Mittwoch Dez 23, 2015

OVM Templates fuer SPARC - Teil 3: Templates fuer SuperCluster

Wie auch bei den vorangegangenen Teilen dieser Mini-Serie ist dies die Blog-Version meines MOS-Artikels  2065199.1.  Allerdings weiche ich hier deutlicher vom "Original" ab.

Im zweiten Teil haben wir gesehen, wie man ein Template erzeugt und auf einem einzelnen System installiert.  Das war relativ einfach und wie gewohnt an der Kommandozeile zu machen.  Auf SuperCluster ist das anders.  Zuerst einmal kann man auf SuperCluster keine Templates erzeugen.  Das liegt daran, dass es nicht erlaubt ist, "von Hand" Domains anzulegen und alle Domains, die mit SuperCluster Tools angelegt werden keine Dateien als Backend fuer den rpool verwenden.  Dafuer ist die Installation mit dem "IO Domain Creation Tool" um so einfacher.

Dieses "IO Domain Creation Tool" verwaltet alle Aspekte des Lebenszyklus einer IO Domain.  Das ist ein neuer Typ von Domain die in der Version 2.0 der SuperCluster Software eingefuehrt wurde.  Mit dem Tool und den IO Domains werde ich mich hier nicht weiter beschaeftigen.  Interessierte finden die Details in der offiziellen Dokumentation.  IO Domains koennen jedoch auch mittels eines Templates installiert werden, und darum soll es hier gehen.

Auf einem einzelnen System ist man selbst fuer die Verwaltung der Templates verantwortlich.  Normalerweise wird man sie auf einem NFS-Share vorhalten.   Auf SuperCluster ist diese Sammlung in den Tools als Bibliothek implementiert, aus der man sich bei Bedarf ein Template zur Installation aussuchen kann.  Um eine Domain mit einem neuen Template zu installieren, muss dieses daher erst einmal in die Bibliothek importiert werden.  Damit das klappt, muss die Template-Datei irgendwo im Filesystem der Primary Domain des ersten Knotens des SuperClusters liegen.  In unserem Beispiel ist das /net/192.168.30.1/export/ssc/templates/pae/template-demo.ova.  Im IO Domain Creation Tool oeffnet man den "OVM Templates" Tab, gibt dort den vollen Pfadnamen der OVA-Datei ein und klickt auf "Add Template".  (Die Screenshots rechts werden lesbar, wenn man sie anklickt.)
Das Template wird jetzt in die Library importiert.  Das dauert eine Weile, weil die OVA-Datei ausgepackt und die Disk-Images dekomprimiert werden.  Leider gibt es keine Fortschrittsanzeige, aber man kann von Zeit zu Zeit den Inhalt der Bibliothek ueberpruefen.


Nach erfolgreichem Import findet man das Template im Inhaltsverzeichnis der Bibliothek.  Zu beachten ist, dass es derzeit nicht moeglich ist, ein Template hier wieder zu loeschen oder sonstwie zu veraendern.  Daran wird gerade gearbeitet...


Reservierung der Hardware und Auswahl des Templates

Auf  SuperCluster kann man nicht einfach mit ldm Kommandos eine neue Domain anlegen, wie man das von einzelnen Systemen gewohnt ist.  Alle Hardware, die fuer IO Domains zur Verfuegung steht, wird vom IO Domain Subsystem verwaltet.  Daher muss man neue Domains und dafuer benoetigte Hardware dort anfordern.  Dazu waehlt man den "IO Domains" Tab im IO Domain Creation Tool.  Hier wird eine Liste der bestehenden IO Domains angezeigt.  Um eine neue zu erzeugen, klickt man auf "Add IO Domain".  Im  nun folgenden Dialog waehlt man das gewuenschte Template als Domain Typ und die gewuenschte Groesse als "Domain Recipie".  Diese Hardware-Auswahl wird statt der im Template vorgegebenen Resourcen verwendet werden.  Weiter geht's mit "Next".


Nun wird man nach Angaben zu verschiedenen Eigenschaften der Domain gefragt.  Manche davon sind bspw. Hostnames fuer diverse Netzwerk-Adapter.  Diese sind SuperCluster spezifisch und werden unabhaengig von etwaigen Einstellungen im Template gesetzt.  Abhaengig vom Template gibt es evtl. weitere Eigenschaften, deren Werte hier angegeben werden koennen.  In unserem Beispiel werden die drei Eigenschaften abgefragt, die zuvor definiert wurden.   Wenn alles stimmt, kommt man mit "Allocate" wieder zurueck zur Domain-Uebersicht.  Die Hardware ist jetzt fuer die Domain reserviert.


Am oberen Ende der Anzeige werden einem einige Netzwerk-Details angezeigt.  Die IP-Adressen waehlt das Tool selbst aus einem Pool von Adressen, der vorab konfiguriert wurde.  Diese Adressen sollte man sich merken, um nach der Installation an die Domain zu kommen.

Installation der Domain

Der letzt Schritt ist sehr einfach.  Um die Installation anzustossen, einfach die Domain in der Liste auswaehlen und auf "Deploy" klicken.  Nach einer letzten Bestaetigung wird die Domain erzeugt und mit dem Template installiert.

Jetzt bleibt nur, auf das Ende der Installation zu warten.


Nach Abschluss der Installation kann man auch einige Details der Domain einsehen.


Und man kann nun natuerlich auch nachsehen, ob die Anwendung funktioniert.


Unterschiede zu Templates auf einzelnen Systemen

Wenn man Domains auf einzelnen Systemen installiert, werden sie anhand der Angaben im Template konfiguriert.  D.h. die Anzahl der CPUs, die Groesse des Hauptspeichers und die Anzahl der Netzwerk-Interfaces, der Typ und der Speicherort der Disk Images werden alle entweder dem Template entnommen oder durch den Administrator bei der Installation mit angegeben.  Auf SuperCluster wird all das durch das IO Domain Creation Tool kontrolliert:

  • Die Domain-Groesse (CPUs, RAM) wird anhand von vorher definierten "Domain Recipies" ausgewaehlt und gesetzt.
  • Die Netzwerk-Anschluesse werden entsprechend der SuperCluster Umgebung konfiguriert.  Jegliche Voreinstellungen im Template werden dabei ignoriert.
  • Disk Images werden grundsaetzlich als iSCIS LUNs vom zentralen ZFS Array geliefert.  Nur die Groesse wird dem Template entnommen.
  • /etc/hosts wird mit Eintraegen aus der SuperCluster Umgebung befuellt.
  • Der Solaris Publisher wird entsprechend der SuperCluster Umgebung gesetzt.  Dabei wird auch der zusaetzliche "exa-family" Publisher konfiguriert.  Eventuelle weitere Publisher bleiben erhalten.
  • ssctuner wird installiert und aktiviert.
  • Das Root-Passwort der Domain wird auf ein Default-Passwort gesetzt.

