Online-Workshop: Besserer Klang mit wenig Aufwand von der niche09

This post is in German because it's about a Podcasting workshop in German language. If you want this workshop to be in English, feel free to gather a bunch of people and invite me to do it for you.

Constantin beim Workshop-ModerierenAm 20.6.2009 fand in München das Podcamp München statt, besser bekannt als niche09. An diesem Samstag trafen sich über 100 Podcast-Begeisterte in München und tauschten sich zu verschiedenen Themen rund um's Podcasting aus. Das Programm bot einen schönen Querschnitt durch das Thema und im http://www.niche09.de/">niche09-Blog kann man sich die Workshops noch in Form von verschiedenen Aufzeichnungen auch nachträglich und online kostenlos zu Gemüte führen. An dieser Stelle vielen Dank an Alex Wunschel, die Sponsoren und die vielen Helfer, die diese wirklich schöne Konferenz zustande gebracht haben!

Alex war auch so nett, mich einen Workshop zum Thema "Besserer Klang mit wenig Aufwand: Tipps & Tricks beim Podcast-Produzieren" moderieren zu lassen. Ein Audio-Mitschnitt samt synchroner Folien ist nun als Video erhältlich, in der Hoffnung, dass dieser Workshop auch online vielen Leuten bei der Produktion ihrer Podcasts helfen möge:

Den Workshop könnt Ihr unten direkt anschauen, als Quicktime-Video für den Rechner oder als iPhone-Video herunterladen, sowie Euch die Folien zum Workshop anschauen.

Hier noch ein paar Links, Anmerkungen und Korrekturen zum Workshop. Keine Angst, ich bekomme von keinem der genannten Hersteller irgendwas, sondern spreche nur aus eigener Erfahrung bzw. verlässlichen Quellen.

  • Nicht wundern, der "halbstündige Workshop" ist nur ein Witz, weil die Konferenz mit ca. 30 Min. Verspätung angefangen hat. Der Workshop war von vornherein auf 1 Stunde angelegt :).
  • Für mobile Aufnahmen ist das Zoom H2 und sein größerer Bruder Zoom H4 von Samson sehr beliebt. Für vergleichsweise wenig Geld erhält man eine sehr gute Aufnahme-Qualität und eine praktische, mobile Handhabung. Darüber hinaus kann das Gerät kann auch als gutes USB-Mikrofon dienen.Im Workshop lobte jemand auch den Audio-Recorder von Olympus (nicht sicher, ob dieses Modell gemeint war).
  • Die USB-Audio-Interfaces von M-Audio sind gut und günstig und für den Einstieg sehr empfehlenswert. Nach einiger Zeit bin ich jedoch aufgrund eines Tests im Professional Audio-Magazin zum Native Instruments Audio Kontrol 1 gewechselt, das mich durch sehr gute, rauschfreie Audio-Qualität sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Ausgabe über Kopfhörer und Aktivboxen beeindruckt hat.
  • Tim Pritlove vom Chaos Radio Express und MobileMacs empfahl uns die Beyerdynamic DT 297 Headsets für die stressfreie Aufnahme von mehreren Podcastern auf einmal, da die Mikros guten Klang bieten, man jede Stimme einzeln aufnehmen kann und die Kopfhörer präzises Feedback für die Sprecher erlauben. Alleine das richtige Audio-Interface/Mischpult/Vorschaltgerät, das jedem einzelnen seinen eigenen Feedback-Kanal gönnt und gleichzeitig eine getrennte Aufnahme ermöglicht, scheint noch ein ungelöstes Problem zu sein. Vielleicht hilft ein eigener Mehrkanal-Kopfhörerverstärker?
  • Im MacCast 2009.04.14 gibt es ein schönes Interview mit Heroes-Star David H. Lawrence XVII, der u.a. auch ein eigenes Studio betreibt und vom Radio kommend zum Podcaster geworden ist. Er hat viele nützliche Tipps parat und empfiehlt u.a. das Audio-Technica AT2020, insbesondere die USB-Variante AT2020 USB. Im Workshop hatte ich leider "Audio-Technica" mit "Behringer" als Hersteller verwechselt, ich bitte um Entschuldigung für die Verwirrung...
  • Auch in unserem HELDENFunk-Podcast verwenden wir das Audio-Technica AT2020, sowie ein paar Røde NT5 und können diese sehr empfehlen. Mehr Details gibt es in einem eigenen HELDENFunk behind the Scenes-Artikel. Inzwischen haben wir unser Setup um ein Mark of the Unicorn (MOTU) 8pre 8-Fach Firewire Audio-Interface erweitert, das wir ebenfalls sehr empfehlen können.

Ich hoffe, dieser Workshop ist trotz der Länge von 1 Stunde für Euch nützlich. Schickt mir Euer Feedback, Fragen und Anregungen, bei der nächsten Konferenz (niche10?) bin ich gerne wieder dabei!

Comments:

Gute Zusammenfassung, gratuliere.

Ich persönlcih ziehe Kleinmebran-Kondensatormikrophone den Großmembranmikrophonen vor. Der einzige Vorteil der Großmembran ist ein erhöhter Rauschabstand, und der spielt hier keine Rolle. Dagegen ist der Höhenabfall durch Interferenz bei nicht genauer senkrechter Einsprache oft problematisch. Er führt z.B. dazu, dass der verbleibende Raumanteil indifferenziert und dumpf wird. Ebenso muss man sehr auf die genaue Ausrichtung achten.

Zusätzlich ist es wegen der Partialschwingungen erheblich schwerer, mit Großmembranen einen ausgeglichenen Klang zu erreichen - etwas überspitzt: bei der Auslegung von Kleinmembrankapseln braucht man dagegen nur Fehler zu vermeiden.

