Radikale Umbrüche

... stehen in den nächsten Jahren an.

Paul Graham thematisiert in einem Beitrag unter dem Titel Microsoft is Dead den sich abzeichnenden Wandel in der Software-Landschaft. Wesentliche Faktoren sind der Trend hin zu Browser-basierten Anwendungen, die durch Technologien wie Ajax hinsichlich der interaktiven Möglichkeiten traditionellen Desktop-Anwendungen nicht mehr nachstehen. Damit einher gehen hohe Netzwerkbandbreiten, die mittlerweite fast überall für Konsumenten zu attraktiven Preisen verfügbar geworden sind und die nicht zuletzt wegen des vielfältigen Angebots immer mächtigerer und attraktiverer Anwendungen im Internet - wie etwa Google Earth und darauf basierender Mashups - auch nachgefragt werden. Mit dem Wiedererstarken von Apple steigt zudem die Nachfrage nach Software, die auf mehreren Plattformen läuft - auf dem Desktop, aber bedingt durch ein immer leistungsfähigeres Spektrum an sonstigen Endgeräten eben auch dafür. Ein weiterer Faktor, der für Browser-basierte Nutzerschnittstellen spricht.

Auch bei den Servern zeichnen sich neue Trends ab. Einerseits hat sich die Energieeffizienz von Computern gerade zu einem Mittelpunkt des Interesses entwickelt (hier ein aktueller Artikel dazu). Andererseits steht der nächste Umbruch mit dem neuen Architekturkonzept von "Systems on a Chip" - hochintegrierten Rechnern, die nur noch aus sehr wenigen extrem leistungsfähigen Chips bestehen, auf denen nicht nur mehrere CPU-Kerne, sondern auch Netzwerkkomponenten- und Komponenten z.B. für Hardware-unterstützte Ver- und Entschlüsselung integriert sind - vor der Tür. Die ersten Systeme, die diesem Ansatz folgen, sind auf der Basis des UltraSPARC T1 "Niagara" heute schon verfügbar. Die nächste Repräsentant dieser Architektur, der ROCK-Prozessor, hatte gerade Tapeout. Diese neue Rechnerarchitektur wird die tradionelle auf Microprozessoren bestehende Architektur nicht sofort ablösen, es wird noch mindestens eine Generation dieser tradionellen Systeme geben. Bei neuen Software-Architekturen sollte man im Hinblick auf diese kommende Rechnerarchitektur im Hinterkopf behalten, dass es künftig mehr denn je Systeme mit sehr grossen Hauptspeichern, die dem SMP-Prinzip (symetrisches Multiprocessing) folgen, geben wird - und horizontale Skalierung nicht die einzige Alternative ist. Als "Systems on a Chip" werden diese Systeme nicht nur extrem zuverlässig sein - die Zuverlässigkeit ist auch eine Funktion der Anzahl von Komponenten - sondern wegen der hohen Integration auch von der Kosten her interessant werden.

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Franz Haberhauer - Chief Technologist - Hardware Presales Germany

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