Unterm Strich haben diese Aenderungen zur Folge, dass die IO Domain, obwohl sie aus einem Template installiert wurde, eine normale SuperCluster IO Domain ist.  Sie hat volle Konnektivitaet in die SuperCluster Umgebung und ist voll supported, wie jede andere "Application Domain" auch.  Das bedeutet auch, dass alle Einschraenkungen, die etwa fuer Application IO Domains gelten sollten, auch fuer diese Domains gelten.

Weitere Links gab es bereits am Ende des ersten Teils dieser Mini-Serie.

Freitag Dez 04, 2015

OVM Templates fuer SPARC - Teil 2: Templates Erstellen

Der wesentliche Sinn eines Templates ist es, eine Anwendung mit einer Umgebung auszuliefern, in der alles vorhanden ist, was die Anwendung braucht, aber auch nicht mehr als noetig.  Ein Template wird mehrfach installiert werden - dazu muss jede Instanz konfiguriert werden um eine "Persoenlichkeit" zu bekommen und evtl. mit anderen Komponenten verknuepft zu werden.  Um ein solches Template zu erstellen, muss man daher die Anwendung sehr gut kennen.  Evtl. braucht man ein Script, um die Anwendung nach der Installation des Templates beim ersten Start der Instanz zu konfigurieren.  Alles, was nicht automatisch beim ersten Start konfiguriert wird, muss manuell nachgearbeitet werden, was ja gerade vermieden werden soll.  Wie man solche First-Boot-Scripts schreibt, werde ich hier nicht naeher betrachten.

(Dieser Artikel ist die Blog-Version des zweiten Teils von MOS DocID 2063739.1 die hier fuer einfachen Zugriff wiedergegeben wird.)

Dies sind die Schritte um ein Template zu erstellen:
  1. Eine neue Domain erzeugen und Solaris und die ovmtutils installieren.
  2. Die fuer die Anwendung notwendigen Parameter definieren.
  3. Die Anwendung installieren und so weit wie moeglich konfigurieren.
  4. Ein First-Boot Script oder SMF Service schreiben und testen um Werte fuer diese Parameter mittels der Ovmt Tools auszulesen und die Anwendung damit zu konfigurieren.
  5. Solaris dekonfigurieren, ungenutzte Dateien loeschen und die Domain anhalten.
  6. Das Template erzeugen. 
  7. Das Template testen.  Ggf. obiges wiederholen um Probleme zu loesen.

Bevor wir uns diese Schritte naeher ansehen, hier ein wenig Hintergrund zu den Parametern oder Eigenschaften eines Templates.

Parameter eines Templates

Die meisten Anwendungen brauchen ein wenige Konfiguration, bevor man sie nutzen kann.  Typische Parameter sind z.B. TCP Ports auf denen die Anwendung erreichbar ist, Admin Passwoerter fuer ein Web User Interface oder die IP-Adresse einer zentralen Instanz.  Diese Werte werden normalerweise bei der manuellen Installation der Anwendung gesetzt.  Aber genau das wollen wir bei Templates ja vermeiden.  Deswegen brauchen wir eine Moeglichkeit, der Anwendung in unserem Template diese Werte bei der Installation mit auf den Weg zu geben.  Hier kommen die Parameter ins Spiel.  Alles womit man die Anwendung konfiguiert, wird als Parameter des Templates definiert.  Dazu gibt es eine Datei, in der diese Parameter definiert werden.  Diese Datei wird ein Teil des Templates.  Wichtig ist hier, dass in dieser Datei nur die Parameter definiert werden, nicht jedoch die Werte, die diese Parameter einmal haben werden!  Diese Werte werden erst bei der Installation des Templates vergeben.  Wie das bemacht wird, wurde schon im ersten Teil kurz gezeigt, als wir Solaris-Parameter an das Template weitergaben.

Parameter werden in einer kleinen XML-Datei definiert.  Sie haben ihrerseits diverse Eigenschaften wie bspw. einen Namen, der entweder voll qualifiziert oder einfach sein kann.  Desweiteren gibt es verschiedene Datentypen - Text, Zahl, Auswahlliste etc.  Diese werden ausfuehrlich im "Template Authoring Guide" beschrieben, der derzeit noch in Arbeit ist.  In unserem einfachen Beispiel verwenden wir lediglich Text-Parameter.

Die Werte fuer diese Parameter werden dem Template waehrend der Installation mit dem Tool "ovmtconfig" mitgegeben.  Dafuer gibt es zwei verschiedene Methoden.  Die Kompliziertere mounted dazu das Dateisystem des fertig installierten Zielsystems in der Control Domain und ruft dann ein beliebiges Script auf.  Diese Script kann dann durch direktes Arbeiten auf dem Dateisystem das Zielsystem konfigurieren.  Auf diese Weise wird bspw. ein AI Profil generiert und an die Domain weitergegeben, damit Solaris beim ersten Starten korrekt konfiguriert wird.  Die zweite Methode verwendet VM Variablen, um Parameter-Werte an die Domain weiter zu geben.  Diese koennen dann nach dem ersten Booten mit "ovmtprop" ausgelesen werden.  Deswegen ist es hilfreich, die OVMT Utilities im Template zu installieren.  Wie man das macht, sehen wir gleich im Beispiel.