Posted by Wolfram Wagner on June 30, 2009 at 03:57 AM CEST #

Hallo Wolfram,

vielen Dank für den Kommentar. Ja, bei Kondensator-Mikrofonen wird das Thema "Klangqualität" schnell zum subjektiven Streitgespräch :). Sicher sind die Argumente für die kleinere Membran technisch richtig. Nur sind die Befürworter der grossen Membran genau an den Partialschwingungen interessiert, die in ihren Ohren den Klang "interessanter" machen - jedoch rein subjektiv. Dies wird z.B. in Wikipedia auch recht schön erläutert: http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatormikrofon#Klein-_und_Gro.C3.9Fmembrankondensatormikrofon

Also: Kleinmembran-Kondensator-Mikrofon für den, der's präzise mag, Grossmembran-Kondensator-Mikrofon (mit Testen) für den, der seine Stimme schönfärben möchte. Oder?

Posted by Constantin Gonzalez on June 30, 2009 at 04:51 AM CEST #

Wie immer zählt das Ergebnis und nicht der theoretisch bessere Weg.

Ich bin aber nicht ganz alleine auf der Welt - nur fast ;-)

Der frühere Chefingenieur der Firma Neumann hätte am liebsten nur noch Kleinmembran Mikrophone entwickelt - der Markt ist aber anders.

In Sound&Recording war vor kurzem ein interessantes Interview mit einem Producer, der immerhin die Stones, Bob Dylan, Bob Marley & Co aufgenommen hat. (Die Zeitung habe ich gerade nicht hier, Name vergessen, sorry, kann Don Was gewesen sein). Der ist durch Zufall irgendwann einmal gezwungen gewesen, mit Kleinmembran Mikrophonen (Schoeps, nicht gerade das Schlechteste) aufzunehmen. Seither macht er das ausschließlich. Wenn sich ein Künstler mit dem "Spielzeug" nicht für voll genommen fühlt, macht er mit beiden Varianten parallel eine Aufnahme, vertauscht absichtlich das Label am Mixer und lässt probehören. Bisher wollte spätestens dann jeder die Aufnahme mit der kleinen Membran.

Das ganze 'ne Nummer kleiner: ich habe sehr gute Erfahrungen mit Kleinmenbranmikrophonen gemacht, sowohl mit einem in der Richtcharakteristik umschaltbaren Schoeps (uralt, -10 V Phantomspannung, aber phantastisch gut) als auch mit Behringer B5. In der Regel ändere ich mit EQ gar nichts mehr oder senke tiefste Bässe ab (LKW vor dem Haus, Atemstoß, der DOCH bis ans Mikro kam,...). Und unsere Sängerin ist auf der Aufnahme so, wie ich sie vom realen Klang kenne.

Irgendwo habe ich eine alternative Lösung für das Akzeptanzproblem kleiner Mikrophone gesehen: ein Großmembranmikrogehäuse mit eine eingebauten Halterung für ein Kleinmembranmikro. Das Mikro auf dem Photo war übrigens das Schoeps-Teil mit der umschaltbaren Charakteristik. Durch Vertrauen meiner Bandmitglieder musste ich das noch nicht anschaffen :-)

Aber nochmal - wenn das Ergebnis stimmt, braucht man auch nichts zu ändern. Und ansonsten bin ich wie immer voll meiner Meinung :-)

Posted by Wolfram Wagner on June 30, 2009 at 05:53 AM CEST #

Hi,

cool, danke für den Beitrag! Ich persönlich würde lieber eine 100% präzise Übertragung im analogen Bereich wählen, und die Klangfärbung nachträglich auf Wunsch machen, statt die "sexy Stimme" über das Grossmembran-Mikro zu machen.

Die Empfehlung von Grossmembran-Mikros ist IMHO der einfachste und leichteste Weg zur "schönen Stimme", doch der Test klein vs. gross ist sehr aufschlussreich!

Vielleicht öffnet sich jetzt der Markt für Mikro-Emulatoren, so wie es Amp-Emulationen etc. gibt. Dann kann man mit einem neutralen Mess-Mikro aufnehmenund so klingen wie mit dem Vintage-Neumann...

(Zuhause bin ich auch eher für lineare Verstärker und neutrale Lautsprecher, ich will das hören, was im Studio gehört wurde und nicht das, was ein LS-Hersteller gefärbt hat.)

Welche Kleinmembran-Kondensator-Mikros kannst Du empfehlen, die im bezahlbaren Bereich liegen?

Ist das Schoeps noch erhältlich und würde der auch mit heute üblichen 48 V Phantomspeisung arbeiten?

Posted by Constantin Gonzalez on June 30, 2009 at 06:12 AM CEST #

Das B5 von Behringer kostet so ca. 80 EUR (Niere+Kugel Kapsel, schraubbar).

Das Schoeps kommt minimal teurer: Speiseteil 666 Eur, Kapsel je nachdem, 558 EUR Niere bis fast 1000 EUR umschaltbar (Nachfolger von meinem Teil). Mittlerweile haben die aber alle +48 V. Mein Mikro hat der Rundfunk mal verramscht (ich erinnere mich nur noch, dass ich den Preis damals hoch fand, ich kannte Schoeps noch nicht), wegen der nich normgerechten Versorgung. Es war nebenbei das erste Mikro mit Phantomversorgung überhaupt.

Roland macht mit der COSM Technologie tatsächlich den Versuch, den Sound von bestimmten Mikros zu emulieren.

Posted by Wolfram Wagner on June 30, 2009 at 07:21 AM CEST #

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