Das Web 2.0 hat viele Facetten.

Insbesondere hat das Web 2.0 weder nur technische Aspekte noch primär soziologische. Neue technische Möglichkeiten ermöglichen vielmehr neue Formen der Kommunikation zwischen Menschen und noch wichtiger zwischen Nutzer- oder Interessengruppen. Ein prägnantes, englischsprachiges Video von Michael Wesch auf YouTube, zeigt in 4:31 Minuten vor allem die technische Entwicklung auf. Michael Wesch ist Assistant Professor of Cultural Anthropology an der Kanasas State University. Der Begriff Web 2.0 geht auf Tim O'Reilly zurück, dessen Verlag eine Konferenz unter diesem Titel etabliert hat. Weiteres Hintergrundmaterial findet sich im entsprechenden Eintrag im Wikipedia. Ein Kollege aus dem Marketing hatte kürzlich bei einer Veranstaltung recht treffend das Geschäftsmodell von Web 2.0 rund um von den Nutzern selbst eingebrachte Inhalte ("user contributed content") mit der Szene verglichen in der Tom Sawyer dazu vergattert wird, einen Lattenzaun zu streichen, dann aber auf die überaus erfolgreiche Idee kommt, das Recht einige Latten zu streichen an andere Kinder zu verkaufen. Constantin Gonzalez, ein Mitarbeiter meines Teams, der sich intensiv mit dem Thema 2.0 befasst, weisst auch immer wieder auf die Theorie des Long-Tail hin, nach der es das Internet ermöglicht einerseits das Web ermöglicht auch mit Nischenprodukten Gewinn zu machen.

Sun ist ein Paradebeispiel für die unternehmensinterne Nutzung wie die Nutzung nach aussen. Die blogs.sun.com ist die erste externe Website in der Domain Sun.com, auf der jeder Sun-Mitarbeiter eigenständig und ohne Freigabe Beiträge einstellen kann.Natürlich gibt es einige Spielregeln, so ist es etwas unzulässig, über noch nicht angekündigte Produkte zu schreiben. Allerdings ermöglicht es der Open Source Ansatz bei vielen Software-Projekten wiederum aktuell in der Entwicklung befindliche Technologien zu bloggen. Hier ist lediglich die zeitliche Planung der von den Open Source Projekten abgeleiten Produkte (z.B. StarOffice versus OpenOffice, OpenSolaris/Solaris Express versus Solaris 10) vertraulich. In den Blogs vermischen sich berufliche und private Themen - was positiv zu sehen ist, da über ein privates Thema vielleicht ein Interessent auch zu den Sun-spezifischen Themen im selben Blog findet. Der Blog von Jonathan Schwartz, dem CEO von Sun erfreut sich besonderer Beliebheit. Er formuliert darin regelmässig - ein wesentlicher Erfolgsfaktor beim Bloggen - interessante Gedanken mit IT-Bezug. Kürzlich thematisierte er eine Visualisierung der Verteilung der über 7 Millionen Solaris Lizenzen über die Welt - in Form eines Mashup auf der Basis von Google Maps. Solche Mashups - Vernetzungen verschiedener Dienste im Internet sind eine weiteres typisches beispiel für Web 2.0. Second Life - eine virtuelle Welt, in der man mit Avataren mitmachen kann - wird inzwischen oft als Beispiel einer erfolgreichen Idee des Web 2.0 genannt. Sun hielt dort bereits im Oktober 2006 die erste virtuelle Pressekonferenz eines Fortune 500-Unternehmens ab. Zurück zu interessanten Beiträgen von Bloggern: Das unten bereits angesprochene Video CSI Munich: Solaris ZFS auf 12 USB-Sticks: Ein "Thumper" für Arme!, das von einigen Kollegen in Eigenregie produziert wurde, war in einem Blog angekündigt und auf YouTube und Google Videos veröffentlicht worden. Innerhalb weniger Tage nachdem die URL des Videos über den Alias zfs-discuss lief, hatten wir bereits 2000 Views und heute - nicht zuletzt nachdem das gute Stück als Highlight auf dem Stand von Sun auf der CeBIT 2007 life und in Farbe zu sehen ist sind es allein auf Google Video fast 6000 Views. Ein toller Marketing-Erfolg ermöglicht durch Web 2.0.

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Franz Haberhauer - Chief Technologist - Hardware Presales Germany

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