Eine Quell-Domain erstellen

Der erste Schritt in der Entwicklung eines Templates ist die Erstellung einer Quell-Domain.  Hier wird die Anwendung installiert, konfiguriert und getestet.  Insb. das First-Boot-Script welches die Anwendung anhand der Parameter des Templates konfiguriert sollte gut getestet werden.  Hier ein paar Empfehlungen fuer diese Domain:

  • Man sollte ein einzelnes SPARC sun4v system verwenden, um das Template zu entwickeln, keinesfalls jedoch die Control Domain eines SuperCluster.  Dies ist nicht supported und wird auch nicht funktionieren.
  • Die Domain sollte moeglichst einfach gehalten werden:
    • Nach Moeglichkeit nur ein Netzwerk-Interface verwenden.  Das macht es hinterher einfacher, das Template in unterschiedlichen Umgebungen einzusetzen.
    • Nur eine einzelnes Disk-Image fuer das Betriebsystem verwenden.  Dieses Image sollte nicht unnoetig gross sein, damit das Template einfach zu transportieren ist.  Auch die Installation wird dadurch einfacher.
    • Falls erforderlich, kann man ein oder mehrere weitere Disk Images fuer die Anwendung verwenden.  Eine Trennung vom Betriebsystem ist auch hier oft von Vorteil.
    • CPU und Memory sollten ebenfalls nur sparsam verwendet werden.  Bei Bedarf kann die installierte Ziel-Domain spaeter immer noch vergroessert werden.
    • Auch das Betriebsystem sollte moeglichst klein gehalten werden und nur die Pakete enthalten, die von der Anwendung gebraucht werden.  Am besten faengt man mit "solaris-minimal-server" an und fuegt das hinzu, was die Anwendung braucht.
  • Die Disk-Images muessen einfache "flat files" sein.  Eine spaetere Version der Tools wird auch andere Disk-Optionen unterstuetzen.
  • Die Namen aller Disk-Image Dateien muessen mit ".img" enden.  Das ist zwar nicht grundsaetzlich notwendig, aber eine zwingende Voraussetzung um das Template auch auf SuperCluster zu installieren.
    • Die Image-Namen sollten sinnvolle Namen haben, da diese Namen auch in den Meta-Daten des Templates verwendet werden.
  • Um die Testzyklen zu beschleunigen empfiehlt es sich, das Paket "pigz" zu installieren, eine parallele Implementierung von gzip.  Falls vorhanden, wird es von den Tools automatisch verwendet, um die Kompression und Dekompression der Disk Images zu beschleunigen.
  • Da man idR. ovmtprop verwenden wird, um Parameter fuer die Anwendung auszulesen, sollte man die "ovmtutilities" in der Quell-Domain installieren.
  • Die Anwendung sollte vollstaendig fertig konfiguriert sein.  Wenn das bedeutet, zusaetzliche Benutzer oder Dateisysteme hinzu zu fuegen oder die Systemkonfiguration anzupassen, dann nur zu.  Alle diese Aenderungen werden im Template erhalten bleiben.
  • System-Eigenschaften wie IP-Adressen, root Passworte oder Zeitzonen bleiben natuerlich nicht erhalten.  Diese werden aus dem Template entfernt und bei der Installation neu gesetzt.

Die Parameter Definieren

Welche Parameter man fuer das Template braucht, haengt natuerlich von der Anwendung ab.  Deswegen sollte man diese genau kennen und wissen, wie sie installiert und konfiguriert wird.  Hier ist ein Beispiel fuer eine sehr sehr einfache Anwendung:  Ein Apache Webserver der eine einfache Text-Seite zeigt, in der die drei Beispiel-Parameter mit ihren Werten angezeigt werden:  property1, property2 und property3.  Hier ist die XML-Datei, mit der diese Parameter definiert werden:

<ovf:ProductSection ovf:class="com.oracle.supercluster.client">
        <ovf:Product>Oracle SuperCluster</ovf:Product>
        <ovf:Category>OVM Templates</ovf:Category>
        <ovf:Version>1</ovf:Version>
        <ovf:Property ovf:key="property1" ovf:type="string" 
                      ovf:userConfigurable="true" ovf:value="Value1">
                <ovf:Description>Specifies property 1</ovf:Description>
        </ovf:Property>
        <ovf:Property ovf:key="property2" ovf:type="string"
                      ovf:userConfigurable="true" ovf:value="Value2">
                <ovf:Description>Specifies property 2</ovf:Description>
        </ovf:Property>
        <ovf:Property ovf:key="property3" ovf:type="string"
                      ovf:userConfigurable="true" ovf:value="Value3">
                <ovf:Description>Specifies property 3</ovf:Description>
        </ovf:Property>
</ovf:ProductSection> 

Diese Datei wird bei der Erzeugung ein Teil des Templates werden.  In dieser Definition stehen zwar Werte fuer die jeweiligen Parameter.  Diese werden jedoch bei der Installation nicht verwendet!  Eine ausfuehrliche Beschreibung aller Optionen fuer die Parameter wird es in dem bald erscheinenden "Template Authoring Guide" geben.

Installation und Konfiguration der Anwendung

Auch dieser Schritt haengt wieder stark von der jeweiligen Anwendung ab.  In unserem einfachen Beispiel ist nicht sehr viel zu tun.  Hier wird auch das einfachste aller First-Boot-Scripte gezeigt:

root@source:~# pkg install ovmtutils

root@source:~# pkg install apache22

root@source:~# svcadm enable apache22

root@source:~# more /etc/rc3.d/S99template-demo 

#!/bin/sh

# simplest of all first-boot scripts
# just for demo purposes

OUTFILE=/var/apache2/2.2/htdocs/index.html
OVMTPROP=/opt/ovmtutils/bin/ovmtprop
BASEKEY=com.oracle.supercluster.client.property

if [ ! -f $OUTFILE ]
then
   cat >>$OUTFILE << EOF
<html><body>
<h1>OVM Template Demo</h1>
EOF
   for i in 1 2 3
   do
      $OVMTPROP -q get-prop -k $BASEKEY$i >> $OUTFILE
      echo "</br>" >> $OUTFILE
   done
cat >>$OUTFILE << EOF
</body></html>
EOF
fi

Wenn alles perfekt laeuft und das First-Boot-Script zuverlaessig funktioniert muss als letzter Schritt Solaris de-konfiguriert werden.  Das macht man mit dem Kommando "sysconfig unconfigure --destructive --include-site-profile".  Damit wird die gesamte System-Identitaet, also Hostname, IP adressen, Zeitzonen und root Passwoerter entfernt.  Das ist notwendig, damit das System nach der Installation neu konfiguriert werden kann.  Auch Dateien wie bspw. SSH-Keys und temporaere Dateien in /var/tmp kann man jetzt noch loeschen.

