wollen mit dieser Lösung ein elastisches Umfeld, in dem wir bei Bedarf genauso hinauf wie hinunter skalieren können", sagt Venkat Tekkalur, Leiter der Technologieentwicklung bei AT&T.

Dial-up-Datenbanken

AT&T hat insgesamt über 17.000 Oracle-Datenbanken und speichert gigantische 19 PB Daten. Das Unternehmen hat vor gut fünf Jahren im Rahmen einer umfassenden Initiative begonnen, diese Datenbanken schrittweise in die Cloud zu migrieren. Bis heute sind etwa 5.000 davon in die General-Purpose-Cloud verschoben. Diese Cloud kann Datenbanken mit einer Größe von bis zu 8 TB unterstützen, sagt Tekkalur.

Aber bis jetzt benötigten größere und leistungsfähigere Datenbanken immer noch eine Bare-Metal-Konfiguration. Obwohl dieser Ansatz die erforderliche Leistung lieferte, sah sich AT&T laut Tekkalur mit Herausforderungen konfrontiert, die für viele große Unternehmen typisch sind. Zusätzlicher Zeitaufwand für die Bestellung, Lieferung und Installation von Hardware und Software, das bedeutete: Die Implementierung einer großen Datenbank in einer Bare-Metal-Konfiguration vor Ort dauerte etwa doppelt so lange wie die Implementierung von Datenbanken in der Cloud. Der Prozess war auch schwieriger zu automatisieren – ein Hindernis für die Bemühungen von AT&T, seine Agilität zu erhöhen. „Die durchschnittliche Implementierungszeit passte nicht zur Agile-Methode oder zum DevOps-Modell", sagt Tekkalur.

Der Ansatz schränkte auch die Kapazität ein, schnell zu skalieren, um Änderungen der Nachfrage zu erfüllen. „Wir müssen oft große Markteinführungen, wie z. B. neue Telefone, mit sehr wenig Zeit zur Vorbereitung unterstützen", fügt Tekkalur hinzu.

Darüber hinaus waren die großen Datenbanken und ihre unterstützende Hardware häufig für ganz bestimmte Anwendungen vorgesehen. Es war also schwierig, durch den Austausch der Infrastruktur Einsparungen zu erzielen. „Sobald wir diese Hardware eingeführt hatten, gab es keine Möglichkeit mehr, sie für irgendetwas anderes zu nutzen", sagt er.

ATT

Laut Claude Garalde, leitender Technical Architect bei AT&T, will das Unternehmen langfristig die Agilität weiter steigern, indem große, monolithische Anwendungen durch mehrere Microservices ersetzt werden.

Mit Oracle Cloud at Customer hat AT&T vor, diese Herausforderungen zu schultern, die Implementierungszeiten für Datenbanken mit einer Größe bis 100 TB zu verkürzen und gleichzeitig die Flexibilität zu erhöhen. Eine flexible gemeinsame Umgebung erleichtert die Skalierung und macht es einfacher, Ressourcen neu zuzuweisen. Oracle Database Exadata Cloud at Customer bietet die Leistung, die für die großen transaktionsintensiven Datenbanken erforderlich ist. Und weil diese Datenbanken in AT&T-Einrichtungen hinter der Firewall des Unternehmens laufen, erfüllen sie auch die Anforderungen von Behörden, Datenschutz und Sicherheit.

Darüber hinaus integriert AT&T Oracle Cloud beim Kunden so, dass es für die Nutzer wie ein Teil der gesamten Cloud-Umgebung von AT&T aussieht und sich auch so verhält. Von einem einzigen AT&T-Portal aus können Benutzer Datenbanken bereitstellen – in Oracle Cloud at Customer, in der universellen Private Cloud von AT&T oder in öffentlichen Clouds. Um diese Integration zu erreichen, wird eine Abstraktionsschicht unterhalb des Portals einen hochautomatisierten Bereitstellungsprozess über die AT&T-Clouds orchestrieren. Dabei dienen die Open-Cloud-APIs von Oracle zur Verbindung mit Oracle Cloud.

Beschleunigung der Migration

Zur Planung und Implementierung der Migration arbeitet AT&T eng mit Oracle Consulting zusammen. Von dort kommt ein Toolset, das den Migrationsprozess vereinfacht und dabei hilft, die erforderliche Konfiguration der Cloud-Datenbank zu bestimmen sowie die Datenbankbereitstellung zu automatisieren.

AT&T hat auch erfolgreich aus seiner Private-Cloud-Erfahrung gelernt, um den Prozess zu beschleunigen und zu automatisieren, sagt Andy Ferretti, leitender Systemingenieur bei AT&T. Unter dem Strich erwartet AT&T mindestens eine Halbierung der Zeit, die jetzt noch für den gesamten Beschaffungs- und Bereitstellungsprozess bei großen, komplexen Datenbanken erforderlich ist.