Das Template Erzeugen

Nachdem nun endlich alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, ist die eigentliche Erzeugung des Templates sehr einfach.  Das Kommando "ovmtcreate" sammelt all die Teile zusammen und baut daraus einen OVF Container.

root@mars:~# ovmtcreate -d source -o /templates/apache-template.ova \
             -s "OVM S11.2 SPARC Apache 2.2 Demo" \
             -P /development/apache-template.properties.xml

Dieses Kommando komprimiert alle Disk Images und fuegt sie gemeinsam mit den Parameter-Definitionen im OVF-Format zusammen.  Diese Datei kann dann verteilt und dorthin transportiert werden, wo das Template installiert werden soll.  Mit dem Parameter "-s" gibt man dem Ganzen eine sinnvolle Beschreibung, um das Template zu identifizieren.  Diese Beschreibung wird bspw. im SuperCluster verwendet, um die in der Template-Library vorhandenen Templates anzuzeigen.

Zum Schluss noch, wie man nun das Template mit passenden Werten fuer die Parameter versieht und installiert:

Installation

Die Werte fuer die Parameter des Templates werden fuer die Installation in eine kleine Text-Datei geschrieben:

root@mars:~# cat custom.values
com.oracle.supercluster.client.property1=Value1
com.oracle.supercluster.client.property2=Value2
com.oracle.supercluster.client.property3=Value3

Auch Solaris selbst muss man natuerlich mit Konfigurationsdaten versehen.  Wie das geht, habe ich bereits im ersten Teil dieser Mini-Serie gezeigt.  Diese Konfiguration verwenden wir hier einfach wieder.

Um die Ziel-Domain zu installieren und zu konfigurieren, braucht man jetzt nur zwei einfache Kommandos:

root@mars:~# ovmtdeploy -d target -o /domains \
    -s /templates/apache-template.ova
root@mars:~# ovmtconfig -d target  \
    -c /opt/ovmtutils/share/scripts/ovmt_s11_scprofile.sh \
    -P solaris_11.props.values,custom.values

Nachdem die Domain gebootet hat, sollte auf Port 80 der Apache die einfache HTML-Seite anzeigen, die durch das First-Boot-Script erzeugt wurde.

Noch einige Bemerkungen

  • Die Paramter fuer die Ziel-Domain sind in der Control Domain sichtbar.  Sie werden als normale VM Variablen an die Domain weiter gegeben.  Daher sind sie mit dem Kommando "ldm ls-variable <domain>" einzusehen.  Das bedeutet auch, dass sensitive Informationen die auf diese Weise an die Domain geleitet wird, fuer jedermann sichtbar sind, der die notwendigen Rechte fuer das Kommando "ldm ls" hat.  Die gleichen Informationen sind auch in der Zieldomain selbst jedem Benutzer ueber das Kommando ovmtprop zugaenglich.  So praktisch das fuer das Debuggen sein mag, sollte man daher keine sensitive Information wie z.B. Passworte, in solche Parameter stecken.  Besser sind verschluesselte Passwort-Strings, falls moeglich.  Falls das nicht moeglich ist, sollte man die Variablen nach erfolgreicher Installation des Templates mit dem Kommando "ldm rm-variable" loeschen.  Grundsaetzlich ist es auch eine gute Idee, den Benutzer der Anwendung (und der Domain) beim ersten einloggen zu einem Passwort-Wechsel aufzufordern.
  • Grundsaetzlich unterstuetzen OVMT Templates auch Solaris Zonenen.  Das bedeutet, man kann ein Template erzeugen, das eine oder mehrere Zonen enthaelt.  Allerdings muss man die Konfiguration dieser Zonen (IP Adressen, Hostname etc) selbst ueber das First-Boot-Script erledigen, das dies nicht Teil der normalen Solaris-Konfiguration ist.  Templates mit Zonen werden derzeit nicht auf SuperCluster unterstuetzt.

Weitere Links gab es bereits am Ende des ersten Teils dieser Mini-Serie.

Donnerstag Dez 03, 2015

OVM Templates fuer SPARC - Teil 1: Ein Template Installieren

OVM Templates gibt es schon laenger.  Dokumentation und verschiedene Templates sind auf OTN gut verfuegbar.  Allerdings dreht sich die Dokumentation meist um den OVM Manager und die Templates gibt es in der Regel fuer Linux auf x86.  Aber die Situation fuer SPARC und Solaris wird besser.  Ein Template fuer Weblogic 12.1.3 gibt es schon.

(Dieser Artikel ist die Blog-Version des ersten Teils von MOS DocID 2063739.1 die hier fuer einfachen Zugriff wiedergegeben wird.)

Die Tools zum Erzeugen, Ausrollen und Konfigurieren von Templates sind in Solaris 11.3 enthalten.  Es gibt sie jedoch auch als separaten Download in Form von Patch ID 21210110.  In dieser Mini-Serie werde ich beschreiben, wie man Templates installiert und selber baut.

Los geht's mit dem einfachsten Teil:  Die Installation eines existierenden Templates auf einem SPARC System.

Der erste Schritt ist hier natuerlich, sich ein Template zu besorgen.  Noch gibt es recht wenig Auswahl - es gibt ein Template mit Solaris 10, eines mit Solaris 11.  Aber mehr sind in Arbeit.  Verfuegbar sind sie auf Edelivery.oracle.com.  Hier ist ein kleiner Screenshot damit der Download klappt.  Meine Notizen sind in Rot...

Das Template fuer Weblogic 12.1.3 gibt es hier.

Nach erfolgreichem Download hat man eine Datei "sol-11_2-ovm-sparc.ova" oder aehnlich.  Dies ist das Template im Open Virtualization Format.   Da OVA und AVF auf tar aufbauen, kann man sich den Inhalt dieser Datei ganz einfach ansehen, falls einen die Neugier dazu draengt.

Im zweiten Schritt braucht man das OVM Template Tookit in der Control Domain des Servers.  Dazu kann man entweder auf Solaris 11.3 upgraden oder das Toolkit per Patch von MOS installieren.  Nach der Installation finden sich die Tools in /opt/ovmtutils.  Der Patch enthaelt auch README-Datien und manpages fuer die Tools.  Dort werden wissenswerte Details und Kommando-Optionen erklaert, die hier nicht behandelt werden.

root@mars:/tmp/ovmt# unzip /tmp/p21210110_11010_SOLARIS64.zip 
Archive:  /tmp/p21210110_11010_SOLARIS64.zip
  inflating: README.txt              
   creating: man1m/
  inflating: man1m/ovmtconfig.1m     
  inflating: man1m/ovmtprop.1m       
  inflating: man1m/ovmtlibrary.1m    
  inflating: man1m/ovmtcreate.1m     
  inflating: man1m/ovmtdeploy.1m     
  inflating: ovmt-utils1.1.0.1.p5p   

root@mars:/tmp/ovmt# pkg install -vg ./ovmt-utils1.1.0.1.p5p ovmtutils

[....]

root@mars:~# ls /opt/ovmtutils/bin
agent        dist         ovmtconfig   ovmtdeploy   ovmtprop
bin          lib          ovmtcreate   ovmtlibrary

Bevor wir nun das Template installieren, ein kurzer Blick auf das, was die Tools selbst ueber das Template sagen:

root@mars:~# ovmtdeploy -l ./sol-11_2-ovm-sparc.ova 
 
Oracle Virtual Machine for SPARC Deployment Utility
ovmtdeploy Version 1.1.0.1.4
Copyright (c) 2014, 2015, Oracle and/or its affiliates. All rights reserved.

STAGE 1 - EXAMINING SYSTEM AND ENVIRONMENT
------------------------------------------
Checking user privilege
Performing platform & prerequisite checks
Checking for required services
Named resourced available

STAGE 2 - ANALYZING ARCHIVE & RESOURCE REQUIREMENTS
---------------------------------------------------
Checking .ova format and contents
Validating archive configuration
Listing archive configuration

Assembly
------------------------
Assembly name: sol-11_2-ovm-sparc.ovf
Gloabl settings: 
References: zdisk-ovm-template-s11_2 -> zdisk-ovm-template-s11_2.gz
Disks: zdisk-ovm-template-s11_2 -> zdisk-ovm-template-s11_2
Networks: primary-vsw0

Virtual machine 1
------------------------
Name: sol-11_2-ovm-sparc
Description: Oracle VM for SPARC Template with 8 vCPUs, 4G memory, 1 disk image(s)
vcpu Quantity: 8
Memory Quantity: 4G
Disk image 1: ovf:/disk/zdisk-ovm-template-s11_2 -> zdisk-ovm-template-s11_2
Network adapter 1: Ethernet_adapter_0 -> primary-vsw0
Oracle VM for SPARC Template
        root-password
        network.hostname
        network.bootproto.0
        network.ipaddr.0
        network.netmask.0
        network.gateway.0
        network.dns-servers.0
        network.dns-search-domains.0

Man sieht, dass die Zieldomain

  • 8 vCPUs und 4GB RAM,
  • einen Ethernet Adapter an "primary-vsw0" und
  • ein Festplatten-Image

haben wird.

Darueber hinaus gibt es diverse Properties, die nach der Installation aber vor dem ersten Start der Domain konfiguriert werden koennen.  In diesem Fall sind das alles Solaris-Properties die man normalerweise bei der initialen Systemkonfiguration bestimmen wuerde - entweder an der Konsole oder mit einem AI Profile.  Wir werden spaeter sehen, wie man diese Properties mit den OVM Template Tools einfach setzen kann.

Vor der eigentlichen Installation sollte man kurz die Voraussetzungen pruefen:

  • Die Control Domain sollte mit Solaris 11.3 installiert sein.  Mindestens jedoch braucht man Solaris 11.2 und die OVM Template Tools.
  • Der Virtual Console Service muss konfiguriert und gestartet sein.  Wie das geht, steht hier.
  • Ein Virtual Disk Service muss ebenfalls vorhanden sein.

Nun, ohne weitere Details, eine einfache Installation:

root@mars:~# ovmtdeploy -d solarisguest -o /localstore/domains \
             /incoming/sol-11_2-ovm-sparc.ova

In diesem sehr einfachen Beispiel wird eine Domain "solarisguest" installiert.  Das Disk Image wird in /localstore/domains abgelegt und die Domain wird aus dem Template in /incoming/sol-11_2-ovm-sparc.ova installiert.

Auf einige Punkte moechte ich hier hinweisen:

  • ovmtdeploy wird die Domain mit den Resourcen erzeugen, die im Template definiert sind.
  • Es wird, falls notwendig, einen vSwitch erzeugen und mit Netzwerk-Ports verbinden.  Das sollte man ggf. nachpruefen.
  • Wenn nicht anders angegeben, wird ovmtdeploy einfache Dateien als Disk Images verwenden.
  • Alle diese Einstellungen koennen an der Kommandozeile geaendert werden.  Damit sind auch sehr fortgeschrittene Konfigurationen moeglich, die ich hier jedoch nicht weiter betrachten werde.
  • Die Domain wird sofort nach der Installation gestartet.  Da wir in diesem Beispiel die notwendigen Properties nicht mit Werten versehen haben, wird Solaris unkonfiguriert booten und an der Console die entsprechenden Werte abfragen.