Der zeitliche Aufwand für die Implementierung dieser großen Datenbanken in Oracle Cloud at Customer ist nicht höher als bei der Implementierung viel kleinerer Datenbanken in der privaten Cloud von AT&T!

Aber auch die bei früheren Migrationen erlernten Techniken nutzt AT&T, um die Ausfallzeit dieser unternehmenskritischen Datenbanken auf dem Weg zum Kunden zu minimieren, so Ferretti. Nach dem Aufbau einer Zieldatenbankinstanz in Oracle Cloud erstellt AT&T eine Momentaufnahme der lokalen Daten der Quelle und verschiebt sie in ihr neues Zuhause in der Cloud. Während der Zeit, in der die Multi-Terabyte-Datenbanken verschoben werden, erfasst AT&T weiterhin die Änderungen an der lokalen Live-Datenbank. Sobald der Snapshot in die Cloud kopiert wurde, kommt eine Synchronisierungsmethode wie Oracle Active Data Guard oder Oracle GoldenGate zum Einsatz, um die Zieldatenbank mit den neuesten Änderungen zu aktualisieren. Der Effekt: AT&T kann schnell auf Oracle Cloud umschalten und die Live-Anwendung unterstützen. Falls die ursprüngliche Datenbank wiederhergestellt werden muss, richtet man eben eine umgekehrte Synchronisierungsmethode ein.

Nach Tests mit Early Adopters Ende 2017 gehen die ersten Oracle Cloud-at-Customer-Datenbanken Anfang 2018 in Betrieb, sagt Ferretti. Danach werden die Datenbanken schrittweise in Oracle Cloud verschoben. Der Plan ist am Ende des Tages, Oracle Cloud at Customer an rund 19 AT&T-Standorten zu implementieren.

Geringes Risiko, hoher ROI

AT&T ebenso wie viele andere große Unternehmen sehen Oracle Cloud at Customer als eine Möglichkeit, Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und Performance bei der Migration in die Cloud gegenstandslos zu machen, sagt Andrew Mendelsohn, Executive Vice President für Datenbankserver-Technologien bei Oracle. „Für Unternehmen, die regulatorische Bedenken oder Datenschutzbedenken bezüglich Kundendaten haben, ist dies ein äußerst risikoarmer Weg. Kunden erhalten volle Agilität und das Geschäftsmodell der Cloud, aber das läuft alles in ihrem eigenen Rechenzentrum.“

„Wir wollen mit dieser Lösung ein elastisches Umfeld, in dem wir bei Bedarf genauso hinauf wie hinunter skalieren können“
- Venkat Tekkalur, Direktor für Technologieentwicklung, AT&T

Die Datenbanken befinden sich im Rechenzentrum des Kunden und im gleichen Netzwerk wie die Geschäftsanwendungen des Unternehmens; das "beseitigt die Leistungsverzögerung, die zwischen einer lokalen Anwendung und einer Datenbank in der öffentlichen Cloud auftreten würde", fügt Mendelsohn hinzu. "Und es ist ein Sprungbrett in eine öffentliche Cloud. Wenn die Public Cloud für ein Unternehmen OK ist, kann es diese Datenbanken problemlos verschieben."

Laut Garalde will AT&T langfristig die Flexibilität weiter erhöhen, indem große, monolithische Anwendungen durch mehrere Microservices ersetzt werden. Jeder davon verfügt dann möglicherweise über eine eigene Datenbank, die wiederum über offene APIs miteinander verbunden sind. Dieser Ansatz würde es AT&T ermöglichen, neue Dienste schneller zu erstellen und zu aktualisieren – einfach, indem verschiedene Kombinationen von Microservices verbunden werden.

Für AT&T ist die Cloud-Partnerschaft mit Oracle ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer nahtlosen und intuitiven Erfahrung für Kunden und zur Aufrechterhaltung der Marktführerschaft. „Wir glauben, die Zukunft des Netzwerks sollte auf Daten basieren, auf Software zentriert sowie schnell und reaktionsfähig sein", sagt John Donovan, CEO von AT&T Communications. „Diese Zusammenarbeit mit Oracle beschleunigt unsere Netzwerktransformation und die Migration in die Cloud.  So steigern wir Effizienz und Leistung, senken die Kosten und verbessern den Kundenservice insgesamt."

Weitere Infos:

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Kontakt:

Eine spannende Sache, über die ich gerne mit Ihnen spreche, per E-MailXingLinkedIn oder Twitter. Enzo Favuzzi, Business Development Manager, Cloud Platform.

 

Foto Claude Garalde: Bob Adler/The Verbatim Agency

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