Damit das einfacher wird, hier eine zweite Installation, diesmal mit Werten fuer diese Properties.  Damit ist es moeglich, die Domain ohne manuelle Intervention in konfiguriertem Zustand zu booten. Dafuer braucht man lediglich eine kleine Textdatei die die entsprechenden Werte enthaelt:

root@mars:~# more solaris_11.props.values 

# Default hostname
com.oracle.solaris.system.computer-name=solarisguest

# Root user account settings
com.oracle.solaris.root-password='password hash goes here'

# Administrator account settings 
com.oracle.solaris.user.name.0=admin
com.oracle.solaris.user.real-name.0="Administrator"
com.oracle.solaris.user.password.0='password hash goes here'

# Network settings for first network instance
# Domain network interface
com.oracle.solaris.system.ifname=net0

# IP Address
# if not set, use DHCP
com.oracle.solaris.network.ipaddr.0=192.168.1.2
com.oracle.solaris.network.netmask.0=24
com.oracle.solaris.network.gateway.0=192.168.1.1

# DNS settings
# (comma separated list of DNS servers)
com.oracle.solaris.network.dns-servers.0=192.168.1.1
# (comma separated list of domains)
com.oracle.solaris.network.dns-search-domains.0=example.com

# System default locale settings
com.oracle.solaris.system.time-zone=US/Pacific
Es sollte klar sein, wie man diese Datei an eigene Gegebenheiten anpasst.  Mit dieser Datei ist die Installation und Konfiguration eine Sache von zwei einfachen Schritten:

root@mars:~# ovmtdeploy -d solarisguest -o /localstore/domains \
             -s /incoming/sol-11_2-ovm-sparc.ova 

Dieses erste Kommando installiert die Domain, startet sie aber nicht.  Dafuer gibt es die Option "-s".

root@mars:~# ovmtconfig -d solarisguest \
    -c /opt/ovmtutils/share/scripts/ovmt_s11_scprofile.sh \
    -P solaris_11.props.values

Das Script "ovmt_s11_scprofile.sh" ist Teil der OVM Template Tools.  ovmtconfig wird das installierte Disk Image mounten und dann dieses Script aufrufen.  Dieses wird anhand der Property-Werte aus "solaris_1.props.values" ein Konfigurations-Profil erzeugen.  Diese Profil wird von Solaris beim ersten Booten verwendet, um die Domain zu konfigurieren.

Damit haben wir eine laufende Solaris Gast Domain.  Wenn sie nicht gefallen sollte, ist sie mit "ovmtdeploy -U solarisguest" ganz schnell und sauber wieder de-installiert.  Eine solche Domain ist ein idealer Startpunkt, um damit eigene, komplexere Templates zu entwickeln.  Das werde ich im zweiten Teil der Serie behandeln.

Fuer Wissbegierige hier noch einige Links zum Thema:

Dienstag Jan 06, 2015

What's up with LDoms - Verzeichnis der Artikel

In den letzten Jahren - ja, es sind schon Jahre - habe ich eine kleine Artikel-Reihe ueber LDoms und ihre verschiedenen Features geschrieben.  Es ist hoechste Zeit, auch ein kleines Inhaltsverzeichnis dafuer zu veroeffentlichen:

Ich werde dieses Verzeichnis aktuell halten, falls es neue Artikel in dieser Reihe geben sollte.

Dienstag Mai 20, 2014

LDoms: Verbesserte vDisk Performance

Bei der Leistung von virtuellem IO sollte man seine Erwartungen in realistischen Grenzen halten.  Darauf habe ich in all den Jahren in allen LDom Workshops hingewiesen.  Und ich werde jetzt nicht damit aufhoeren.  Virtuelles IO ist immer mit gewissen Kosten verbunden, einfach deswegen, weil es einen gewissen Aufwand bedeutet, die physischen IOs in virtuelle IOs zu uebersetzen.  Und bis zur Entdeckung der Zeitreise wird dafuer immer auch ein wenig Zeit gebraucht werden.  Soweit, so schlecht.  Es gibt aber auch gute Nachrichten:

Erstens ist der Overhead virtuellen IOs in vielen Faellen tatsaechlich kleiner als befuerchtet - die LDom Implementierung ist sehr effizient.  Und in vielen dieser vielen Faellen schaded dieser Overhead nicht.  Meist, weil es der Anwendung egal ist, bzw. das virtuelle IO schnell genug.

Zweitens gibt es natuerlich gute und weniger gute Arten, virtuelles IO zu konfigurieren.  Wenn man sich an die guten haelt (wie ich sie bspw. hier besprochen habe), kann man die Anzahl der Faelle, in denen virtuelles IO einfach gut genug ist, noch ein gutes Stueck erhoehen.

Aber es gibt natuerlich auch die Faelle, in denen es einfach nicht reicht.  Gluecklicherweise gibt es noch weitere gute Nachrichten:

Die Leistung des virtuellen Netzwerks wurde mit einer neuen Implementierung erheblich verbessert.  Durch den Einsatz von Large Segment Offload (LSO) und einiger anderer Techniken wurde der Durchsatz gesteigert und die Latenz reduziert - bis an einen Punkt, an dem die Leistung des virtuellen Netzwerks als Grund fuer Performanceprobleme weitgehend entfallen ist.  Das war in LDoms 3.1.  Jetzt ist virtuelles Disk-IO an der Reihe, mit ganz aehnlichen Verbesserungen.

Beim Thema Disk IO und Performance gibt es eine grundlegende Empfehlung:  Die IO-Last auf moeglichst viele LUNs verteilen.  Das war bereits so, lange bevor man auch nur an Virtualisierung gedacht hat.  Der Grund dafuer ist einfach die begrenzte Anzahl an IOPS, die eine einzelne LUN liefern kann.  Dabei ist es egal, ob es sich bei dieser LUN um eine einzelne physische Platte oder ein Volume eines groesseren Disk Arrays handelt.  IOPS einer einzelnen LUN sind begrenzt und IOs fuer diese LUN werden in einer sehr sequentiellen Warteschlange auf diese LUN warten.  Eine einzelne Platte liefert seit Jahren ca. 150 IOPS.  Oder auch 300.  Eine SAN LUN mit einem starken Array im Hintergrund liefert vielleicht 5000 IOPS oder ein paar mehr.  Aber das reicht nicht, heute so wenig wie gestern.  Deswegen hat man RAID 1 erfunden.  Und die Virtualisierung von Servern und Storage aendern nichts an dieser Situation.  Fuer LDoms bedeutet das nun einfach, mehrere LUNs, also mehrere vDisks pro Gast zu konfigurieren. In vielen Faellen ist das ausreichend, um gute IO Performance zu bekommen.  Leider gab es jedoch zu viele Faelle in denen das eben nicht gut genug war und man letzten Endes zurueck zu physischem IO musste.  Nun gibt es natuerlich diverse Moeglichkeiten, physisches IO und Server-Virtualisierung mit LDoms zu verbinden.  Aber befriedigend war die Situation nicht.

Mit der Freigabe von Solaris 11.1 SRU 19 (und einem entsprechenden Patch fuer Solaris 10 wenig spaeter) wird nun auch fuer den vds/vdisk Software Stack eine neue Implementierung eingefuehrt, die diese Situation grundlegend aendert.  Durchsatz und Latenz von virtuellem Disk-IO werden wesentlich verbessert, wie man an den folgenden Diagrammen ablesen kann.

Dieses erste Diagramm zeigt IOPS im Vergleich von Bare Metal mit virtuellem Disk-IO, sowohl mit der alten als auch mit der neuen Implementierung.  Wie man leicht erkennen kann gibt es erhebliche Verbesserungen, die neue Implementierung unterscheidet sich nur marginal von Bare Metal.  Die Unterschiede sind so gering, dass es sich auch um statistische Ungenauigkeiten bzw. normale Schwankungen zwischen zwei Messungen handeln koennte.  Zu beachten ist, dass die hier gezeigten Messwerte mit 28 SAN LUNs erzielt wurden.  Erwartungen, eine einzelne LUN wuerde nun ploetzlich 150k IOPS liefern, muss ich leider enttaeuschen.  Die Verbesserung gegenueber der alten Implementierung sind mit bis zu 55% erheblich.  Wichtig zu beachten ist allerdings, dass man mit nur einem IO Strom (den "Threads" im Diagram) und einer einzelnen LUN weniger offensichtliche Verbesserungen beobachten wird.  Das liegt daran, dass wesentliche Teile der neuen Implementierung sich auf die De-Serialisierung der IO-Infrastruktur konzentrieren, was man natuerlich nicht bemerken wird, wenn man nur einen einzelnen, seriellen IO-Strom misst.  Im wirklichen Leben sind die grossen, IO-hungrigen Anwendungen jedoch meist parallel unterwegs.  Auch wenn das eigene Storage-Backend mit den parallelen Anfragen ueberfordert ist (z.B. weil man aus Versehen auf der einen, internen Platte testet) wird man wenig Veraenderung feststellen.

Durchsatz ist somit kein Problem mehr (mit 150k IOPS und 1.1 GB/sec virtuellem IO in diesem Test meine ich das behaupten zu duerfen).  Aber wie sieht es mit der Latenz aus?  Dazu das naechste Diagramm:

Auch hier sieht man wieder, dass sich die Latenz der neuen Implementierung kaum von Bare Metal unterscheidet.  Der groesste Unterschied sind 4% im Fall von 2 parallelen Threads.   Das ist wenig genug um ueber den Begriff "Zero Overhead" nachzudenken, zumindest in Bezug auf IO Leistung.  Wo wir gerade von Overhead reden:  Ich nennen den Overhead, der durch Virtualisierung entsteht gerne auch "Virtualisierungssteuer" - die Ressourcen die man in die Virtualisierung selbst investiert, oder aber die Performance die durch oder wegen der Virtualisierung verloren geht.  Im Falle von LDoms Disk IO haben wir damit soeben eine erhebliche Steuersenkung erfahren:

Dieses letzte Diagramm zeigt um wie viel hoeher die Antwortzeit mit der alten Implementierung war und wie viel davon wir mit dieser beeindruckenden Programmierleistung  der neuen Implementierung zurueck bekommen.  Vorher musste man bis zu 55% Virtualisierungssteuer fuer virtuelles Disk-IO bezahlen, jetzt sind es 4% oder weniger.  Ein grosses "Danke Schoen!" an Engineering!

Natuerlich darf an dieser Stelle ein Haftungsausschluss nicht fehlen:  Ihre eigenen Ergebnisse werden sich von diesen Testergebnissen unterscheiden.  Die hier gezeigten Resultate wurden mit 28 LUNs aus einer irgendwie gearteten FC Infrastruktur gemessen.  Die Tests wurden mit vdbench in einer Mischung aus 60% lesendem und 40% schreibendem Random-IO gemacht, mit zwischen 2 und 20 parallelen Threads.  Das ist eine IO-Last, die jedes IO-System stark beansprucht und gleichzeitig das IO-Muster, bei dem die hoechste Virtualisierungssteuer beobachtet wurde.  Dennoch muss klar sein, dass sich die Ergebnisse von denen in anderen Tests oder tatsaechlichen Produktionsumgebungen unterscheiden werden und evtl. nicht die gleichen Verbesserungen erreicht werden koennen.  Auch wenn ich sehr optimistisch bin, dass sie sehr aehnlich sein werden.

Abschliessend kann man sagen, dass mit den neuen, wesentlich verbesserten Implementierungen fuer virtuelle Netzwerke und jetzt auch virtuelle Platten die Bandbreite der Anwendungen, die sich problemlos auf virtuellem IO betreiben lassen erheblich vergroessert hat.  Was den Erwartungen der Kunden entspricht, die ich in meinen Workshops treffe:  High End Performance ist eine Selbstverstaendlichkeit fuer SPARC Systeme, virtualisiert oder nicht.

Kurz vor Schluss: Was muss man eigentlich tun um in den Genuss dieser Verbesserung zu kommen?
  • Bei Solaris 11 muss der Update auf Solaris 11.1 SRU 19 in
    • Allen Gast Domains die die neue Implementierung nutzen wollen, und
    • Allen IO Domains die die Infrastruktur hierfuer bereit stellen, eingespielt werden.
    • Darin enthalten ist natuerlich auch der Update auf LDoms Manager 3.1.1
    • Es muessen beide Partner, Gast und IO-Domain aktualisiert werden, ansonsten wird die alte Implementierung weiter verwendet.
  • Einen Patch fuer Solaris 10 wird es in Kuerze natuerlich auch geben.

Update 2014-06-16: Patch 150400-13 fuer Solaris 10 ist nun verfuegbar.  Im Readme stehen die Details.

Donnerstag Jul 04, 2013

What's up with LDoms: Eine Artikel-Reihe zum Thema Oracle VM Server for SPARC

Unter dem Titel "What's up with LDoms" habe ich soeben den ersten Artikel einer ganzen Reihe veroeffentlicht.  Ziel der Artikelreihe ist es, das vollstaendige Feature-Set der LDoms zu betrachten.  Da das ganze recht umfangreich ist, werde ich hier von der Zweisprachigkeit abweichen und die Artikel ausschliesslich auf Englisch verfassen.  Ich bitte hierfuer um Verstaendnis.

Den ersten Artikel gibt es hier: What's up with LDoms: Part 1 - Introduction & Basic Concepts

Viel Spass beim Lesen!

2012-07-13 Update:

2012-11-06 Update:

2013-07-04 Update:

2015-01-06 Update:

Montag Jan 14, 2013

LDoms IO Best Practices & T4 Red Crypto Stack

Die DOAG Konferenz & Ausstellung 2012 war ja bereits im November.  Endlich finde ich die Zeit, die Slides zu den beiden Vortraegen auch hier zugaenglich zu machen.

  • In "LDoms IO Best Practices" geht es darum, die verschiedenen Varianten von Disk- und Netzwerk-IO darzustellen, zu vergleichen und Anhaltspunkte fuer einen optimalen Einsatz zu geben.  Der eine oder andere Performance-Hinweis ist natuerlich auch dabei.
  • In "T4 & the Red Crypto Stack" zeige ich, zusammen mit meinem Kollegen Heinz-Wilhelm Fabry, wie man Verschluesselung und andere Sicherheitsmechanismen in den verschiedenen Schichten des Red Stack benutzen kann, um eine recht gut abgesicherte Datenbank zu implementieren.

Ich hoffe, die Slides sind hilfreich und nuetzlich!

Montag Sep 10, 2012

Secure Deployment of Oracle VM Server for SPARC - aktualisiert

Vor einiger Zeit hatte ich ein Papier mit Empfehlungen fuer den sicheren Einsatz von LDoms veroeffentlicht.  In der Zwischenzeit hat sich so manche veraendert - eine Aktualisierung des Papiers wurde noetig.  Neben einigen kleineren Rechtschreibkorrekturen waren auch ettliche Links veraltet oder geandert.  Der Hauptgrund fuer eine Ueberarbeitung war jedoch das Aufkommen eines zweiten Betriebsmodels fuer LDoms.  Ein einigen wenigen kurzen Worten:  Insbesondere mit dem Erfolg der T4-4 kam es immer oefter vor, dass die Moeglichkeiten zur Hardware-Partitionierung, die diese Platform bietet, genutzt wurden.  Aehnlich wie bei den Dynamic System Domains werden dabei ganze PCIe Root-Komplexe an eine Domain vergeben.  Diese geaenderte Verwendung machte eine Behandlung in diesem Papier notwendig.  Die aktualisierte Version gibt es hier:

Secure Deployment of Oracle VM Server for SPARC
Second Edition

Ich hoffe, sie ist hilfreich!

Freitag Jun 29, 2012

Oracle VM Server for SPARC Demo Videos

Gerade bin ich ueber einige recht gut gemachte Demos neuerer LDom Features gestolpert.  Man findet sie im Youtube Kanal "Oracle VM Server for SPARC".  Insbesondere die beiden Videos ueber Cross-CPU Migration und Powermanagement sind sehenswert :-)

Donnerstag Mai 24, 2012

OVM Server for SPARC 2.2 verfuegbar!

Schon laenger erwartet, ist sie jetzt da:  Die neue Version 2.2 von Oracle VM Server for SPARC. Ohne hier die Dinge nur zu wiederholen, das wichtigste in Kuerze:

Eine gute Zusammenfassung gibt es im Oracle Virtualization Blog. Zusaetzlich natuerlich:

Froehliches Virtualisieren!

Donnerstag Jun 09, 2011

OVM Server for SPARC 2.1 ist da!

Die neueste Version von OVM Server for SPARC aka LDoms ist da!  Hier die Presse-Meldung...

Was, schon wieder eine neue Version?  Na ja, das am meisten vermisste Feature in den bisherigen Versionen wurde fertig, und da war ein Release einfach unumgänglich ;-)  In der neuen Version 2.1 wird aus "Warm Migration" endlich "Live Migration".  Was es sonst noch an Neuerungen gibt, steht in "What's New".  Weitere Details zur Live Migration werden sicherlich auch bald bekannt und ggf. auch hier erwähnt werden.  Den Download gibt es bei eDelivery, die Dokumentation wie immer auf OTN.

Donnerstag Nov 05, 2009

Link based IPMP fuer LDoms 1.2

Und schon wieder ein Patch fuer LDom Manager 1.2.  Diesmal nicht wegen echter Fehler, sondern eher ein Feature-Patch.  Er bringt die aktualisierte Kommandozeile mit, um die mit Solaris 10 update 8 bereits in den vnet/vswitch Treibern implementierte Unterstuetzung fuer link-based IPMP zu nutzen.

Dienstag Okt 27, 2009

Neuer LDoms Manager Patch fuer LDoms 1.2

Seit heute gibt es die neueste Version des LDoms Manager Patch fuer LDoms 1.2. Es werden damit alle bekannten Probleme mit Crypto DR, Elastic Power Mode, Domain Migration und der Zusammenarbeit mit Ops Center behoben. Daher wird dringend Empfohlen, alle LDom 1.2 Installationen damit zu patchen.

Mittwoch Okt 21, 2009

LDoms fuer OpenSolaris

Cloudcomputing ist ja in aller Munde.  Jede Form von Rechner, die im Internet buchbar ist, befindet sich derzeit in Wolken ;-)  Eine besondere Wolke gibt es fuer die Entwickler von OpenSolaris: Die OpenSolaris Testfarm.  Dort kann jeder Entwickler, der an einem OpenSolaris-Projekt mitarbeitet, sich einen Solaris Container oder auch einen ganzen Server zu Testzwecken reservieren.  Seit neuestem nun auch eine LDom.  Damit OpenSolaris auch in LDoms optimal laeuft (nicht, dass das heute nicht auch schon so waere).  Virtualisierung sinnvoll eingesetzt!

Donnerstag Okt 15, 2009

LDoms mit OpsCenter 2.5 verwalten

Seit letzten Freitag ist OpsCenter 2.5 verfuegbar.  Wesentliche Neuerungen sind die Unterstuetzung von LDoms und Solaris Containern.  Damit hat OpsCenter eine wirklich groesse Huerde genommen.  Auch viele "Kinderkrankheiten" sind inzwischen beseitigt.  Mehr ueber OpsCenter 2.5 auf der Produktseite.

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